In eigener Sache: Der Internaut startet zusammen mit Silvia Schaub das Online-Portal Slow in the City. Eine Mission für genussreiches Reisen abseits der Hotspots.
Städtereisen – ein Klassiker unter all den vielen Reise-Formeln. Gerade in Europa bieten Citytrips bezüglich Kultur, Kulinarik und urbaner Vielfalt unzählige Möglichkeiten für erlebnisreiche Aufenthalte.
Ein verlängertes Wochenende in Paris, Wien oder Milano – wer würde da nicht sofort losreisen?
Mit den touristischen Steigerungsraten, wie wir sie seit Ende der Pandemie sehen, haben in beliebten europäischen Städten aber auch Dichtestress, Druck und Hektik zugenommen. Nicht nur für die Einheimischen – sondern auch für Besucherinnen und Besucher. Das Wort vom «Overtourism» macht die Runde.
Slow in the City führt weg von den üblichen Hotspots
Wenn sich in den City-Hotspots Touristen-Horden ballen, weicht das gesuchte authentische urbane Flair einem Rummel, der vielen Besucherinnen und Besuchern die Laune verdirbt.
Die ersehnte kleine Auszeit droht in grosse Hektik auszuarten.

Hier kommt die Schweizer Online-Plattform Slow in the City ins Spiel. Das neue digitale Reise-Angebot will den Code der Städtereise neu schreiben. Weg von den üblichen Hotspots, hin zu Gegenden, die nicht überlaufen sind und ihren urbanen Charme wahren.
Der Claim dazu lautet: Reisen mit Zeit und Seele.
Silvia Schaub und Andreas Güntert sind Slow in the City
Hinter Slow in the City stehen die erfahrene Journalistin Silvia Schaub und der langjährige Reiseblogger Andreas Güntert aka der Internaut. Die neue Plattform startet mit den Städten Paris und Milano; im weiteren Verlauf des Lancierungsjahres 2026 folgen Hamburg und Wien. Und später dann können Leserinnen und Leser mitbestimmen, welches die nächsten Städte sein sollen.
Wie Slow in the City reüssieren will und welches Geschäftsmodell damit verbunden ist, erzählen Silvia Schaub und Andreas Güntert im Internaut-Startup-Interview.

Welches Problem löst Euer Startup?
Silvia: Städte sind heute oftmals Opfer des geballten Touristen-Ansturms: komplett überlaufen, verstopft, hektisch. Slow in the City ist das Gegenprogramm zum Overtourism. Wir zeigen Städtereisen mit Zeit und Seele.
Andreas: Zeit und Seele bedeutet: Mit uns kommst Du richtig an in der Stadt, tauchst ein, erlebst authentisches City-Feeling – ohne Stress und Gedränge. Slow in the City sorgt dafür, dass die Userinnen und User weder Täter noch Opfer des Overtourism werden.
Wie tut das Slow in the City konkret?
Andreas: Während die Massen zu den üblichen Sehenswürdigkeiten drängen, versteht sich Slow in the City als die Antithese dazu – ruhige Rückzugsorte in einer Stadt, die eigentlich gerade aus allen Nähten platzt. Um diese Orte zu finden, reisen wir oft in «unsere» Städte und lernen diese auch mit tatkräftiger Hilfe von Locals so gut kennen, dass wir mit Vorschlägen und Reportagen aufwarten können, die man nicht überall findet. So hält unser Portal auch Tipps für Leute bereits, die schon öfters in der betreffenden Stadt waren.
Silvia: Wir zeigen Städte, wie sie andere nicht zeigen. Zum Beispiel mit der Rubrik «10 000 Schritte», die unsere Userinnen und User als Stadtgäste auf Spaziergängen in neue Gebiete bringt – oder bekannte Punkte lustvoll verbindet. Erholung in grünen Oasen ist ebenso ein Thema wie Shopping auf lokalen Märkten, in Secondhand-Shops oder in einheimischen Läden abseits der üblichen Einkaufsmeilen und Trampelpfade. Local Champions eben, die sinnbildlich für die ganze Stadt stehen.
Andreas: Slow in the City hat ein Faible für die Nebensaison und für alle Zeiten, die ruhiger sind. Darum zeigen wir in der Rubrik «Dicke Daten», wann man besser nicht in die betreffende Stadt reisen soll. Weil sie dann überfüllt, hektisch und überteuert ist.
Silvia: Immer mit diesem Motto: Tiefe statt Tempo. Eintauchen statt Rumstressen. Genuss statt Gehetze.
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Zur AnmeldungWie kam es zum Namen Eures Startups?
Andreas: Das war Silvias Idee. Sie hat den Web-Domain slow-in-the-city.ch bereits im Jahr 2015 registrieren lassen und wollte das Thema eigentlich schon damals aufnehmen, fand aber nie die Zeit dazu. Jetzt, über zehn Jahre später, erwecken wir die Idee dieser Internet-Adresse und füllen sie zusammen mit Inhalt.
Silvia: Indem wir die Idee des «Slow Tourism», wie er vielerorts vor allem als ländliche Reiseart bekannt ist, in die Stadt bringen. Die Kernidee: Wir zeigen nicht die üblichen Sehenswürdigkeiten, sondern die charmanten Gegenden, die man weniger kennt. Wir sind dort, wo auch die Locals gerne sind, wir nehmen Fühlung auf mit dem City-Feeling.
Wie verdient Euer Jungunternehmen Geld?
Silvia: Über unser Portal kann man Reisen buchen; pro Transaktion fliesst eine Kommission zu Slow in the City. Das Angebot ist gross und wird von Profis betreut. Dazu arbeiten wir hauptsächlich mit Railtour Suisse zusammen, dem Schweizer Marktführer für touristische Zug- und Städtereisen. Mit unseren Stories hat man quasi schon einen Fuss drin in der Stadt – und kann von dort aus weiter entdecken. Und so seinen Citytrip massgeschneidert, unkompliziert und verlässlich buchen. Hoteltipps sind natürlich auch Teil unserer Berichterstattung.
Andreas: Wir machen Vorschläge – aber klar sind unsere Leserinnen und Leser komplett frei, wie sie anreisen und wo sie in der Stadt logieren werden.
Silvia: Slow in the City ist überdies auch offen für touristische Zusammenarbeiten. Beispielsweise mit städtischen Destinationsmanagement-Organisationen und -Agenturen, die weniger bekannte Stadtteile promoten wollen. Wenn solche Kooperationen zu Slow in the City passen und für unsere Userinnen und User einen echten Mehrwert stiften, dann machen wir gerne mit.

Die Köpfe hinter Slow in the City
Silvia Schaub schreibt seit vielen Jahren für verschiedenen Medien über Reisen, Kulinarik, Design, Gardening und Lifestyle. Zudem betreibt die Schweizer Journalistin und Buchautorin in der Ostschweizer Ferienregion Toggenburg ein kleines Bed & Breakfast. Silvia: «Wenn ich nicht selbst unterwegs bin, betreue ich also Gäste, die auf Reisen sind.»
Andreas Güntert ist Wirtschaftsjournalist und nebenher Gründer und Kreativ-Kopf des Reiseblogs der Internaut. Von 2000 bis 2005 war er zudem als Vollblut-Reiseredaktor für die «SonntagsZeitung» tätig. Andreas: «Ich leide an einer bisher unheilbaren Art von Städteverknalltheit. Und bin immer dann besonders happy, wenn eine Reise losgeht.»
Wer ist die Zielgruppe von Slow in the City?
Andreas: Bei dieser Frage sind wir uns nicht ganz einig. Wobei es eigentlich eine grossartige Uneinigkeit ist. Ich bin der Meinung, dass unsere Botschaft eher bei einem reiferen Reise-Publikum auf Resonanz stösst, also so ab 50 Jahren.
Silvia: Und ich denke, dass das nur die halbe Zielgruppen-Wahrheit ist. All das, was ich von jungen Menschen höre und in Trend-Reports lese, deutet für mich darauf hin, dass das Thema der langsamen Städtereise auch bei einem jungen Publikum ankommt.
Welches ist Eure grösste Herausforderung?
Silvia: Mit dem Aufkommen der Künstlichen Intelligenz (KI) ist es sehr viel einfacher geworden, eine Städtereise nach seinen ganz eigenen Kriterien zu planen. Dieser Konkurrenz müssen wir uns stellen.
Andreas: So sehe ich das auch. Aber wenn wir authentisch genug sind, unsere ganze Persönlichkeit und damit viel «human touch» einbringen, sollten wir eine gute Chance haben, Fans zu gewinnen, die nicht nur vom Maschinen, sondern auch von Menschen inspiriert werden wollen.
Noch mehr Reise-Startups
Der Internaut hat ein Herz für touristische Startups. Als kritischer Sympathisant der Wirtschaft spricht er mit Gründerinnen und Gründern, die in der Reisewelt einen Unterschied machen wollen.
Alle Startups entdeckenWelches sind für Slow in the City die nächsten Meilensteine?
Silvia: Die Lancierung der Website und das Hoffen darauf, dass alle Systeme stabil und verlässlich laufen, ist schon mal ein richtig grosser Meilenstein. Und dann natürlich nach Paris und Milano auch die nächste Städte-Staffel mit Hamburg und Wien. Übrigens: Auch Schweizer Städte werden wir vorstellen. Und auch sogenannte B-Städte.
Andreas: Wenn wir erstmals City-Votings durchführen, wenn also Userinnen und User aus einer vorgegebenen Auswahl selber bestimmen können, wo die nächste Städtereisen hinführen, dann ist für mich der nächste Meilenstein erreicht. Vor allem dann, wenn es regen Zuspruch gibt.
Welches war der bisher grösste Flop?
Andreas: Das war sicher der Moment, als uns mitgeteilt wurde, dass sich ein mit uns realisierter Image-Film in Luft aufgelöst hatte. Weil er auf einem Laptop gespeichert war – und dieser gestohlen wurde.
Silvia: Das war bestimmt der grösste Tiefschlag in einer Zeit, die auch viel Bereicherndes brachte. Aus der rund einjährigen Gründerzeit bleibt mir in Erinnerung, dass der Aufbau einer Website länger dauern kann als gedacht.
Und was habt Ihr daraus gelernt?
Andreas: Pass immer gut auf Deine Sachen auf! Und speichere alles, was Du konzipierst, schreibst und drehst, in der Cloud.
Silvia: Überlege Dir schon früh im ganzen Prozess, was Deine Website alles können soll. Und vergiss nicht die vermeintlich glasklaren Sachen.
Wie gross soll Euer Startup in drei Jahren sein?
Silvia: Absolute Grösse ist für mich momentan noch kein Thema. Wenn alles klappt wie gewünscht, haben wir bis in drei Jahren viele Fans und schaffen es, mit den Einnahmen mindestens unsere Kosten zu decken. Und natürlich decken wir bis dann schon eine gute City-Palette ab, also Städtereiseziele, die sich im Umkreis von vier bis sechs Bahnstunden ab der Schweiz befinden. Und vielleicht auch mal noch etwas darüber hinaus, wenn ich an Darlings in Skandinavien und Grossbritannien denke.
Andreas: Bis dann wissen wir sehr genau, welches die absoluten City-Lieblinge unserer Leserinnen und Leser sind. Wer weiss – vielleicht könnten wir diese Vorliebe auch mit einem eigenen Online-City-Shop bedienen? Im besten Fall wird Slow in the City zu einer Art verlässlicher und gut gelaunter langjährigen Freundin für Städtereisefans. Eine Freundin, die mit immer neuen Entdeckungen aufwartet.
Wo steht Slow in the City in zehn Jahren?
Andreas: OMG, das ist ja eine riesig lange Frist, dann werde ich schon über 70 sein! Wenn wir bis dann konstant am Auf- und Ausbau arbeiten und auf die Wünsche unserer Userinnen und User eingehen, sollten wir es geschafft haben, zu einer Art «Household Name» für nachhaltige Städtereisen in Europa geworden zu sein. Dass also sehr vielen Städtereisenden bei der Planung eines Citytrips früh schon unserer Plattform in den Sinn kommt.

Gratulation zu eurem Projekt! Ich wünsche euch einen guten Start und viel Erfolg.
Ciao Roberto, vielen Dank für Deine Aufmunterung. Und gib gern mal Bescheid mit einem ersten Eindruck zu unserem Werkeln und Wirken, herzlich, andreas aka der Internaut-
Ich wünsche euch beiden viel Erfolg. Aber damit sich Influencer nicht einfach eurer Tipps bedienen, um diese ihren Followern als Eigenproduktion mitzuteilen, müssen sich eure Quartiere oder Straßen in Wifi-freien Zonen befinden, in welchen Restaurants ausschließlich physisch vorhandene Speisekarten verteilen, auf welchen ein Aperospritz fehlt und dazu keinerlei Speise als laktosefrei oder glutenfrei offeriert wird.