Endspurt ins Jahresende. Zeit für eine Rückschau mit den eindrücklichsten Reise-Erlebnissen des Internauten.

Hat da vielleicht irgendwer eine Art Zeit-Turbo eingeschaltet? Oder Red Bull in den grossen Kalender reingetan? Kann es wirklich sein, dass das Jahr schon zu Ende geht? Lagen wir nicht eben noch faul am See in der Sommersonne? Zechten draussen bis Mitternacht? Gingen kurzbehost und kurzberockt ins Freie? Sorry. Es stimmt leider. Schon Dezember. Und bald gilt für 2017: Game over.

Game fast over. Tatsächlich deuten alle Indizien – Kalender, Temperatur, sich intensivierende Weihnachts-Beschallung – darauf hin, dass 2017 langsam die Luft ausgeht. Ein weiteres Indiz für den Schlussspurt: Jetzt decken uns Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sender mit Jahresrückblicken ein. Das Jahr wird zum Star. Auch wenn zeitlich nicht mehr viel übrig bleibt davon.

Bevor 2017 ganz abdankt, zeigt auch der Internaut seine ganz Top 7 des Jahres. Ausgewählt nach persönlichen Eindrücken, bleibenden Erinnerungen und Wow-Erlebnissen. Sowie einem weiteren Kriterium: Alle Stationen sind es auch 2018 wert, gesehen, besucht und erlebt zu werden. Oder, in mindestens einem Fall: vernascht zu werden. Los gehts in der kleinen Jahresschau 2017!

Meine stärkste Strecke

Starke Strecke Javastraat: Eine Erinnerung an die Zeit, als die Niederlande eine weltweite Kolonialmacht waren. (Bild: DerInternaut)

Etwas Wichtiges vorab: Ich mag jede der neun Starken Strecken, die bisher hier erschienen sind. Schliesslich sind es diejenigen Beiträge, die bei den Leserinnen und Lesern am besten ankommen. Aber die Javastraat in Amsterdam ist mir am stärksten in Erinnerung geblieben. Vor allem deshalb, weil sie fernab von den übrigen Touristenpfaden (Stichwort: «Overtourism») ihre ganz eigene Identität hat und trotz Gentrifizierungs-Tendenzen überraschend, eigen und auch etwas rau bleibt.

Ihre Stärkste Strecke

Starke Strecke Bertastrasse Zürich: Der Liebling der Leser. (Bild: DerInternaut)

Fragen Sie sich jetzt vielleicht, welche der Starken Strecken bei den Leserinnen und Lesern am beliebtesten war? Ich kann das Geheimnis lüften. Auch deshalb, weil es nicht unglaublich überraschend kommt. Es war bisher** mit grossem Abstand die Bertastrasse Zürich. Zum einen, weil sie wirklich ein Strassen-Bijou ist. Zum anderen, weil die Internaut-Leserinnen und Leser stark im Grossraum Zürich verwurzelt sind.

Darf die gleiche Stadt auch zweimal aufscheinen in dieser Serie? Ich habe lange nachgedacht. Und sage heute: Ja, sie darf. Sage ich auch, welche Strasse in Zürich als zweite Starke Strecke auftreten darf? Nein, das sage ich noch nicht. Und noch zum ** von oben: zwei weitere Starke Strecken sind noch am Start für 2017. Aber ich würde mal glauben, dass Zürich nicht mehr vom Strassen-Trohn gestossen wird. Sollte es doch so sein, würden Sie es hier lesen.

Hübscheste Hotelentdeckung

Ein verheissungsvoller Eingang. Nein, mehr zeig ich nicht (Bild: DerInternaut.ch)

Das Haus ist klein. Nur vier Zimmer. Aber die haben es in sich. 2017 habe ich selten etwas gesehen, das dem vielbesungenen «Home away from home» so nahe kommt. Vier Kleinwohnungen, ein Café, hübsche Aufenthaltsräume, kleiner Shop und zauberhafter Aussenraum inbegriffen. Das Bed & Blessing Casa Borgo in Locarno (ganzjährig geöffnet) rettet jedes Ticino-Weekend. Vor allem auch dann, wenn die Sonnenstube ihr Vorsilben-Versprechen nicht einlöst.

Beste Wegzehrung

Helvetische Wegzehrung: Mein Favorit im HB Zürich. Leider nicht der Favorit von genügend Leuten (Bild: DerInternaut)

Auf einer längeren Bahnfahrt liest der Internaut gerne. Er schaut aus dem Fenster oder quatscht mit den Leuten. Was er aber am allerliebsten tut: Freudig all das auspacken, was er sich zuvor zum Essen und Trinken eingekauft hat. Mein Liebling für den Reiseproviant am Hauptbahnhof Zürich: Frau Helvetia in der Halle Löwenstrasse. Eine Fülle an original helvetischer Wegzehrung. Plus eine Toblerone-Mousse, die in der Take-Away-Liga weit oben mitspielt.

Leider muss ich hier vermerken, dass sich der Internaut bald nach einem neuen Liebling umschauen muss. Frau Helvetia macht ihren Laden nächstes Jahr dicht. Offenbar fand das «Swissness to go»-Konzept, das die Migros Zürich im Frühling 2017 lanciert hatte, nicht genügend Fans. Oder der Standort war nicht gut gewählt. Oder beides. Wie auch immer: Im Frühling 2018 ist Schluss. Sachdienliche Hinweise auf guten Ersatz nehme ich heute schon entgegen.

Schönste Fallhöhe 

Sprung ins Glück: Sicher und mit Spass auf Menorca. (Bild: DerInternaut)

Alles, was auf Reisen Meer-Wert verspricht, interessiert mich rasend. So richtig in Form komme ich dann, wenn das grosse Wasser auch mal ordentlich Wellen wirft. Oder wenn es zum Reinspringen ideal ist. So richtig ideal und sicher tun kann man das in der menorquinischen Badebucht Plataformas de Cala en Brut. Verschiedene Plattformen in den Felsen offerieren verschiedene Fall- und Sprunghöhen.

Dort war ich, als 2017 erst halb vorbei war. Selten so viel Spass gehabt am Meer. Selten so gehupft wie gesprungen. Da wollen Sie auch hin? Bittesehr: Einfach an den Westzipfel von Menorca fahren, schon sind Sie dort. Jetzt, da das Jahr fast um ist, hat es bestimmt viel freien Platz. Aber der Sommer eignet sich – ich bin da etwas konservativ – schon einiges besser.

Bester Kaffee-Stopp

Ein traumhafter Ort in Alicante für den ersten Kaffee des Tages. Und für den letzten. Und für alle dazwischen auch. (Bild: DerInternaut)

Als erstes will ich es nicht wissen, wenn ich in eine neue Stadt komme. Aber an dritter Stelle kommt die Frage. Oder vielleicht schon an zweiter: Wo trinken die Locals ihren Kaffee? Selten ist die Antwort so einhellig und so hübsch ausgefallen wie im Soho Parc an der Plaza de Elche, nur zwei Strassenzüge vom Hafen entfernt. Rund um einen alten Kiosco sitzt man, leise rascheln die Bäume, von fern rauschen Meer und Verkehr: Runterfahren auf höchstem Niveau.

Spassigste App

So jung kommen wir nicht mehr zusammen. Oder etwa doch? (Bild: FaceApp)

Die Tage werden kürzer. Und kälter. Das Jahr wird alt. Und älter. Dazu gehört natürlich auch, dass wir selber auch immer älter werden. Niemand kann diese Entwicklung aufhalten. Es ist der Rhythmus, bei dem jeder mit muss. Oder etwa doch nicht?

Eine App kann etwas, was kein Medicus kann: Die Menschen jünger machen. Sichtbar jünger sogar. Als ich im Oktober über den verjüngenden Effekt gewisser Hotels berichtete und das mit einer persönlichen Bildmontage spasseshalber belegte, brachte mir das jedenfalls am meisten Kommentare ein.Versuchen Sie es selber mal. Ich garantiere, dass es für viele Lacher sorgen wird. Und davon kann man doch eigentlich nie genug haben, oder?

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