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Home 9 Service  9 Richtig erholen im Urlaub (I): Kannst Du Ferien?

Richtig erholen im Urlaub (I): Kannst Du Ferien?

Datum

15. Juli 2017

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Kommentare

Home 9 Service  9 Richtig erholen im Urlaub (I): Kannst Du Ferien?

Endlich Ferien! Hier kommt Dein Ticket, um den Stress davor und danach besser zu umschiffen. Im Ratgeber richtig erholen im Urlaub.

Ohne Fähigkeitszeugnis geht heute fast nichts mehr. Wer im beruflichen Leben bestehen will, muss Ausbildung und Weiterbildung vorweisen, muss Ausweise, Lizenzen und Urkunden präsentieren. 

Du willst unterrichten? Lehrerpatent, bitteschön. Menschen im Umgang mit Geld beraten? Eidgenössischer Treuhänder-Fachausweis. Entbindungs-Management? Hebammen-Master!

Richtig erholen im Urlaub: Auch das sollte man lernen können

Ohne Beurkundung geht’s auch in der Freizeit nicht: Schweizer Schüler dürfen erst nach Bestehen der Veloprüfung auf die Strasse. Früher holten sich hiesige Kids ihre Licence to Swim per «Fröschlitest», heute pflügen sie sich heute durch eine Reihe von Grundlagentests.

Du willst segeln gehen? Segelschein! Menschen in kurzen Hosen die Offside-Regel beibringen? Go for it! Aber wo ist Deine Trainerlizenz?

Erholung in den Ferien – jetzt wichtiger denn je

Natürlich machen Zertifikate und Examen oft Sinn. Gut, dass man eine Prüfung ablegen muss, bevor man Auto fahren darf. Löblich, wenn Menschen das entsprechende Diplom erwerben müssen, bevor sie in gesellschaftlich anspruchsvollen Metiers tätig werden dürfen. 

Fassen wir uns kurz: Ohne Schein kein Sein in der Arbeit und im Job. Erstaunlich aber: Für einige der grössten und härtesten Aufgaben der Welt ist keine Prüfung erforderlich. 

Beispiele gefällig? Bitteschön: Eltern sein. US-Präsident sein. Pubertäts-Survival für Erwachsene. Pubertäts-Survival für Pubertierende. Freundschaften pflegen. Anständig Schluss machen. Und: Ferien machen. Letzteres mag etwas merkwürdig klingen. Aber just der Urlaub stellt viele Menschen auf eine harte Probe.

Ferien machen: Der Stress davor und der Stress danach

In den Tagen vor Abreise müssen Zilliarden von Dingen erledigt werden, nach Rückkehr platzt die Mail-Inbox aus allen Nähten. Statt Erholung, Ruhe und neue Energie nur Stress.  Damit muss man umgehen können, irgendwie.

Keine Angst: Als liberaler Mensch propagiere ich hier nicht den Erwerb eines Ferien-Führerscheins. Zumal ich dazu gar nicht lizenziert bin. Aber ein paar Tipps zum Thema «Richtig erholen im Urlaub» gebe ich gerne weiter.

Richtig entspannen in den Ferien: Schon vor Abreise damit beginnen

«Ferien muss man sich verdienen», hat mir Romy Gerhard mal gesagt. Die Geschäftsleiterin der Zürcher Firma HRnet, die unter anderem auf die Themen Arbeitstechnik und agiles Management spezialisiert ist, hat für mich da voll ins Schwarze getroffen.

Was sie damit meint: Wenn man im Ferien-Countdown ist, wenn vor Abreise noch eine Unmenge Dinge erledigt sein müssen, braucht es zwei Prioritäten: Was ist jetzt wirklich wichtig? Und: Woran werde ich gemessen?

Profis beginnen damit zwei Wochen vor Abreise. Sie erstellen eine Agenda mit Dingen, die unbedingt erledigt sein müssen. Sie blockieren Zeit für Unvorhergesehenes. Sie organisieren eine gute Stellvertretung und lehren diese, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Wer all das hinbekommt, kann in aller Regel locker in die Ferien abtanzen.

Richtig erholen im Urlaub: Ohne Burn-Out zum Take-Off

Wer es nicht schafft, kann ein Problem bekommen. Eines mit gesundheitlichen Folgen. Leute, die vor den Ferien unmenschlich hohen Einsatz leisten, in letzter Sekunde an den Flughafen hetzen, dort in den Sessel sinken und damit von 150-prozentigem Einsatz auf null herunterfahren, werden oft krank.

Weil der Körper nicht damit umgehen kann, in kürzester Zeit vom höchsten Stress-Level auf Ruhepuls gehetzt zu werden. Lizenzierte Fachleute sprechen dabei von einer Freizeitkrankheit namens «Leisure Sickness»

Richtig erholen im Urlaub: Anleitung für Ferien mit weniger Stress nach Heimkehr, Aufnahme von einem schönen Strand mit Sonnenschirmen und türkisfarbenem Meer.
Richtig erholen im Urlaub: Arbeiten oder Spass auf der Reise? Oder Arbeiten und Spass? (Bild: Pixabay)

Wer so unterwegs ist, also quasi schon vor Abreise ein temporäres Burn-Out einzieht, wird sich kaum Entspannung erleben. Zumal wahrscheinlich drei Tage vor Rückreise schon wieder das grosse Zittern einsetzt: Was habe ich vor Abreise vergessen zu tun? Was erwartet mich am ersten Arbeitstag?

Smart ist es natürlich, auch hier vorzusorgen: Die E-Mail-Abwesenheitsmeldung nicht auf den Tag der tatsächlichen Rückkehr einstellen, sondern auf einen Termin zwei Tage später. So schafft man sich etwas Luft.

Erholt aus den Ferien zurückkommen. Mit sanfter Landung

Es kann sich durchaus lohnen, schon in der Countdown-Phase vor den Ferien ans Heimkommen zu denken. Etwa beim Bestimmen des ersten Arbeitstages. Muss das immer ein Montag sein?

Wer beispielsweise auf Mittwoch setzt, verkürzt seine erste Arbeitswoche. Und rettet so mehr vom Ferien-Feeling in den Alltag rüber. Keine Bange, wenn sich beim Büro-Comeback das Pult biegt unter der Menge an postalischen Sendungen. Bewährte Ferientechniker ordnen daraus drei Beigen an: Dringend. Wichtig. Weniger wichtig.

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Die Unzahl an Mails, die während der Abwesenheit reingeflattert sind, muss man nicht immer nach Daten abarbeiten. Man kann sie auch nach Absendern ordnen.

Und stösst so zuerst auf die wichtigsten Dinge der wichtigsten Bezugspersonen. Wer so verfährt, ist fit für den Wiederbeginn.

Entspannung im Urlaub: Mails checken in den Ferien: ja oder nein?

Wobei wir beim Thema Mail auf ein grosses Ferien-Tabu stossen: Lindert es den Comeback-Stress, wenn man während der Ferien ab und reinschaut in die Inbox? Oder soll man das unter allen Umständen vermeiden?

Auch darüber müssen wir sprechen. Nicht erst nach den Ferien. Sondern hier. Bitte jetzt nicht Mails checken. Sondern bitte hier checken bei Bewusster Umgang mit Mails im Urlaub. 

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

Kommentare

3 Kommentare
  1. Andreas Müller

    Guter Text, vielen Dank. Erkenne mich in einigem wieder; Ferien müasen verdient werden? Oh ja!
    Aber tatsächlich ist gute Planung und gezielte Prioritätensetzung alles!
    Hoffe, mich erwischt die Leisure Sickness nicht….

    Antworten
  2. Edith Weibel

    Moin, Moin lieber Andreas
    Du hast es wieder mal auf den Punkt gebracht! Bravo! Ende der wöchigen Inselferien werde ich fürs nächste Ausspannen ein paar Tipps befolgen.

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  3. Rodolfo

    Hoi Andreas
    Hopp da hat jemand „Das Pupertier“ gesehen.

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