Berlin beehrt Zürich mit einem Pop-up-Store. Daneben aber berlinert es in der Zwinglistadt hier und da und dort auch ganzjährig.

Was steht über Berlin und begint mit «J»? Na klar: ein Jewitter. Oder auch: Der liebe Jott. Die berühmte Schnauze ist das eine, was tout Zürich liebt an Berlin. Das andere: Das Kreativ-Klima, das endkrass Unfertige dieser als Stadt aufgemachten Perma-Improvisation. Hipster aus der Limmatstadt geben sich gerne mal ein paar Tage Berlin – weil sich das anfühlt wie eine begehbare Brainstorm-Suddelskizze. Im Gegensatz zum gepützelten und auf jeden Quadratzentimeter optimierten Zürich mutet Berlin an wie eine Stadt, die kollektiv im Out-of-Bed-Modus operiert. Eben erst aufgestanden, noch etwas verwuschelt, aber schon drauf und dran, dem neuen Tag den kessen Extrakick zu geben. So eben, wie es Roger Cicero in «So geil Berlin», https://www.youtube.com/watch?v=HAwVXzgbmhM besingt.

Zürich und Berlin - zwei sehr verschiedene Städte. Aber in Zürich flackert manchmal auch etwas Berlin auf. So ein bisschen.

Zürich und Berlin: sehr verschiedene Städte. Aber manchmal flackert in Zürich ein Stückli Berlin auf.

Jetzt ist Berlin auf Besuch in Zürich. Aktuell zeigt sich die Stadt in einem Pop-up-Store am Rüdenplatz, http://www.visitberlin.de/de/ort/zuerich-05-17-dezember-2016. Die famosen Ampelmännchen, Mode aus der Hauptstadt, Popcorn mit BBQ-Goût, die kleinste Disko (ja, wirklich mit «k», ja, wirklich in Telefonzellen-Form) der Welt – alles da, noch bis am 17. Dezember. Der ehemalige regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte schon recht, als er seine Stadt so charaktisierte: «Arm, aber sexy». Was kann man da zu Zürich sagen? Weil hier in letzter Zeit immer mal wieder Orte aufpoppen, die ans Berliner Flair erinnern, sage ich: «Reich, aber partiell sexy.»

Das sind Züri-Ecken, die mich an Berlin erinnern: Eine der seltenen Stadt-Brachen, der leere Platz, wo einst das Hardturm-Stadion war, http://www.stadionbrache.ch. Ganz in der Nähe: Die Kreativen-Kapitale im http://www.basis-lager.ch/, komplett mit dem Restaurant

https://wirtschaftzumtransit.wordpress.com/. Nicht weit von dort, der Klassiker: http://www.fraugerold.ch/ . Und, für mich eine der tollsten Entdeckungen der letzten Zeit: Der Coworking-Space mit Wasserloch am Sihlquai: http://www.auer.coffee/. Gleich nebenan die http://www.photobastei.ch/, mit sehr relaxter Bar im dritten Stock.

Meine liebe Kollegin Laura hat ebenfalls ein paar Berlin-Spots in Zürich ausgemacht. Aus der Frisören-Ecke empfiehlt sie http://www.anker-coiffeur.ch/ , zum Trinken das http://www.raygrodski.ch/ .  Wie ich mag Laura das Wasserloch http://enfant-terrible.org/

schrecklich gerne, und sie garantiert, dass es nirgends eine solche Massierung an Hipster-Eltern gibt wie im http://vicafe.ch/espresso-bars/vicafe-goldbrunnen/ (man sippt Flat White).

Und was ist mit Currywurst? Sorry, aber da bin ich kein Experte. Weil: Ich mag Currywurst nicht so sehr. Gutes höre ich diesbezüglich von http://www.wurstundmoritz.com am Escher-Wyss-Platz. Was ich sicher weiss: Wenn man schon mal in dieser Ecke unterwegs ist, sollte man unbedingt noch im Shop des Restaurants Les Halles, http://www.les-halles.ch/pages/shop.html vorbei. Dass die dort eine hübsche Markthalle mit ungewöhnlich langen Öffnungszeiten haben, ist das eine. Das andere: Ein Kaffee-Preiswunder. Der Espresso geht für zwei Franken über den Tresen. So nahe liegen sich sonst Berlin und Zürich preislich nie. Zu reich, halt.

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