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Home 9 Reisen 9 4 inspirierende Reisebücher, die Dein Fernweh wecken

4 inspirierende Reisebücher, die Dein Fernweh wecken

Datum

26. Juni 2026

Kategorie

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Home 9 Reisen 9 4 inspirierende Reisebücher, die Dein Fernweh wecken

Zweimal Deutschland, einmal Spanien und einmal London und Irland im Doppelpack: Hier kommen vier Buchtipps für sommerlichen Lesespass. Den passenden Soundtrack gibts kostenlos dazu.

Reisen ist Leben. Und Leben ist Lesen. Hier kommen Empfehlungen für 4 inspirierende Reisebücher, die Deine Reise versüssen. Oder Dein Daheimbleiben belohnen. Oder Dein Fernweh wecken.

Die Internaut-Message für den Sommer jedenfalls ist ganz einfach: Pack (neben der Badehose) genügend Reiselektüre ein.

Inspirierende Reisebücher für die Sommerferien, Tipps von Reiseblog der Internaut
Inspirierende Reisebücher für Deine Sommerferien. Und die Erweiterung Deines Horizonts: Das literarische Strand-Quartett aus Valencia, London-Kilburn, Oberschwaben und München (von links nach rechts. Bild: Internaut).

Mit diesem reiseliterarischen Quartett (oder Teilen davon) kommst Du genussreich durch die heisse Zeit.

Auch deshalb, weil das Wetter in diesen Büchern (nicht nur bei Düsi in London-Kilburn) oft eher etwas cool ist.

Inspirierende Reisebücher für den Sommer, 1: «Disko», von Till Raether

Das Genre des Roadtrip mag ich sehr. Auch wenn es im Buch «Disko» von Till Raether auf den ersten Karten-Blick keine episch lange Reise ist: Von Schleswig-Holstein nach München. 

Aber was die 14-jährige Ausreisserin dabei alles erlebt, wie sie im München der 70er Jahre von Beeke zu Becky wird und wie sie auf der Suche nach ihrem Bruder in den Strudel des Munich Sound gerät, ist eine grosse Lesefreude. 

Cover des Buches Disko von Till Raether
«Disko» von Till Raether: Ein Roadtrip mit Nachhall, von Schleswig-Holstein nach München (Internaut)

Wenn Du dieses Buch im schwülen Hochsommer liest, wirst Du Dich allenfalls am Buch-Wetter freuen: Meist ist es in München (wo der Internaut auch schon war) wie auch in Schleswig-Holstein kühl bis kalt. Ausser in der Disko. Dort gilt stets: Ohne Schweiss kein Preis. 

Ein Buch voller Familienbande, die einem nie loslassen, voller Nostalgia. Und – ja – voller Musik. 

Eine Merk-Passage: «Nirgendwo kann man so gut wie in der Disko die fünf Grundfragen der Philosophie nach Immanuel Kant stellen und beantworten: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Wo ist das Klo?»

Ein entfachter Reise-Wunsch: Ich weiss ja nicht, wie es Dir geht. Aber wenn ich nächstes Mal in München bin, dann will ich unbedingt auf ein Schnitzel ins Lindwurmstüberl, das in diesem Buch von Till Raether eine wichtige Rolle spielt.

Der Soundtrack: Wer das Buch gelesen hat (und über ein bestimmtes Alter verfügt), will ganz sicher wieder einmal reinhören (und reinschauen) wollen bei «Fly, Robin, Fly» von Silver Convention.

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Urlaubslektüre 2: «Glücksorte in Oberschwaben», von Juliane Lutz

Könntest Du Orte wie Kressbronn, Biberach an der Riß oder die Blitzenreuter Seenplatte auf einer Deutschland-Karte einzeichnen. Also ich nicht.

Jetzt kann ich es eher. Weil mir dieses Buch die Gegend zwischen Bayern und Baden näher bringt. So nah, dass ich mir gut vorstellen kann, mal hinzureisen nach Oberschwaben.

Urlaubslektüre, vorgestellt vom Reiseblog der Internaut. Hier das Cover von «Glücksorte in Oberschwaben», ein Buch von Juliane Lutz.
Urlaubslektüre, die gar nicht weit weg von der Schweiz angesiedelt ist: «Glücksorte in Oberschwaben», von Juliane Lutz (Internaut).

Angetan unter den 80 oberschwäbischen Glücksorten hat es mir zum Beispiel die Schilderung des Jazz Point im Schwarzen Hasen in Wangen. Auch deshalb, weil es heute gar nicht mehr selbstverständlich ist, dass ein Jazz-Club immer noch live und lebendig ist.

Das Buch zeichnet sich durch lebendige Schreibe und anmächelige Schilderungen aus. In Oberschwaben, so wirbt das Buch «zwinkert einem das Glück hinter jeder Ecke zu.» Ist das so? Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Was ich sagen kann: Auf jeder Seite ganz bestimmt.

Eine Merk-Passage: «Die Dinnete gilt als die oberschwäbische Variante der Pizza oder des Flammkuchens, meist ist sie mit Speckwürfeln und Zwiebeln, oft auch mit Luch und Käse belegt.» Hast Du auch gleich Hunger bekommen?

Ein entfachter Reise-Wunsch: Wenn ich das lese, will ich gleich loswandern am Stillen Bach in Weingarten: «Der Weg führt erst durch den mit Bäumen bewachsenen Hochtobel, dessen alte Stämme über und über mit Moos und Efeu bedeckt sind.»

Der Soundtrack: Bernard «Barny» Bitterwolf ist ein kulturelles oberschwäbisches Urgestein. Sackstark, wie der Barde aus Bad Waldsee singt und spielt – zu hören und sehen hier an der traditionellen Sackpfeife.

Ferienlektüre 3: «Das Wetter zwischen Jukebox und Theke», von Hanspeter «Düsi» Künzler

Du bist nicht sicher, ob Du nach England oder Irland reisen sollst? Deinem Kopfkino würde ich da raten: Reise nach Kilburn, das «kleine Irland» von London.

Dort, in Kilburn, lebt der Schweizer Musikjournalist und Autor Hanspeter «Düsi» Künzler. Und nimmt uns mit in die Pubs des Stadtviertels, in die Geschichte und Seelen der Menschen die hier leben. Und trinken. 

Buchcover «Das Wetter zwischen Jukebox und Theke» aus London-Kilburn von Hanspeter Düsi Künzler
Ein Toast auf dieses Buch! Und auf die Pubs von London-Kilburn, wo «Das Wetter zwischen Jukebox und Theke» grösstenteils spielt (Internaut)

Manchmal sind Düsis Geschichten kurz wie ein Schluck Guinness, dann wieder lange wie eine abendfüllende Konversation am Tresen. Bewegend sind sie immer. Ganz besonders in der Story über eine Karaoke-Nacht im Pub, die das Potenzial zum subversiven Kraftakt entwickelt.

Es ist im Leben halt schon so, wie wir an anderer Stelle bei Düsi nachlesen: «Wer den Moment nicht erfasst, bleibt Untertan seiner Zukunft.» Was in Kilburn bedeutet: Im Pub passierts.

Eine Merk-Passage: «Leidenschaft, was immer deren Auslöser sein mochte, war eine Pflanze, die es zu schützen galt, ein Gegengift zum modischen Zynismus.»

Ein entfachter Reisewunsch: Ganz einfach: Könnte mich bitte jemand nach London-Kilburn beamen? In einen Pub am liebsten, wo gleich ein Live-Konzert mit krachenden Gitarren beginnt. Thanks!

Der Soundtrack: Weil in Düsis Geschichten da und dort der Name der magischen englischen Sängerin Kate Bush aufscheint, empfehle ich nachhaltiges Eintauchen in ihr Meisterwerk «Wuthering Heights».

Insider-Soundtrack: Hanspeter Künzler hat für das Buch dankenswerterweise selber Musik zusammengetragen. Hier kannst Du in Düsis ganz persönliche Playlist auf Spotify reinhören.

Reiselektüre 4: «111 Orte in und um Valencia, die man gesehen haben muss», von Daniel Izquierdo-Hänni

Valencia und der Internaut – das ist eine Love-Story, die schon viele Jahre andauert. Kann dieses Buch einem, der schon etwa zwei Dutzend Male dort war, noch etwas Neues erzählen?

Ja, Izquierdo-Hänni kann es. Immerhin hat der Mann – 56 Teile Schweiz, 55 Teile Spanien – schon in seinen Alapont-Krimis gezeigt, wie sehr er die Stadt kennt, versteht und dabei auch Hintergründiges beschreiben kann. 

Inspirierende Reisebücher, vorgestellt von der Internaut, hier das Cover des Valencia-Buches von Daniel Izquierdo-Hänni
Inspirierende Reisebücher, número cuatro: 111 Orte und Geschichten aus Valencia (Internaut)

Aber zurück zum aktuellen Buch. Grob gesagt kannte ich etwa 60 der 111 Tipps bereits, aber mir fehlte oft das Kompakt-Wissen dazu. Izquierdo-Hänni tischt es auf, süffig, mit leichter Feder und Respekt für diese Stadt.

Wusste ich, warum so viele Jungs in Valencia Vinzenz heissen? Dass es einen «Banksy von Valencia» gibt? Wo die rote Backstein-Burg liegt? Nein, nein und nein. Was meinerseits ein klares «Ja» für dieses Buch ergibt.

Eine Merk-Passage: Der Maler Joaquín Sorolla gilt als Valencias berühmtester Sohn. Dazu lesen wir: «Viele seiner Meisterwerke sind geprägt vom Spiel zwischen Licht und Schatten, von der Wärme der spanischen Sonne, dem schimmernden Blau des Mittelmeers sowie dem blendenden Weiss von Stoffen und Schaumkronen.» ¡Hach, Valencia!

Ein entfachter Reisewunsch: Müsste ich nicht hier diese Zeilen schreiben, so wäre ich längst dort: An einem strandnahen Tisch in der La Dehesa José Luis von El Saler, «einer Strandkneipe, wie sie sein sollte.»

Der Soundtrack: Natürlich, zuerst kommt einem da der unverwüstliche Pasodoble «Valencia» in den Sinn. Geht natürlich immer. Was tiefer geht: Der Valencia-Hassliebe-Song «Dentro de ti», hier in der Fassung von Revólver und Soledad Giménez.   

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

Kommentare

2 Kommentare
  1. Anita Dinkelacker

    Lieber Gunti
    Das Buch vom Herrn Künzler habe ich natürlich gelesen (aufgrund NZZ Empfehlung), da ich ja in Kilburn wohnte. Hab ihm dann geschrieben, dass ich leider das Quartier gaanz anders erlebte.
    Hat mir auch nett zurückgeschrieben. Aber unser Brixton-Ausflug ist mir in guter Erinnerung. Gruess Dinki

    Antworten
    • Andreas Güntert

      Ciao Dinki, danke für Deinen Kommentar. Wenn ich richig rechne, lebt Düsi seit 1980 in Kilburn. War das auch etwa Deine Zeit – oder warst Du Avantgardistin und schon früher dort? Schon interessant, wie unterschiedlich man eine Stadt oder ein Stadtquartier wahrnehmen kann. Brixton ist und bleibt natürlich in guter Erinnerung , lieber Gruss, -andreas aka der Internaut-

      Antworten

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