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Home 9 Schweiz 9 Tschugger Staffel 2 – das Wallis ist und bleibt der Star

Tschugger Staffel 2 – das Wallis ist und bleibt der Star

Datum

18. Dezember 2022

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Kanton Wildwest, zweite Auflage: Bax Schmidhalter dreht in Tschugger Staffel 2 wieder voll auf. Würde ich in den Kanton Bax reisen wollen? Kommt drauf an.

Ja tagwohl, was ist denn da Bildwohliges in die schräge Walliser Action-Komödie gefahren? Die erste Folge von Tschugger Staffel 2 beginnt auf der Skipiste.

Zwei Kerls im wallisfarbenen Skidress schwingen so perfekt vor landschaftlich so prächtiger Bergkulisse ab, dass auch der Schweizer Tourismusdirektor seine helle Freude haben müsste.

Tschugger Staffel 2, Schweizer Krimi Komödie mit David Constantin als Johannes Bax Schmidhalter und Anna Rossinelli als Annette.
Tschugger Staffel 2: Wilde Wallis-Wear ist weiterhin en vogue bei Bax Schmidhalter (links). Weniger bei Annette Brotz, gespielt von Anna Rossinelli. (Bild: SRF/Dominic Steinmann)

Tschugger Staffel 2: Spiel ohne Grenzen

Aber es dauert nicht lange, bis wir im üblichen Valais-Biotop des Bax Schmidhalter sind: Plattenbauten in trister Suburbia, ein trostloser Polizeiposten, Beton, Blut und bunte Wallis-Wear.

Ein guter Tschugger muss auch mal über seine Grenzen gehen, heisst es an einer Stelle. Das ist nur ein Teil der vergnüglichen Serien-Wahrheit. Der andere Teil: Dieser waghalsige Tschugger namens Bax Schmidhalter, ein Fan der einstigen Ski-Granate Tomba la Bomba, geht ständig über seine Grenzen.

Tschugger Staffel 2, Entführungsopfer Annalena Miano als Valmira geknebelt auf der Toilette, mit einer Ausgabe des Walliser Botenvor dem Oberkörper
Das Wallis ohne «Walliser Bote»? Geht nicht. Hier bei Entführungsopfer Valmira in Folge zwei von Tschugger Staffel 2. (Bild: SRF/Dominic Steinmann)

Seinem TV-Ruf als schrägste Schweizer Action-Komödie macht Tschugger Staffel 2 jedenfalls alle Ehre. Wobei für mich bei dieser Serie weniger die irrig-wirrige Story im Vordergrund steht. Und auch nicht die Krimi-übliche Frage, wer wohl Täterin oder Täter sein könnte.

Der Star ist hier nun mal nicht der indizienschwangere Prozess, der zu einer unerwarteten Lösung führt. Der Star ist: Der Kanton Wildwest.

Tschuger Darsteller und Regisseur David Constantin alias Johannes Bax Schmidhalter in der Schweizer Krimi Komödie Tschugger Staffel 2 ab Dezember 2022 im Schweizer Fernsehen SRF 1
Tschugger mit Schnauz: David Constantin alias Johannes Bax Schmidhalter. (Bild: SRF/Dominic Steinmann)

Und diese hier gezeigte Kantons-Folklore, das haben wir schon in der ersten Staffel Tschugger von einem Fachmann bestätigt erhalten, wird in der Serie zwar gnadenlos überspitzt gezeigt – aber es hat eben auch einen wahren Kern.

Beruflich-private Klüngel allenthalben, die joviale Art, der perpetuelle Durst – all das, was uns die Polizeikomödie Tschugger auch in der zweiten Auflage zeigt, scheint eben schon nicht meilenweit von der kantonalen Wahrheit entfernt zu sein.

Würde ich in den Kanton Bax reisen wollen?

Eng verbunden mit der Star-Rolle dieses einen Kantons ist natürlich der Co-Star der Serie: die Sprache. Mindestens in den Ohren eines Üsserschwiizers klingt das ebenso faszinierend wie exotisch. Meist brachial, oft mit Zischlauten versetzt, immer in your face.

Touristisch relevant ist bei einer klaren Verortung einer Serie oder eines Films natürlich auch immer diese Frage: Würde man nach einer oder zwei Folgen am liebsten gleich die Koffer packen und die Drehorte selber bereisen?

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Nun, auf diese Frage kann ich klar und dezidiert antworten: Kommt drauf an.

Selber und solo in die Walliser Plattenbau-Suburbia reisen? Nun, nicht gerade unbedingt. Da stehen andere Weltgegenden aktuell noch weiter oben auf meiner Bucket List.

Und wenn schon dieser Kanton, dann wohl doch eher Zermatt. Anders sähe es aus, wenn ich Drehorte und Originalschauplätze mit Bax als Guide erleben könnte. Dann würde ich sagen: Zuerst ins Feuchtgebiet von Bax Schmidhalter, das ich irgendwo zwischen Simplon und Martigny verorte. Und dann nach Zermatt. Natürlich im serienüblichen Dress, der wilden Vintage-Adaption von «Miami Vice», die ich hier mal Valais Vice nennen würde.

Wann kommt die touristische Tschugger-Tour?

Was mich zu einer weiteren touristisch relevanten Frage bringt: Wie lange dauert es wohl noch, bis die ersten Touristen-Touren ins Wallis des Bax Schmidhalter aufgelegt werden?

Jetzt mal Hand aufs Herz unterm Hawaii-Hemd: Wenn die Netflix-Serie «Emily in Paris» schon scharenweise Touristen in die französische Hauptstadt bringt, dann müsste das ein Johannes Bax Schmidhalter doch auch mit dem Schweizer Wildwest-Hauptkanton schaffen.

Tschugger Staffel 2 – Fun Facts

Natürlich ging es nicht lange, bis die ersten Merchandise-Artikel zur Serie Tschugger aufgetaucht sind. In diesem Falle aus dem Hause Hä Wear aus Visp.

Wo Visp liegt? Na hör mal – natürlich im Wallis. Wer sich die Website mit all den T-Shirts, Hoodies, Socken usw anschaut, wird gleich noch mit einem griffigen kantonstypischen Imperativ versorgt: «Jetzt bestellen» heisst es dort. Beziehungsweise, in der Lingua des nämlichen Kantons: Jätz bställu.

Lust auf ein Raclette bekommen? Dann geh los!

Bei so viel Information zum nämlichen Kanton könnte es sein, dass Du ganz spontan Lust bekommen hast auf einen der kulinarischen Exportschlager aus dieser Landesgegend: Raclette.

Dazu eignen sich neben den herkömmlichen grossen Tischgeräten auch kleine Tools. Eines davon, ein Teelicht-Raclette, mobil und faltbar, wird hier getestet, drinnen und draussen.

Tschugger Staffel 2: Einer der Top-Blogposts 2022

Die TV-Kritik zu Tschugger 2 ging zwar spät im Jahr 2022 online – aber trotzdem rangiert der Beitrag in der Top 10 der meistgelesenen Internaut-Beitrag 2022.

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

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Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

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