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Nebelfotos: Drei Tipps für stimmungsvolle Fog Photography

Datum

9. Dezember 2023

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Ärgere Dich nicht über Nebelwetter – fotografiere es! Mit diesen 3 einfachen Ratschlägen fischst Du per Smartphone schöne Bilder aus der Nebelsuppe.

Nebel klingt nach Melancholie und mieser Laune. Nebel trübt die Sicht und färbt die Seele dunkel ein.

So könnte man klagen. Tun wir aber nicht. Wir freuen uns am Nebel. Schnappen unser Smartphone und rücken aus – um starke Nebelfotos zu schiessen. Cooler gesagt: Wir üben uns in «Fog Photography».

Mit drei einfachen Tipps zu stimmungsvollen Nebelfotos

Hast Du Nebel schon mal rückwärts gesagt? Genau, dann heisst es «Leben».

Wie Du mit 3 einfachen Ratschlägen tolle Nebelbilder schiesst, das zeigt Dir hier Internaut-Gastautor Michael Kunz. Foto-Weiterbildung bei trübem Wetter? Könnte man so sagen. Wir sagen lieber: Nebel-Bildung.

Der Reiz der Nebelfotografie

«Fog photography» heisst ein Trend unter Knipsern weltweit, der besonders zur kalten Jahreszeit immer wieder die Feeds auf Instagram und Pinterest mit teils spektakulären Bildern von verschleierten Landschaften und mystischen Aufnahmen durch das triste Grau hindurch füllt.

Falls Dich diese Art der Fotografie auch interessiert, bist Du hier richtig: Denn in diesem Beitrag möchte ich Dir drei einfache Ideen und Ansätze mitgeben, sodass Dir tolle Aufnahmen im Nebel gelingen. Auch aus der warmen Stube heraus.

Starke Bilder in trübem Licht komponieren

Dass für gelungene Bilder erst einmal kein spezielles Equipment nötig ist, das hat der Internaut bereits in seinem Beitrag zur Vorbereitung für bessere Ferienfotos gezeigt.

Dieser Grundsatz gilt auch für die Nebelfotografie. Um wirklich schöne Aufnahmen zu erhalten bist Du mit Deinem Smartphone vermutlich bereits ausreichend ausgestattet. Denn viel wichtiger als technische Nuancen teurer Kameras ist für eine starke Aufnahme in erster Linie deren Komposition. Und dazu kannst Du Dir drei Eigenschaften des Nebels zu Nutze machen, die viele Menschen normalerweise an ihm beklagen.

Tipp 1 für Nebelfotos: Reduce to the Max

Nebel schränkt die Sicht ein. Die Tatsache, dass die Nebelsuppe vor unseren Fenstern im Herbst und Winter die ganze Welt zu verschlingen scheint, versetzt so manchen in den Winter-Blues.

Allerdings kannst Du diese Eigenschaft des Nebels auch nutzen, um stimmungsvollere Aufnahmen zu erschaffen. Profis nennen diese Art der Bildgestaltung auch «minimalistische Fotografie».

Nebelbilder Ratgeber für bessere Fotos
Nebelbild in voller Blüte: Durch viel Leerfläche – auch negativer Raum genannt – rückt Dein Motiv in den Fokus. (Michael Kunz)

Bei einer minimalistischen Aufnahme imitierst Du einfach das, was der Nebel tut: Du schränkst die Sicht des Betrachters ein, indem Du in Deinem Bild die Anzahl der Elemente auf ein Minimum reduzierst.

So fängst Du auf Fotos nicht nur hervorragend das allseits bekannte Nebel-Feeling ein, sondern lenkst durch eine geschickte Bild-Komposition auch das Auge auf dasjenige Element, das Du festhalten willst.

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Wenn Du auf Deinem Winterspaziergang oder vom Wohnzimmerfenster aus also ein Motiv siehst, welches Du einfangen willst, versuche es in Deinem Bild zu isolieren.

Wähle einen anderen Aufnahmewinkel, gehe oder zoome näher an Dein Motiv heran, oder warte bis Nebelschwaden störende Elemente in Deinem Bild verdecken.

Ratschlag 2 für die Nebelfotografie: Finde die Lichtquelle!

Nebel streut das Licht. Hast Du Dich schon einmal gefragt, wieso es bei Nebel draussen merklich dunkler ist? Das liegt daran, dass die feinen Wassertröpfchen in der Luft das Licht der Sonne weit streuen.

Je dichter der Nebel, desto grösser die Streuung. Und das hat zur Folge, dass umso weniger Licht den Boden erreicht. Auch diese Eigenschaft des Nebels kannst Du Dir beim Fotografieren zu Nutze machen.

Berggipfel der Schladminger Tauern im Nebelmeer
Es geht auch von oben: Am Beispiel der Berggipfel der Schladminger Tauern, sorgt das Nebelmeer dafür, dass nur noch drei wesentliche Elemente im Bild enthalten sind. (Michael Kunz)

Willst Du nämlich für ein Foto einen richtig mystischen Effekt in Deinen Bildern festhalten, brauchst Du Dir draussen in der Natur nur eine Lichtquelle zu suchen, die es eben doch schafft, die dicke Nebelsuppe zu durchdringen.

Besonders eignen sich die beleuchteten Fenster von Häusern am Abend oder in der Nacht. Aber auch die grösste Lampe von allen – unsere Sonne – sorgt morgens und abends für spektakuläre Lichtspiele, wenn ihre Strahlen durch den Dunst brechen oder eine Nebelwand von der Seite beleuchten.

Nebelfotos Ratgeber von Michael Kunz
Michael Kunz. (zvg)

Unser Mann im Nebel: Michael Kunz

Internaut-Gastautor Michael Kunz liegt in den letzten Zügen seines Kulturwissenschaften-Studiums an der Uni Zürich. Nebenbei ist er als Hobbyfotograf unterwegs, der sich am liebsten Sujets aus Berg- und Tierwelt vor die Kamera holt.
Die Resultate seiner Streifzüge teilt er auf Instagram. Zudem ist er als leidenschaftlicher Foodie und Gamer in der virtuellen Welt auch mit seinem eigenem Blog Kunzstück unterwegs.

Wichtig für stimmungsvolle Nebelfotos per Smartphone ist allenfalls, dass Du besonders hartes Licht in Deinem Bild vermeidest. Besonders bei Gegenlicht kann der grell erleuchtete Nebel schnell einmal dazu führen, dass Deine Aufnahme überbelichtet ist.

Wenn Deine Smartphone-Kamera einen manuellen Modus zur Regulierung der Belichtungszeit besitzt – und Du mit diesen Werten umzugehen verstehst – ist es eigentlich auch egal, wie die Lichtverhältnisse rund um Dein Motiv sind. In diesem Fall passt Du schlicht und einfach die Einstellungen Deiner Kamera an.

Tipp 3 für Nebelbilder: Schwarz-Weiss Denken. Und fotografieren

Nebel ist farblos. Da natürlicherweise weniger Licht durch dichten Nebel gelangt, wirkt die Welt darunter trist und grau. Was der lebhaften Seele schnell einmal aufs Gemüt schlägt, freut Fans ausdrucksstarker Schwarz-Weiss-Fotografie.

Aufnahmen in Schwarz-Weiss sind mit jedem modernen Smartphone möglich. Bei gewissen Handys findet sich direkt in der Kamera-App ein eigener Modus dafür, bei anderen lässt sich eine normale Aufnahme per Bearbeitung in der Galerie ganz einfach in ein Schwarz-Weiss-Bild verwandeln.

nebelfotos in schwarz-weiss tipps und tricks
Trübes Wetter? Aber nicht doch. So veredelt und dramatisiert Nebel Dein Bild und lässt einen mystischen Wald entstehen. (Michael Kunz)

Möchtest Du farblose Aufnahmen im oder von Nebel erstellen, ist es besonders wichtig, dass Du die Lichtverhältnisse in Deinem Bild beachtest. Suche Dir ein Motiv, das sich durch starke Farb- oder Licht-Kontraste von den anderen Elementen Deiner Aufnahme absetzt.

Nutze den Nebel als weisse Leinwand, auf der Dein Motiv beispielsweise als Silhouette zur Geltung kommt. Das verschafft Deinen Fotos einen noch stärkeren und auch etwas geheimnisvollen Auftritt.

Nebelfotos komponieren: Motiv neu positionieren

Doch auch ein gut erkennbares Motiv führt bei Aufnahmen in Schwarz und Weiss noch zu keinem interessanten Bild, wenn es nicht in eine spannende Bildkomposition eingebunden ist.

Ich kann Dir deshalb nur empfehlen, beim Fotografieren verschiedene Dinge auszuprobieren!

Nebelfotos Aufnahmen finden und verbessern
Aufnahme im Nebel: Ein gut platziertes Motiv wie dieser Strommast in Cavorgia, Graubünden, macht Lust aufs Betrachten. Weil: geheimnisvoll. (Michael Kunz)

Versuch doch einmal, Dein Motiv statt in der Mitte, am unteren Rand Deines Bildes zu positionieren. Und was passiert eigentlich, wenn eine Szene per Smartphone im Quer- statt im Hochformat abgelichtet wird?

Möglicherweise passiert dies: Deine Nebelaufnahme kommt plötzlich zu neuem Leben.

Nebelfotografie einfach gemacht: Fazit

Wenn Du nun auf Anhieb bessere Bilder von und im Nebel aufnehmen möchtest, brauchst Du Dich nur an den Eigenschaften zu orientieren, die eine solche Nebelsuppe eben mitbringt: Sie schränkt die Sicht ein, sie bricht das Licht und sie ist trist und farblos. Keine grosse Hexerei.

Im Kern unterscheiden sich «Fog Photography» und andere Formen der Fotografie nämlich nur im Motiv. Gelungene Aufnahmen erzielst Du in erster Linie über ansprechende Bildkompositionen, wobei Du für Deine Aufnahmen eigentlich nicht viel Wissen über Kamera und Aufnahmetechnik brauchst.

Der gotische Zwiebelturm der katholischen Kirche in Gröbming Steiermark Österreich an einem Tag mit viel Nebel
Nebelfotos komponieren: Manchmal braucht es für das Salz in der Nebelsuppe nur ein einziges Objekt. So wie hier der gotische Zwiebelturm der Katholischen Pfarrkirche von Gröbming, in der Steiermark, Österreich. (Michael Kunz)

Allerdings wirst Du merken, dass Du mit ein wenig Übung und durch ständiges Lernen immer bessere Aufnahmen von Deinen Foto-Streifzügen zurückbringen wirst. Erfahrung ist beim Fotografieren wohl die wichtigste Komponente in Deinem Werkzeugkasten.

Und am besten füllst Du diesen, indem Du einfach mal losziehst und Dich an verschiedenen Techniken und Motiven versuchst. Lass Deiner Kreativität freien Lauf. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spass beim Knipsen!

Nebelkarte verwenden bei der Planung für Nebelfotos

Nun willst Du wohl noch wissen, wie Du Deine Nebelbilder-Streifzüge möglichst gut planen kannst. Dazu kehrst Du einfach das um, wonach die meisten Menschen im Winterhalbjahr trachten: Möglichst viel Sonne tanken.

Wenn Du Dir den Internaut-Beitrag zur Schweizer Nebelkarte anschaust, gehst Du strikt reziprok ans Werk. Viele andere suchen den Bereich, in dem «Kein Nebel» steht. Du nicht. Dein Leben beginnt an allen anderen Orten. Dort, wo die Nebelschwaden wabern. Und also dort, wo gute Sujets, Motive und Aufnahmen auf Dich warten.

So nützen Dir Pfützen: Puddle Photgraphy

Was wir in der Nebelsaison – aber auch ganzjährig – oft antreffen auf Reisen: Pfützen aller Art. Und auch das bietet fotografische Chancen. Im Jargon: Puddle Photography, also Pfützenfotografie.

Wer die Spiegelungseffekte gekonnt einsetzt, kann daraus originelle Bilder machen. Hier kommen drei einfache Tipps für Dein Smartphone, um aus Regenpfützen stimmungsvolle Fotos zu machen.

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

[email protected]

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

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