500MR, meine Regel der 500 Meter: Wo ich sie breche und wo meine Lugano- und Ascona-Perlen glitzern. 

Auf allen Privatreisen und in meiner ganzen Zeit als Reisejournalist bin ich mit meiner 500-Meter-Regel immer gut gefahren. Sie geht so: Überall dort, wo Züge, Busse oder Schiffe Touristen  ausspucken, bleibe ich nie. Ich gehe immer mindestens 500 Meter weiter. Man hat so eine faire Chance, den erstbesten Touristenfallen zu entgehen. Um eine Ecke mehr zu schauen, lohnt sich in jedem Fall. Ich halte die 500MR immer ein. Fast immer.

In Lugano breche ich die Regel. Wenn ich dort am Bahnhof ankomme, gehe ich nur gefühlte zehn Meter weiter. Ins Gebäude der Ferrovie Luganesi, ins Restaurant Anacapri. Man hat dort – bei der Reservation auf Fensterplatz bestehen! – einen One-Million-Dollar-Blick auf den See. Raviolini ripieni und Gnocchi im Haus hoch über dem Lago di Lugano – ein Träumli. Besonders auch auf der Terrasse. Eine meiner Ticino-Perlen schlechthin.

Lugano profitiert stark von der neuen Gotthard-Linie, der Bahnhof wird aufgehübscht. Und am 11. Dezember soll nach über zweijähriger Bauzeit auch das Funicolare, das den Bahnhof mit der Stadt verbindet, wieder rattern. Der Countdown läuft auf http://www.tplsa.ch/12/24/funicolare.html. Aktuell ist rund um die seenahe Piazza Riforma einiges an Open-Air-Action im Gange, die Luganesi feiern dort von Weihnachten nahtlos ins neue Jahre rüber und markieren mit Marktständen, Fest-Chalets und Open-Air-Bars bis zum 8. Januar Outdoor-Präsenz, www.nataleinpiazza.ch. Meine Lugano-Perlen: Fürs Frühstück ins Grand Café Al Porto http://www.grand-cafe-lugano.ch, für den Drink an bester Seelage in die Lounge des Seven Lugano http://seven.ch/sevenlounge/de/index.html.

Das Licht. Der See. Die Nähe zu Italien – Ascona kommt wieder in Mode. (Bild: DerInternaut.ch)

In Ascona liegt mir die Lounge des Seven ebenfalls am Herzen. In meinen Augen war es diese Gastronomie-Gruppe, die das etwas eingeschlafene Juwel am Lago Maggiore aufgeweckt und damit auch andere Gastgeber mitgerissen hat. Die 500MR bringt in Ascona schöne Erlebnisse. Meine Perlen: Das  Grotto Baldoria  wo es in sehr unkomplizierter Gesellschaft nur ein Menu gibt: Dasjenige, das dem Chef grad passt. In der Regel passt ihm ein rustikaler Mehrgänger zu einem Spottpreis  Etwas versteckt hinter der Piazza gelegen und mit einem romantischen Gärtchen ausgestattet: Das 3-Sterne Haus Riposo, das nach einer Winterpause ab 23. März wieder offen ist. Nicht zu vergessen ein Wasserloch, das ich nie verpasse: Die Al Torchio Piano-Bar. Wie Maestro Sergio in dieser knapp handtuchgrossen Bar alles gibt und alles singt, was die italienische Popmusik je hervorgebracht hat, haut mich jedes Mal um. Dafür ginge ich sogar 5000 Meter weit.

Fehlt Ihnen Locarno in diesem Post? Wird nachgeliefert. Wenn es im 2017 hier heissen wird: Make Ticino great again (III).

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