Die Reisewelt verändert sich schnell und bringt ständig neue Begriffe hervor. Hier und heute lernst Du, was der Reisetrend «Townsizing» bedeutet.
Townsizing ist eine relativ junge Wortschöpfung, die aus der Zeit nach der Corona-Pandemie stammt.
Der Internaut ist dem Begriff des Townsizing zum ersten Mal im «Where To Next?» Travel Trends Report 2025 des US-amerikanischen Reiseunternehmens Priceline begegnet.
Definition: Was bedeutet Townsizing ganz genau?
Townsizing benennt einen Travel Trend, bei dem bewusst kleinere und weniger bekannte Städte bereist werden. Dies mit dem Wunsch nach einem authentischeren und entschleunigten Stadterlebnis.
Das Wort selber ist ein sogenannter Neologismus, eine sprachlich neuartige Schöpfung aus «Town» (Stadt) und «Downsizing («Verkleinerung»). Das Versprechen daraus: Je kleiner die City, desto grösser der Reisespass.

Klar, grosse Städte und ewige Favoriten wie Paris oder London haben ihren Reiz. Oftmals aber sind sie auch überreizt – weil sie von den Massen überrollt werden.
Townsizing zeigt sich beim Reiseverhalten beispielsweise so: Wer nach Bristol statt nach London reist, erhofft sich von der kleineren Stadt ein Plus an authentischer Urbanität – weil Bristol weniger Massentourismus anzieht als das viel grössere London.
Warum ist Townsizing relevant?
Der noch recht junge Reisetrend ist aus mindestens zwei Gründen relevant: Erstens entstammt er dem Wunsch, nicht nur rurale Gebiete, sondern auch Städte vermehrt unter dem Gesichtspunkt von Entschleunigung und Nachhaltigkeit (Slow Travel) zu erleben. Hintergrund: In dem Masse, wie das Arbeitsleben vieler Menschen virtueller, hektischer und unpersönlicher wird, wächst der Wunsch, mindestens auf Reisen das Gefühl einer kleinen Auszeit zu erleben.
Relevanz gewinnt der Trend auch durch das zunehmende Thema des städtischen Overtourism. Reisende sind es zusehends leid, im Zielgebiet als Problem angeschaut zu werden. In Städten mit weniger touristischer Ballung ist das Risiko kleiner, als «bad tourist» beschimpft zu werden oder ständig Wandmalereien à la «Tourists go home» zu begegnen.

Besser und günstiger reisen mit Townsizing
Wer bei der Reiseplanung berühmte Metropolen meidet und dafür weniger bekannte Zweitstädte (B-Städte) besucht, wird in der Regel nicht nur vor Overtourism verschont, sondern reist auch günstiger. Hotels, Restaurants und touristische Aktivitäten sind in solchen «Second-Cities» meist weniger teuer als in der touristischen A-Liga.
Wenn Du also nach Bristol statt London, nach Bordeaux statt Paris reist, stehen die Chancen gut, dass Du mehr authentische Urbanität für weniger Geld erlebst. Townsizing sei Dank.
Wie greift der Reiseblog der Internaut diesen Trend auf?
Ohne es gross bei diesem Namen zu nennen, ist der Trend des Townsizing bisher durchaus schon öfters aufgetaucht in diesem Reiseblog.
Etwa in der Städtereise-Serie Starke Strecke, die spannende und authentische Strassen abseits der üblichen Shoppingmeilen aufspürt und beschreibt. Ein innerstädtisches Townsizing quasi, wie es auch das Schweizer Reiseportal «Slow in the City» propagiert.
Neben den grossen Metropolen hat der Internaut durchaus auch ein Herz für B- und C-Städte. In der Schweiz etwa für Kleinstädte wie Rapperswil oder für regionale Zentren mit weit weniger als 50 000 Einwohnern wie Schaffhausen.
Einschätzung: So gross, heiss und nachhaltig ist dieser City-Reisetrend
Ob es das Wort «Townsizing» in den kollektiven Wortschatz schafft, bezweifle ich. Eine hübsche Wortschöpfung mit Bedeutung, fürwahr, aber für europäische Ohren wohl zu ungewohnt, zu konstruiert, zu nischig.
Das Reisemotiv aber, welches diesem Trendwort zugrunde liegt, hat bestimmt längerfristiges Potenzial. Je lauter die Diskussion um den urbanen Overtourism wird, desto stärker wächst der Wunsch, als Tourist weder zum Täter noch zum Opfer des unkontrollierten Massenansturms zu werden.
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Zur AnmeldungTownsizing in der Bewertung: Der Name, der Trend
In seiner persönlichen und subjektiven Reisetrend-Bewertung (höchste Note ist eine 6, tiefste Note eine 1) vergibt der Internaut dem Reisetrendwort Townsizing in Sachen sprachlicher Durchsetzungskraft die Note 3.
Bezüglich der realen Nachhaltigkeit gibt es Note 5. B- und C-Städte werden profitieren vom Phänomen des Townsizing. Auch wenn dem in Bristol und Bordeaux kaum jemand so sagen wird.
Do you speak Townsizing? Dieser Satz lässt Dich klug wirken
Du kennst den Begriff, Du kennst den Sinn – jetzt musst Du das eben erlernte Wort nur noch clever einsetzen. Da hilft Dir der Internaut natürlich gerne. Weil wir es bei «Townsizing» mit einer englischen Wortschöpfung zu tun haben, kommt auch unser Kleinstadt-Mustersatz nicht ohne Anglizismen aus. Probier es doch einmal so:

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