Seit wenigen Tagen ist es offiziell – Italien öffnet seine Grenzen nach der harten Corona-Zeit wieder. Weil das Belpaese ein Liebling der Internaut-Community ist, kommt es jetzt zur Abstimmung: In welcher dieser sieben italienischen Städte soll die nächste Starke Strecke liegen?

Diese Zeilen schreibe ich in Moscia, einem kleinen Örtchen neben Ascona. Nur sieben Kilometer entfernt von der italienischen Grenze.

Und dort, an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien, war in den letzten Tagen eine Menge los.

Reisen nach Italien: Warum wir das Belpaese lieben

In den allerersten Tagen wollte ich die Grenze zum Belpaese noch nicht überqueren. Zu hoch liegen mir die Corona-Fallzahlen im Piemont und in der Lombardei noch, zu merkwürdig dünkt mich das Bündel der Einschränkungen, das mit der Grenzöffnung am 3. Juni 2020 verbunden war.

Gutschweizerischer Entscheid also: Lieber noch ein bizzli warten.

Reisen nach Italien: Reiseblog derinternaut.ch hat eine Frage an seine Community
Drei Farben, ein Wunsch: Bald wieder ins Belpaese reisen. (Bild: Pixabay)

Wobei aber auch zwei Dinge klar sind: Der Internaut fiebert auf seine erste Italienreise nach der langen Lockdown-Periode hin. Und die Internaut-Community ebenso.

Letzteres weiss ich deshalb, weil die Starken-Strecken aus Milano-Navigli, aus dem urbanen Kraftfeld Milano-Tortona und aus dem Quadrilatero Romano Turin zu den ewigen Lieblingen meiner Leserinnen und Leser gehören.

….und warum uns Italien jetzt braucht

Ja, Italien mag ein Land der vielen Krisen und verpassten Möglichkeiten sein. Aber es ist und bleibt eben auch ein Sehnsuchtsort. Wenn die Bedingungen für eine Italienreise klarer und die Gefahren kleiner sind, sollten wir alle wieder hinreisen.

Italien braucht uns. Wenn wir wollen, dass das Belpaese die Kurve kriegt, sollten wir Hoteliers und Händler, Gastronomen und Kulturschaffende unterstützen. Gerade auch jene kleinen Anbieter in den Innenstädten, die im Lockdown um ihre Existenz bangen mussten. Und wohl noch lange nicht über den Berg sind.

Wenn sie nicht schon vom Berg erschlagen worden sind.

Reisen nach Italien: Du bist der Capo. Oder die Capa

Welches die nächste Starke Strecke aus Italien sein wird, bestimmt für einmal nicht der Internaut. Nein, Du bestimmst es. Oder bestimmst es mit, in der Abstimmung. Weiter unten erfährst Du mehr über dieses bewährte City-Tribunal.

«Bewährt» sage ich deshalb, weil ich 2018 schon einmal zu einer solchen Abstimmung aufgerufen hatte. Aus dem europäischen Septett, das damals zur Wahl stand, wählten die Leserinnen und Leser – Du ahnst es schon – eine italienische City. Turin kam damals in die Kränze.

Bei der aktuellen Abstimmung ist von Beginn weg klar: Es wird eine italienische Stadt gewinnen. Schlicht deshalb, weil im vorgeschlagenen Septett nur italienische Städte zur Verfügung stehen. Und so zeigt sich die Starke Sieben, in alphabetischer Reihenfolge:

Candidato uno: Bologna

Ich muss es gleich zu Beginn sagen: In Bologna war ich noch nie. Und wenn ich den Namen höre, kommt mir zunächst eine leckere Pasta-Sauce in den Sinn.

Und aufs zweite Hinhören dann eine schulische Reform, die den ganzen Kontinent erfasst hat.

Reisen nach Italien: Bologna, im Inneren eines Spezialitätengeschäfts
Bologna: Sauce, Schule, Food-Schlaraffenland (Bild: Pixabay)

Wenn ich dann aber mit Locals rede oder mit Menschen spreche, die schon in Bologna waren, dann wird nicht über Sauce oder Schulreform gesprochen. Dann kommen andere Vorzüge ins Spiel.

Etwa diese: Türme, Arkaden, Piazzi – eine Altstadt von betörendem Charme. Und die Ristoranti und Bars seien, heisst es, schlicht eine Wucht. Spricht also stark für eine Starke Strecke aus Bologna.

Candidato due: Firenze

Nein, der Internaut gehört nicht zur typischen Toskana-Fraktion. Aber natürlich weiss er von der historischen Bedeutung von Florenz. Die Stadt ist eine Art Open-Air-Ausstellung von Kunstwerken der Renaissance.

All das hat Firenze auch den zweifelhaften Ruf einer «overcroweded City» beschert. Was aber aktuell wohl eines der kleineren Probleme der Stadt ist.

Florenz in Abendstimmung
Florenz mit Ponte Vecchio: Gehört auf jede Italia-Bucket-List. (Bild: Pixabay)

Es ist lange her, seit der Internaut zum letzten Mal in Florenz war. Das Thema «Starke Strecke» jedenfalls war bei mir damals noch nicht Top of Mind.

Heute ist es einer meiner wichtigsten Leitmotive bei jedem City-Trip: Gibt es hier Starke Strecken? Ich denke, das müsste zu schaffen sein in Firenze.

Candidato tre: Genova

Ich will ja nicht parteiisch sein oder mein sehr verehrtes Publikum in irgend einer Art und Weise beeinflussen. Nein, das will ich nicht.

Trotzdem möchte ich hier kurz die Werbetrommel rühren für Genua. Aus zwei Gründen.

Genua Hafen
Starke Kulisse. Und sicher auch Starke Strecken: Genua. (Bild: Pixabay)

Erster Grund: Als 2018 die Morandi-Brücke in Genua einstürzte, war für mich bald klar. Wenn dieses wichtige Bauwerk wieder steht, muss Genua endlich einmal eine Starke Strecke erhalten.

Einfach darum, um auch mal wieder good News aus Genua zu senden. In diesen Tagen soll die Brücke wieder befahrbar sein. Zweiter Grund: Schon in der letzten Städte-Abstimmung war Genua im Rennen.

Genua Italien, Stadtansicht mit Regenschirmen in der Höhe
Schafft Genua diesmal den Höhenflug? Die Community bestimmt es. (Bild: Pixabay)

Damals schaffte es Genua hinter Siegerin Turin und dem zweitplatzierten Köln auf den dritten Rang. Dann wäre doch jetzt eigentlich Genua (ich vertippe mich übrigens ständig und schreibe «Genau») ein würdiger Winner.

Aber die Community ist natürlich frei, komplett frei.

Candidato quattro: Milano

Ah, Milano. Das ist diejenige italienisch Stadt, die am nächsten bei der Home-Base des Internauten liegt. Trotzdem ist es für mich immer wieder ein Abenteuer, nach etwa vier Bahnstunden in den Bahnhof Milano Centrale zu treten.

Der erste Espresso, die erste U-Bahn-Fahrt, der erste Anblick des Navglio Grande – unbezahlbar.

Mailand Navigli Quartier Reiseblog Internaut
Mailand Navigli genial – am Kanal. (Bild: Pixabay)

Nun weiss ich natürlich, was die meisten Italien-Kennerinnen und -Kenner sagen: Mailand sagen sie, sei nicht Italien. Nun ja. Das ist ein Satz wie er oft gilt für die grösste Stadt eines Landes. London ist nicht England. Paris ist nicht Frankreich. Und so weiter.

Mir ist das egal. Weil mir dieser Satz genügt: Milano ist Milano.

Candidato cinque: Palermo

Unser Abstecher in den tiefen Süden Italiens: Palermo, Sizilien. Wer dort war, kommt aus dem Schwärmen meist nicht heraus. Und beenden die Schwärmerei meist mit einem Satz, der meinen Starke-Strecke-Radar sofort auf «On» stellt.

«Und dann diese Altstadt!». So geht der Satz, der mir signalisiert: Das muss ein erstklassiges Terroir für eine Starke Strecke sein.

Palermo Altstadt, Ansicht mit Patina
Wer da wohnt? Weiss ich nicht. Wohnen diese Leute an einer Starken Strecke? Weiss ich noch nicht. (Bild: Pixabay)

Ob ich bei der Öko-Fraktion punkten kann mit Palermo, weiss ich nicht. Für diese Reise wird wohl, anders als bei den meisten anderen Kandidaten, ein Hin- und ein Rückflug, also zwei sogenannte «Legs» nötig sein.

Aber Sizilien könnte wohl noch eine weitere Starke Strecke hergeben. Dann wäre es pro Beitrag nur noch ein Leg.

Candidato sei: Roma

Wenn irgendwer eine Handvoll Städetnamen zu Italien nennt, gibt es einen ewigen Favoriten: Rom. Ist ja schliesslich auch die «ewige Stadt». Mit Rom verhält es sich für mich wie bei Florenz. War schon ewig lange nicht mehr dort.

Es steht wohl ausser Frage, dass Rom ein erstklassiges Terrain für eine Starke Strecke wäre.

Rom Trastevere, Abstimmung auf dem Reiseblog www.derinternaut.ch
Rom-Trastevere: Geht von dieser Piazza eine Starke Strecke ab? (Bild: Pixabay)

Sollte Rom das Rennen machen, wüsste ich genau, was ich in Rom zuerst tun würde. Und das hat nichts zu tun mit Trevi-Bunnen,, Kolosseum oder Spanischer Treppe.

Ich würde Buslinie 115 besteigen und mir per cooler ÖV-Stadtrundfahrt erst mal einen Überblick verschaffen. Und dann zustechen wie ein Hühnerhabicht. An einer richtig starken Starken Strecke.

Candidato sette: Torino

Ja, ich weiss, Turin hat schon mal in einem Städte-Schönheitswettberb des internauten gewonnen. Und ja, hier kommt Turin gleich noch einmal.

Warum? Ganz einfach: Weil Turin es verdient.

Martini Arkade in Turin Torino, auf Reiseblog der Internaut
Torino-Tour: Wirklich schon nach Hause? Oder noch auf einen Martini? (Bild: Pixabay)

Es ist doch so: Neben Milano hat Turin bezüglich Städtereisen immer so eine Art Nummer zwei auf dem Rücken. Dabei hat die Stadt am Po eine Menge zu bieten.

Schon als ich auf Recherche für meine erste Starke Strecke in Torino war, da wusste ich: Hier liegt auch eine zweite Starke Strecke drin, irgendwann. Vielleicht jetzt?

Reisen nach Italien: Und wo bleibt Napoli, hä?

Kein Mensch will es sich verderben mit den Leuten aus Napoli. Zuletzt der Internaut. Aber weil Napoli, der jüngste hier erschienene Beitrag der italienischen Starken Strecken war, möchte ich diese zauberhafte Stadt hier nicht in die magische Sieben aufnehmen.

Scusi, Napoli. Und sei gewiss, Du wohl quirligste aller italienischen Metropolen: Aufgeschoben heisst nicht aufgehoben. Schon gar nicht, wenn es um Dich geht, Neapel.

Reisen nach Italien: Abstimmen bis am 12. Juni 2020

Aber jetzt geht es in die Abstimmung. Bis am 12. Juni 2020 kann die Internaut-Community ihre Stimme abgeben. Zum Beispiel gleich hier unten in der Kommentarspalte. Oder auf Facebook oder LinkedIn.

Oder auf der Instagram-Page Starke_Strecke. Oder aber Du sagst es mir, per Mail, SMS oder WhatsApp.

Oder, wie es seit der Lockerung des Lockdowns wieder gut möglich ist: Mündlich.

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