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Home 9 Reise-Startups 9 So will Taste Match die Restaurantsuche neu anrichten

So will Taste Match die Restaurantsuche neu anrichten

Datum

1. Juli 2026

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Home 9 Reise-Startups 9 So will Taste Match die Restaurantsuche neu anrichten

Die Berner App Taste Match personalisiert Restaurant-Reviews passend zum individuellen Geschmack. Die Idee fusst auf starker Tech-Power – aber das Reise-Startup muss eine hohe Hürde nehmen.

Das Berner Startup Taste Match will die Restaurantsuche durch einen lernenden Algorithmus revolutionieren, der Tripadvisor und unpersönlichen Sterne-Bewertungen den Kampf ansagt. Statt Sternchen und anonymen Reviews stehen bei der «Social Restaurant App» Taste Match persönliche Vorlieben im Vordergrund.

Damit adressiert dieses Schweizer Reise-Startup und Restaurant-Finder ein Thema, das viele kennen:  Sterne und Sternchen erzählen oft bestenfalls nur die halbe Wahrheit über ein Restaurant, weil die Geschmäcker nun mal grundverschieden sind.

Taste Match als Paarvermittlerin für Menschen und Restaurants

Genau diese kulinarische Frustfalle will Taste Match eliminieren. Die Gründer David Kilchenmann, Ronald Wertlen und Tobias Tröhler schicken mit ihrer App Taste Match ein cleveres Gegenmittel ins Rennen.

Ihr Versprechen: Schluss mit dem endlosen Scrollen und mit anonymen, gekauften Platzierungen. Sichtbarkeit gibt es bei Taste Match zwar auch zu kaufen aber mit einem entscheidenden Unterschied: Ein Restaurant wird nur jenen Nutzern ausgespielt, zu deren Geschmacksprofil das Lokal passt. Taste Match ist also eine Art Paarvermittlerin für Menschen und Restaurants.

Taste Match Startup will mit einer Social App Tripadvisor Konkurrenz machen.
Taste Match will das bessere Tripadvisor sein. Und dabei als «Social Gastro» App Kopf und Bauch seiner Kundinnen und Kunden erreichen und zufriedenstellen. (Internaut).

Um die angestrebte Personalisierung zu erreichen, setzt das Startup auf ein visuelles Einstiegs-Quiz und einen lernenden Algorithmus. Das System merkt sich, ob die User die gemütliche Beiz oder das urbane Fine-Dining-Lokal bevorzugen, und füttert sie dann massgeschneidert mit echten Treffern.

Die Individualisierung erfolgt mit starkem Tech-Einsatz; die Gastro-App nutzt dazu Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, um für Nutzer hochgradig personalisierte Restaurant- und Food-Empfehlungen zu generieren.

Aktuell Restaurantbewertungen in Basel, Bern, Luzern und Zürich

Nach dem erfolgreichen Start in Zürich, Basel und Bern ist die App mittlerweile auch in Luzern präsent. Eine Bewertung abgeben darf nur, wer nachweislich über die App reserviert hat.

Ob die Berner den grossen Platzhirschen der Reise- und Bewertungsbranche langfristig die Suppe versalzen (oder mindestens das Wasser abgraben) können? Tobias «Tobi» Tröhler, ehemaliger Swisscom-Produktmanager und seit Oktober 2023 Co-Gründer von Taste Match, erzählt, wie sein Startup reüssieren will.

Tobias Tobi Tröhler, Co-Gründer des Berner Reise-Startups Taste Match
Tobias «Tobi» Tröhler, Co-Gründer Taste Match: Sein Jungunternehmen zielt auf Kopf und Bauch der User ab. (PD)

Tobi, Welches Problem löst Dein Startup?
Bei konventionellen Anbietern wie Tripadvisor und ähnlichen Gastro-Apps brauchen die User viel zu lange, um ein passendes Restaurant zu finden. Und wenn sie meinen, eines gefunden zu haben, stellen sie oft fest, dass es nicht zu ihnen passt oder keinen Platz mehr hat. Dadurch, dass Taste Match Vorlieben und Geschmäcker personalisiert, finden User schneller und zielgerichteter ein Restaurant, das wirklich ihrem Geschmack und ihren Vorlieben entspricht.

Wie tut Dein Startup das konkret?
Indem wir das Spotify der Restaurant-Bewertungen bauen – es also schaffen, den Geschmack der User zu erkennen und darauf aufbauend weitere ähnliche Angebote zu empfehlen. Diese Personalisierung schaffen wir, indem die User auf unserer Social-Gastro-App zuerst ein kleines Quiz machen und dann erkennen, zu welchem von grundsätzlich acht verschiedenen Food-Typen sie gehören.

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Der Internaut hat ein Herz für touristische Startups. Als kritischer Sympathisant der Wirtschaft spricht er mit Gründerinnen und Gründern, die in der Reisewelt einen Unterschied machen wollen.

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Wichtig ist uns beim Thema von Personalisierung und Individualisierung die soziale Komponente: Menschen vertrauen am meisten den Empfehlungen anderer Menschen. Deshalb sind wir eine Social App. Gleichzeitig lösen wir ein Problem, an dem frühere Social-Travel-Plattformen oft gescheitert sind, sie waren darauf angewiesen, dass Nutzer die Inhalte liefern. Dank neuer Technologie können wir heute eine vollständige Restaurant-Datenbasis automatisch aufbauen und sogar die Speisekarten täglich aktuell halten, ohne auf den Content der Nutzer angewiesen zu sein.

Wie kam es zum Namen Deines Startups?
Zuerst schwirrten bei uns Ideen wie «Food-Buddy» oder etwas mit «Concierge» rum. Aber naheliegender war es, die Wörter Geschmack und Matching zusammen zu bringen – immerhin wollen wir ja wie eine Art Tinder wirken. Wir matchen zwar nicht Menschen mit Menschen, aber wir bringen Menschen mit den für sie passenden Restaurants zusammen.

«Die zwei häufigsten Typen unserer acht Gastro-Fans sind der „Gastronaut“ und der „Urban Ethic Eater“»

Tobias Tobi Tröhler, Co-Gründer Taste Match

Wie verdient Dein Startup Geld?
Für die User und die teilnehmenden Lokale ist unser Gastro-Matching kostenlos. Aber die Restaurants können sich über zwei Bezahlarten besser zeigen auf der App. Mit einem «Verified»-Button können sie für Vertrauen und Transparenz sorgen. Und per «Spotlight»-Funktion mehr Visibilität erreichen und zwar gezielt bei jenen Nutzern, deren Geschmack zum Restaurant passt. Anders als bei gekauften Top-Platzierungen auf anderen Plattformen zahlt ein Restaurant bei uns also nicht dafür, allen aufzufallen, sondern den richtigen Leuten. Mit diesen zwei kostenpflichtigen Elementen verdienen wir Geld.

Aktuell arbeiten wir an einer dritten Funktion, die es Restaurants gegen eine Kommission ermöglichen soll, Restplätze an Tischen kurzfristig zu füllen. Denn unser eigentliches Versprechen geht über das Finden hinaus: Wir wollen den Nutzern nicht nur das passende Restaurant zeigen, sondern eines, das gerade auch einen freien Tisch hat. Genau diese Kombination von «Geschmack trifft Verfügbarkeit» ist für uns der entscheidende Mehrwert.

Berner Startup Taste Match will die Restaurant-Bewertung neu erfinden.
Sie wollen Tripadvisor die Suppe versalzen. Das Team von Taste Match, von links: José Rindlisbacher, David Kilchenmann, Ronald Wertlen und Tobias Tröhler. (PD)

Wer ist die Zielgruppe Deines Startups?
Grundsätzlich natürlich alle Menschen, die gerne in Restaurants gehen. Die Kerngruppe sehen wir bei den 28- bis 45-jährigen, die gerne Geld für gutes Essen ausgeben und mindestens alle drei Monate einmal ein Restaurant besuchen. Die zwei häufigsten Typen unserer insgesamt acht Gastro-Fans sind der sogenannte «Gastronaut» und der «Urban Ethic Eater». Gastronauten zeichnen sich durch ihren kulinarischen Entdeckergeist und grosse Offenheit aus; die Urban Ethic Eaters suchen im Restaurant nicht nur eine Mahlzeit, sondern auch Haltung und Botschaften, zum Beispiel Informationen zur Herkunft der Produkte, Saisonalität und Regionalität.

Welches ist Eure grösste Herausforderung?
Die grösste Herausforderung von Taste Match ist es sicher, die Gewohnheiten der User zu ändern. Wir müssen sie davon überzeugen, nicht nur ihre üblichen Apps zu benutzen, sondern sich für uns und den damit verbundenen Mehrwert zu entscheiden. Und zwar nicht nur einmal testweise, sondern als Gastro-App-Stammkunden. Dies in Zeiten, in denen eine gewisse App-Müdigkeit herrscht.

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Welches sind für Dein Startup die nächsten Meilensteine?
Im Sommer 2026 sollte es uns gelingen, alle grossen Städte in der Schweiz abzudecken. Zweitens müssen wir es schaffen, auf einen gewissen Mindestumsatz zu kommen. Damit wir die für Herbst 2026 angestrebte Finanzierungsrunde über 1,2 Millionen Franken auch wirklich schaffen. Produktseitig liegt unser Fokus jetzt noch auf dem Thema Abendessen, bald sollen aber auch Brunch, Mittagessen und Bars folgen.

Welches war der bisher grösste Flop?
Davon sind wir bis jetzt verschont geblieben. Was wir uns aber sicher einfacher vorgestellt haben, war eine Variante, die es erlaubt hätte, über Taste Match mit Freunden zusammen ein Restaurant zu finden, dass zu allen gepasst hätte. Da war dann aber die Onboarding-Hürde zu hoch.

Und was hast Du daraus gelernt?
Alles, was man macht, sollte so einfach wie möglich gebaut werden und so verständlich wie möglich aufgezogen werden. Oder, einfacher gesagt: Die Hürden sollten für alle Teilnehmenden so tief wie nur immer möglich sein.

« Bis 2029 wollen wir 70’000 bis 90’000 Restaurants auf der App abbilden. Heute sind es rund 1’500.»

Tobias Tobi Tröhler, Co-Gründer Taste Match

Wie gross soll Dein Startup in drei Jahren sein?
In drei Jahren ist Taste Match in mehreren europäischen Ländern verfügbar. Wir starten dort, wo unsere Stärken am besten passen: Städte mit einer lebendigen Gastro-Szene und Menschen, die gerne und oft auswärts essen. Barcelona, London oder Madrid sind genau solche Märkte, und es sind auch beliebte Reiseziele unserer heutigen Nutzer, was uns den Einstieg erleichtert. Technologisch können wir dank unserer automatisierten Datenpipeline ganze Länder erfassen, ohne auf die Mitarbeit der Restaurants angewiesen zu sein. Bis 2029 wollen wir so 70’000 bis 90’000 Restaurants auf der App abbilden. Heute sind es rund 1’500 Lokale in Basel, Bern, Luzern und Zürich.

Wo steht Taste Match in zehn Jahren?
Wir wollen den Leuten ihre Zeit zurückgeben, damit sie diese mit ihren Liebsten in einem Restaurant verbringen können statt mit der Suche. Deshalb ist Taste Match in zehn Jahren in den Köpfen europäischer Konsumenten so präsent wie andere Anbieter heute. Mit einem entscheidenden Unterschied: Wir zeigen den Leuten nicht, was es irgendwo gibt, sondern was wirklich zu ihnen passt. Wenn jemand in Europa überlegt, wo er essen gehen soll, soll Taste Match die erste App sein, die er öffnet. Das ist unsere Vision, und alles, was wir heute bauen, zahlt darauf ein.

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

Kommentare

2 Kommentare
  1. Andy Hostettler

    Für Menschen, die immer dasselbe essen wollen. Ich alleine habe schon mehr als 8 unterschiedliche Retaurant-Typen, die mir gefallen 😎

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    • Andreas Güntert

      Danke für diesen Input! Bin aber nicht ganz einverstanden. Nur weil man einer von 8 Typen ist, bedeutet das noch nicht, dass man immer dasselbe isst (und ist). Vielmehr stellt die Methodik einigermassen sicher, dass man Tipps von Menschen erhält, die in einer ähnlichen Welt daheim sind. Aber klar, man kann dies auch als Einschränkung der Vielfalt empfinden. Bist Du jemand, der Tripadvisor usw nutzt? Oder kommt Dir sowas nicht auf den Tisch und in die Tüte? Wünsche bonap, grüsse gut, -andreas aka der Internaut-

      Antworten

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