Sonnenstube der Schweiz reloaded: Wie sich das Tessin in Lugano, Ascona und Locarno herausputzt. Make Ticino great again, Folge zwei. Und warum ich in Lugano eine Regel breche, die ich sonst überall anwende.

Auf allen Privatreisen und in meiner ganzen Zeit als Reisejournalist bin ich mit meiner 500-Meter-Regel immer gut gefahren. Sie geht so: Überall dort, wo Züge, Busse oder Schiffe Touristen  ausspucken, bleibe ich nie. Ich gehe immer mindestens 500 Meter weiter.

Man hat so eine faire Chance, den erstbesten Touristenfallen zu entgehen. Um eine Ecke mehr zu schauen, lohnt sich in jedem Fall. Ich halte die 500MR immer ein. Fast immer.

Make Ticino great again: Regelbruch in Lugano

In Lugano aber breche ich die Regel. Wenn ich dort am Bahnhof ankomme, gehe ich nur gefühlte zehn Meter weiter. Ins Gebäude der Ferrovie Luganesi, ins Restaurant Anacapri.

Man hat dort – bei der Reservation auf Fensterplatz bestehen! – einen One-Million-Dollar-Blick auf den See. Raviolini ripieni und Gnocchi im Haus hoch über dem Lago di Lugano – ein Träumli. Besonders auch auf der Terrasse. Eine meiner Ticino-Perlen schlechthin.

Lugano profitiert stark von der neuen Gotthard-Linie, der Bahnhof wird aufgehübscht. Und Ende Dezember 2016 wurde nach über zweijähriger Bauzeit auch das Funicolare, das den Bahnhof mit der Stadt verbindet, modernisiert.

Meine Lugano-Perlen: Fürs Frühstück ins Grand Café Al Porto, für den Drink an bester Seelage in die Seven-Lounge, für Mitbringsel der süssen Sorte zum Lokalmatador Vanini.

Make Ticino great again: Uferpromenade in Ascona

Das Licht. Der See. Die Nähe zu Italien – Ascona kommt wieder in Mode. (Bild: DerInternaut.ch)

In Ascona liegt mir die Lounge des Seven ebenfalls am Herzen. In meinen Augen war es diese Gastronomie-Gruppe, die das etwas eingeschlafene Juwel am Lago Maggiore aufgeweckt und damit auch andere Gastgeber mitgerissen hat.

Ausflugsperlen in Ascona

Die 500MR bringt in Ascona schöne Erlebnisse. Meine Perlen: Das  Grotto Baldoria  wo es in sehr unkomplizierter Gesellschaft nur ein Menu gibt: Dasjenige, das dem Chef grad passt. In der Regel passt ihm ein rustikaler Mehrgänger zu einem Spottpreis

Etwas versteckt hinter der Piazza gelegen und mit einem romantischen Gärtchen ausgestattet: Das 3-Sterne Haus Riposo, das nach einer Winterpause ab 23. März wieder offen ist.

Nicht zu vergessen ein Wasserloch, das ich nie verpasse: Die Al-Torchio Piano-Bar. Wie Maestro Sergio in dieser knapp handtuchgrossen Bar alles gibt und alles singt, was die italienische Popmusik je hervorgebracht hat, haut mich jedes Mal um. Dafür ginge ich sogar 5000 Meter weit.

Leider befindet sich die Bar wie auch das ganze Haus seit 2019 in einem grösseren Umbau. Ich hoffe sehrsehrsehr, dass nach Wiedereröffnung auch Maestro Sergio dort wieder seinen Platz hat.

Fehlt Ihnen Locarno in diesem Post? Wird nachgeliefert. Mit der ersten Starken Strecke im Tessin, der schönsten Strasse in der Altstadt von Locarno.

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