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Travel Tech: Was ich mir 2022 w-w-wünsche

Datum

6. Januar 2022

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Home 9 Tourismus 9 Travel Tech: Was ich mir 2022 w-w-wünsche

Nur einen Cruise-Abschnitt mitfahren. Eine App für alle Verkehrssysteme. Und fünf Dinge mehr: Was ich mir bezüglich Travel Tech fürs neue Jahr wünsche.

Weniger Corona. Mehr Reisefreiheit. Das wären zwei meiner drei Reisewünsche für Dich, 2022. Der dritte Wunsch geht an all die Travel Tech Profis da draussen.

Die Reisewelt ist zwar voll von guten Web- und App-Anwendungen. Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Diese sieben Dinge wünsche ich mir für das nahtlose Reise-Erlebnis.

Travel Tech Wunsch 1: Der Sunfinder

Ja, ja, ich weiss: Wer «Nebel» von hinten her liest, stösst auf das Wort «Leben». Trotzdem muss ich sagen: Auf ein Leben mit Nebel kann ich gut verzichten.

Leider aber werden unseren Breiten immer mal wieder von einem dicken grauen Tuch geplagt. Erstklassige Reise-Technologie könnte uns da einen Ausweg bieten, finde ich.

Travel Tech Wunsch Nummer eins: Eine App, die uns zur Sonne über dem Nebel führt. Und zu einem Tisch
Travel Tech müsste es richten: Wie komm ich jetzt möglichst schnell an die Sonne? (Bild: Pixabay)

Was ich mir wünsche, ist ein Tool, das wahlweise Sunfinder oder Fog-Breaker heissen könnte. Eine App, die mir in einem selbst gewählten Umkreis einen Ort zeigt, wo die Sonne scheint.

Praktischerweise weist mir die App gleich auch den Weg dorthin. Und erlaubt es mir, in einem Restaurant einen Open-Air-Tisch zu buchen. Einem mit Sonne, bitte schön.

Das automatische Ticket-System für alle Städte dieser Welt

Am Anfang war ich skeptisch: Kann man einfach in irgendeinen Schweizer Zug einsteigen und sein Ticket per Knopfdruck aktivieren?

Genau dies postuliert das System Easyride. Beim Einsteigen nach rechts wischen, beim Aussteigen nach links – schon ermittelt das System die Fahrkosten und belastet sie der hinterlegten Kreditkarte.

Travel Tech Easyride SBB
Beim Einsteigen nach rechts swipen, beim Aussteigen nach links: Travel ohne Ticket ist schön. (Bild: Screenshot SBB App)

Mittlerweile hat meine Skepsis Begeisterung Platz gemacht. Fast all meine Schweizer Reisen lege ich per Easyride zurück, das System funktioniert zuverlässig. Ein Traum von Travel.

Was in mir einen Travel Tech Wunsch weckt: Wäre das nicht weltweit möglich? Oder zumindest in allen grossen Städten dieser Welt?

Ticketautomat Berlin
Kurzstrecke A? Oder B oder C oder wie oder was? OMG, ich hab genug davon. (Bild: Selina Güntert)

Wie schön könnte das urbane Reiseleben sein, wenn man weltweit einfach einsteigen und das Smartphone die ganze Ticket-Arbeit machen würde.

Nie mehr Zeit am Ticketautomaten verlieren. Frei Fahren. Liebe Travel Techies: Wann baut Ihr mir das Uber für den Öffentlichen Verkehr? Bitte die Funktion für alle urbanen Velo-Mietsysteme nicht vergessen.

Travel Tech für den Bauch: Der Pasta-Finder

Wenn ich international auf Reisen bin, probiere ich immer gerne, was die lokale Küche zu bieten hat. Aber nach drei Tagen meldet sich ein Wunsch, der stärker ist als die ganze Lokal-Lukullika.

Der Wunsch geht so: Jetzt möcht ich gern mal wieder Pasta essen.

Pasta Finder Wunsch Reiseblog der Internaut
Was der Pasta-Finder finden soll? Pasta. Und basta. (Bild: Unsplash)

Die Pasta-Finder-App stelle ich mir als verschlanktes Tripadvisor vor, ergänzt mit einer Karten-Anzeige: An jedem Ort der Welt wird mir das nächste Lokal mit gutem Pasta-Angebot aufgezeigt.

Natürlich könnte man dabei nach Saucen und Pastaform filtern. Logo, dass per hinterlegter Kreditkarte schon bei der Bestellung bezahlt werden kann. Klar, dass man auch mit Pasta beliefert werden kann.

Der Go-Kart-Rollkoffer

Als ich mich kürzlich mit Mobilitäts-Profi Benedikt Weibel über Nachtzüge unterhielt, kam die Sprache so ganz nebenbei auch aufs Thema Rollkoffer.

Ex-SBB-Chef Weibel untersuchte die weltweite Genesis der Mobilität und kam dabei zu diesem Ergebnis: «Von all den beschriebenen Innovationen hat der Rollkoffer wohl die beste Kosten-Nutzen-Bilanz.»

Modobag Rollkoffer zum Draufsitzen und fahren. Einer meiner Travel Tech Wünsche
Auf dem Koffer durch Flughafen und City surren. Das verspricht der Modobag. Hast Du je einen gesehen im richtigen Leben? (Bild: Flickr)

Aber der Rollkoffer könnte bestimmt noch mehr: Neben Gepäck auch Menschen transportieren. Und so freute ich mich sehr, als 2016 das Crowdfunding für den «Modobag» startete.

Seither sah ich zwar viele Bilder vom sogenannten «World’s First Motorized, Rideable Luggage». Aber in der echten Welt sah ich das Teil noch nie. Könnten vielleicht die Damen und Herren der Victorinox-Gepäckabteilung hier mal etwas Taugliches liefern?

Travel Tech: Der weltweite Echtzeit-Kulturfinder

Es ist ein ganzes Weilchen her, als ich auf diesem Blog dieses touristische Akronym erfunden habe: ROFZ. Ausgedeutscht: Richtiger Ort, falsche Zeit.

Tatsächlich passiert es nicht nur mir oft auf Reisen: Man ist an einem coolen Ort, hört von einer spannenden Veranstaltung – und erfährt dann, dass alles schon wieder vorbei ist. ROFZ.

Las Vegas Boulevard Strip: Reiseblog Internaut plädiert für einen Echtzeit-Kulturfinder.
Was ist da jetzt rechts aussen los, genau jetzt? Der Echtzeit-Kulturfinder müsste es wissen. (Bild: Pixabay)

Was da helfen könnte, wäre ein Echtzeit-Kulturfinder. Als App auf dem Smartphone. Damit könnte man irgendeine Strasse entlanggehen und erhielte das kulturelle Angebot in der Umgebung angezeigt.

Komplett mit kleinem Trailer, Information über die Ticketpreise und – verknüpft mit Google Maps – weitere Angebote in der Gegend. Natürlich alles gleich mit einer Buchungsfunktion. Wär doch was, oder?

Travel Tech an der Spiaggia: Last Minute Bagnino

Eine meiner Reisen im Jahr 2021 führte mich an die ligurische Küste. Ah, malerisches Italien. Und: Uff, höllische Mietpreise für einen Liegestuhl und einen Sonnenschirm am Strand.

In der Regel wollten die Bagnino-Bosse der Internautin und dem Internauten 45 oder 50 Euro für einen Nachmittag an der Spiaggia abknöpfen. Einmal verlangte einer sogar 75 Euro. Crazy.

Bagnino in Lido di Jesolo
Viele Plätze frei? Dann muss der Preis runter. Auch in Lido di Jesolo. (Bild: Unsplash)

Nach Rückkehr half mir dieser Artikel im «Tages-Anzeiger», die ökonomische Welt der Bagnini zu verstehen. Was mich auf eine Idee brachte. Die Welt, oder zumindest Italien, braucht eine Bagnino-App.

Diese würde in bester Last-Minute-Manier zeigen, wo es noch freie Plätze hat. Und zu welchen Preisen. Diese sollten – gemäss dem Gesetz der dynamic Pricing – spätestens nach dem Pranzo sinken. Massiv.

Nur einen Kreuzfahrt-Abschnitt mitfahren

Warum muss man eigentlich gleich eine ganze Kreuzfahrt buchen? 4 Tage, 7 Tage, 14 Tage? Mir würde ein Tag genügen.

Mein Wunsch: Im Rahmen eines längeren Europa-Roadtrips einfach mal einen Tag und eine Nacht mitschippern, zum Beispiel von Neapel nach Palermo. Und dann wieder weiter über Land.

Travel Tech Kreuzfahrt warum nicht nur für einen Tag, Costa?
Nur mal eine Strecke mitschippern: Hey Costa, warum geht das nicht? (Bild: Costa Crociere)

Bei Flixbus ist es möglich, nur einen Streckenabschnitt zu buchen. Eine Ferienwohnung kann ich statt einer Woche auch mal für nur eine Nacht reservieren.

Aber nur mal eine einzige kurze Kleinstroute buchen? Meines Wissens gab es ein solches Angebot mal von der mittlerweile untergegangenen EasyCruise. Doch warum geht das heute, im Jahr des Herrn 2022, nicht?

Travel Tech: Warum es den Cruise-Einnächter (noch) nicht gibt

Wer als Journalist unterwegs ist, hat eine Lizenz. Die Lizenz zu fragen. Also habe ich bei den Spezialisten von Costa Crociere nachgefragt, weshalb es den Cruise-Einnächter nicht gibt.

Und darauf diese Antwort erhalten: «Unsere Kreuzfahrten sind als 7-tägige Reisen oder länger gestaltet und entsprechen damit der Nachfrage und Wünschen unserer Kunden.» Und weiter heisst es:

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«Eine Kundennachfrage nach einzelnen Teil-Strecken-Reisen ist bei uns dahingehend nicht vorhanden.

Für Gäste, die eine Kurzreise machen oder Kreuzfahrtluft schnuppern möchten, bieten wir Mini-Kreuzfahrten von drei oder vier Tagen an. Mit Überstellungsfahrten haben unsere Gäste auch die Möglichkeit, eine Strecke ihrer Reise mit dem Kreuzfahrtschiff zurückzulegen.»

Travel-Tech: Und was wünschst Du Dir?

Der Internaut will aber nicht drei oder vier Tage cruisen. Sondern nur einen Tag. Und natürlich will ich das per App buchen können, mit voller Routen- und Preistransparenz. Traveltech at its best. Wirklich zu viel verlangt, 2022?

Jetzt hab ich fertig gewünscht. Nun hat die Internaut-Community das Sagen. Und das Wünschen: Welche Innovation zum Thema Reisen und Tourismus sollten die Techies Deiner Meinung nach endlich anpacken?

Bonus-Track: Ein einfacher Wunsch, den alle haben

Als Bonus noch ein Wunsch, den ganz sicher nicht nur ich hege. Nicht fancy, nicht ausgeflippt, sondern eigentlich ganz selbstverständlich.

Eine Plattform, auf der sich Routen und Preise internationaler Bahnreisen vergleichen lassen.

Hauptbahnhof Zürich: Wann kommt sie, die Online Plattform für internationale Bahnreisen?
Bitte aufgleisen! Wann kommt die Online-Plattform für internationale Bahnreisen? (Bild: Internaut)

Was in der Fliegerei längst Alltag ist, bringen die Bähnler aller Länder nicht hin. Wohl auch deshalb, weil die meisten Bahnen staatlich gelenkt und bezüglich IT unterschiedlich aufgestellt sind.

Vermutlich wird ein wirklich gutes System gar nicht von den Bahnen selber kommen. Sondern von Leuten wie Google oder Booking. Oder von einem Startup wie SimpleTrain.

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

Kommentare

2 Kommentare
  1. Regula Keller

    Das automatische Ticket-System für alle Städte dieser Welt:

    Hallo lieber Herr Güntert
    Ist schon eine Weile her und seither lese ich gerne Ihren Travel-Blog.
    Also dieses Ticket-System weltweit ist schon in vielen Regionen Europas bereits im Einsatz und im Testmodus in einigen Ländern: Fairtiq (ist das, was bei Easyride hinterlegt ist). Die Vision ( https://fairtiq.com/de-ch/ueber-uns/unsere-vision-fairtiq) kommt Ihrer sehr nahe. 😊
    Ist also auf gutem Weg zur weltweiten Realisierung…..brucht halt no chli Geduld.
    Falls Sie mehr darüber wissen wollen, kann ich gerne den Kontakt zum CEO vermitteln, er ist mein Cousin.
    Liebe Grüsse
    Regula Keller

    Antworten
    • Andreas Güntert

      Metci fürs Feedback! Kenne natürlich Fairtiq, aber in vielen ausländischen Grossstädten ist das noch nicht verfügbar, oder? Spreche gern mal mit dem CEO, freue mich über eine Intriduction, Gruss. -der Internaut/

      Antworten

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