Komm mit nach Torino und ergebe Dich der klassischen Schönheit Norditaliens. Wir schlängeln uns durch eine schmale Turiner Strasse, die viel Freude macht. Vor allem Deinem Gaumen.

In der Regel bestimmt der Internaut ja selber, welche Stadt sich eignen könnte für eine Starke Strecke. Aber jüngst dünkte es mich, dass die Community auch mal selber wählen dürfen sollte, wohin die Reise gehen sollte.

Also schlug ich sieben Städte im näheren Umfeld der Schweiz zur Wahl vor. Im Voting lagen zunächst Köln und Turin fast gleichauf; zum Schluss aber machte dann die Perle des Piemonts das Rennen: Turin.

 

Starke Strecke Turin: Die Video-Vorspeise

 

 

Turin, Torino. Das bedeutet: Caffè schlürfen unter Arkaden. Das Stadion von Juventus Turin besichtigen, das Turiner Grabtuch bestaunen und das Ägyptische Museum durchstreifen. Und, als Sehenswürdigkeiten nicht zu vergessen: Wallfahrten in die allererste Zelle von Eataly. Sowie ein Sonnenuntergang im geschützen Rahmen, jeden Abend garantiert im gleichen Rot.

 

Cafe Torino Turin

Sonnenuntergang, Torino-Style: Cafe Torino unter den Arkaden an der Piazza San Carlo. (Bild: der Internaut)

 

Für alle Freundinnen und Freunde der Starken Strecke heisst es aber auch: Flanieren und Einkehren an einer Strasse, die lokal und regional geprägt ist. Shoppen und Staunen an einer Strasse, die typisch ist für Turin. Eine starke Strada, die nicht globalisiert ist. Ein Geheimtipp also, den man typischerweise nicht so eben auf den ersten Blick entdeckt. Du, da hab ich was für Dich.

 

Via Giuseppe Barbaroux Torino

Blauer Himmel über unserer Starken Strecke: Via Giuseppe Barbaroux, Turin. (Bild: der Internaut)

 

Unsere Starke Strecke Turin ist die Via Giuseppe Barbaroux. Sie führt durch das historische Stadtviertel Quadrilatero Romano und ist vom touristischen Zentrum her in wenigen Gehminuten zu erreichen. Die Barbaroux ist eher tag- als nachtaktiv und lebt auch stark von vielen Quersträsschen.

Da und dort begegnen wir auch mal einem blinden Schaufenster oder ein paar verbarrikadierten Türen. Aber stets taucht auch wieder Neues auf in dieser Strasse. Wer handgezogene Grissini mag, Trüffel, Pasta und Polenta, der ist hier richtig. Wer gerne mal in eine Nebenstrasse guckt oder sich in einen Hinterhof wagt, ebenfalls.

Torino Via Giuseppe Barbaroux

Bummeln, Tratschen, Degustieren. Und sempre Handyfonieren: Strassenszene in der Via Giuseppe Barbaroux, Turin. (Bild: der Internaut)

 

Ein Kaffeehalt

Turin Bar Perotti

Draussen Caffè schlürfen bei jedem Wetter: Boxenstopp in der Bar Perotti. (Bild: der Internaut)

 

Die Via Giuseppe Barbaroux ist zwar eine Open-Air-Strecke. Aber ein paar Meter Arkadengang, das bietet sie. Erste Adresse hier ist die Bar Perotti. Nein, es ist keine der opulenten klassischen Bars, wie wir sie weiter unten im Text noch kennen lernen werden. Aber die Bar Perotti hat definitiv den Bogen raus. Sie ist schon Jahrzehnte im Business, macht einen soliden Job und serviert einen guten Caffè. Und dazu etwas Verwandtes, wie Du gleich lernen wirst.

Eine Kaffee-Spezialität: Bicerin

Bar Perotti Bicerin Via Giuseppe Barbaroux Turin

Cremiger Bicerin, wie hier serviert in der Bar Perotti, weckt die Geister. Und besänftigt die Seele. (Bild: der Internaut)

 

Natürlich will ich Dir in Sachen Caffè, Kafi und Käffchen nicht dreinreden. Trink, was Dir gut tut, trink was Dir gefällt. Aber einen schönen Bicerin solltest Du im Piemont schon mal probieren. Diese Turiner Spezialität vermählt in einem Glas Espresso, Vollmilch und Kakao. Ich hab die Kalorien nie gezählt. Aber ich denke, es reicht für ein ganzes Frühstück aus. Also für ein erstes und ein zweites. Unverschämt gut!

 

Ein Shop

Via Giuseppe Barbaroux Turin

Seit über 130 Jahren am Platz. Und hoffentlich noch viele Jahre mehr: Traditionsreicher Laden von Perruquet an der Via Giuseppe Barbaroux. (Bild: der Internaut)

 

Brot und Käse, Grissini und Salami, Eier und Butter: So einfach kann das piemontesische Leben sein. Und so hübsch eingerichtet. Bei Peruquet ist das seit 1882 Programm. Leider gibt es Gründe, die ein weiteres Fortbestehen gefährden: Die Krise nagt, der Konsument deckt sich lieber beim Discounter ein. Grund genug, einem solch charmanten Dinosaurier des Einzelhandels Sorge zu tragen. Wie man das am besten und effektivsten tut? Ganz einfach: Indem man dort einkauft.

Noch ein Shop

Hut und Boot. Ja genau, so lässt sich das Angebot von La Staffa auf eine Kürzestformel bringen. Hüte und Stiefel, das kann und lebt man hier.

 

Ein Mitbringsel. Oder besser gleich zwei

Via Giuseppe Barbaroux Torino

Kleine Dose, grosser Ge-nuss: Salsa die Noci von der Via Giuseppe Barbaroux, Torino. (Bild: der Internaut)

 

Ja natürlich, Turin liegt im Piemont. Aber an der Via Giuseppe Barbaroux gibt es auch eine ligurische Enklave. In Form des kleinen Ladens Maniman. Dort haben wir uns eine Portion Nuss-Sauce geschnappt. Schmeckt herrlich zu Pasta jeder Art, mit etwas Butter veredelt sogar noch besser. Eingetütet für 5.50 Euro.

 

Torino Via Giuseppe Barbaroux

Frech geparkt und schon mit Schreibwerkzeug betankt: Ein Mitbringsel aus der Via Giuseppe Barbaroux. (Bild: der Internaut)

 

Mit dem VW-Bus durch die schmale Via Giuseppe Barbaroux navigieren – das ist nur etwas für hartgesottene Automobilisti. Ganz anders verhält es sich mit unserem Mitbringsel: Ein VW-Bulli aus Karton, der sich zum Büro-Organisator zusammenbauen lässt. Ist es ein Frevel, aus der Fiat-Stadt Turin einen VW-Bus heimzubringen? ich finde, das geht. Vor allem auch, weil der Wagen gar kein Volkswagen-Logo trägt . Sondern das Piece-Zeichen. Mitgefahren für 15 Euro bei Pop Heart.

Ein Museum

Das Museum an der Via Giuseppe Barbaroux ist gleich doppelt interessant: Erstens einmal hätte man ein Wirtschaftsmuseum (gesponsert von einer lokal verankerten Grossbank) kaum erwartet an dieser Adresse. Doch so ist es. Das Museo del Risparmio liegt just an unserer Starken Strecke. Zweite Überraschung: Es ist viel grösser, als man denkt. Hier drin wird man an vielen Stationen spielerisch ins Geschehen der Wirtschaft eingeweiht. Einen Spartipp – also ein echtes Risparmio – kann ich hier gleich weitergeben: Der Eintritt kostet in der Regel acht Euro. Aber am ersten Samstag im Monat kommt man umsonst rein. Schon wieder acht Euro gespart! Wo man die ganz gut ausgeben kann, folgt jetzt gleich.

Eine Mahlzeit

Rund ein halbes Dutzend Ristoranti sind an der Via Giuseppe Barbaroux placiert. Wer auf solide regionale Kost setzt, wird in der Cantine Barbaroux gut bedient. Man kennt und schätzt hier vor allem auch den Umgang mit dem piemontesischen Gold, den Trüffeln.

Etwas verrückter und experimenteller geht’s im Santa Polenta zu und her. Der Name verrät es: Hier wird das einstige Armeleute-Essen aus den Bergen, die Polenta, neu interpretiert. Und zwar auf sehr schmackhafte Art und Weise. Ein Restaurantbesuch, der Freude macht. Und dazu ermuntert, sich auch zu Hause wieder einmal an eine Polenta zu wagen.

Aber wie gesagt: Da sind noch mehr Ristoranti an unserer Starken Strecke. Glaub mir: Sie selber zu entdecken, macht ebenso viel Spass wie dort einzukehren.

Ein Drink

Wie gesagt: Die Via Giuseppe Barbaraoux ist nicht unbedingt die Strasse der Nachteulen. Aber in den Nebenstrassen tut sich immer etwas. In unserem Falle kann es eine gute Idee sein, in die Via Stampatori einzubiegen und sich dort einen Drink im munteren Bazaaar zu genehmigen.

Ein Instagram-Moment

Turin Via Giuseppe Barbaroux

More, Más, Plus: Mit diesem Post machst Du bestimmt mehr Likes. Gesehen an der Piazetta Andrea Viglongo. Das Plätzchen liegt am gleichen Strässchen, wo ich Dich für einen Drink hingeschickt habe. (Bild: der Internaut)

 

Die Anreise

Mit Tram Nummer 4 oder den Buslinien 11, 19, 27, 51, 57 oder 92 zur Station Monte di Pietà. Ein paar Schritte von der Haltestelle entfernt liegt das Museo die Risparmio. Was für Dich bedeutet: Du bist jetzt mittendrin in der Action.

Starke Orte in Gehdistanz

Wer auch nur ein bisschen Interesse zeigt an der Ägyptologie, der muss ins Museo Egizio. Eines der grossen Highlights in Turin. Und ganz nahe bei unserer Starken Strecke gelegen.

Italien ohne Gelati? Geht ja gar nicht. Vor allem wenn nahe unserer Starken Strecke mit der Gelateria Pepino jenes Lokal steht, wo gemäss der Legende das Es am Stiel erfunden worden sein soll.

Caffè schlürfen in einem historischen Lokal – das gehört einfach zu einem Turin-Trip. Zum Beispiel im Café Torino, das weiter oben in diesem Blogpost schon einmal mit hochrotem Martini-Werbelogo aufleuchten durfte.

Nach so viel Bodenhaftung ist es auch mal Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Dazu schlage ich das Gebäude Mole Antonelliana vor, das etwas zehn Gehminuten von unserer Starken Strecke entfernt liegt. Mit seinen 167.5 Metern Höhe gehörte das eigentümliche Gebäude einst zu den ganz Grossen der Welt. Dann noch zu den ganz Grossen Europas. Und heute ist es immer noch einen Besuch wert. Nicht zuletzt deshalb, weil im Wahrzeichen von Turin auch das das Museo Nazionale del Cinema eingebaut ist.

Torino, Via Giuseppe Barbaroux

Walk like un Egiziano: Unser Starke Strecke, die Via Giuseppe Barbaroux, ist nur wenige Gehminuten entfernt vom berühmten Ägyptischen Museum (angezeigt im rechten unteren Quader der Karte) in Turin. 

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