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Premiere in der Romandie: In Lausanne erklimmen wir den Bergpreis an der Rue Marterey. Ist das ein Krampf? Ja. Wird man belohnt dafür? Mais oui.

Es ist die Westschweizer Gretchenfrage schlechthin: Genf oder Lausanne? Lausanne oder Genf?

Genf gibt sich dank der Uno und seine Bankenszene gern international. Ja, es lassen sich auch in Genf unglobalisierte Strecken finden, doch der Anspruch manifestiert sich immer und überall: Genève will Weltstadt sein.

Lausanne im Gegensatz ist kleiner und unprätentiöser. Und in meiner bescheidenen Meinung auch: rockiger und grooviger.

Lausanne Laus Angeles
Laus Angeles: Klingt doch schön. Auch wenn hier nicht der Pazifik, sondern der Lac Léman aus der Ferne grüsst. (Bild: Internaut)

Was Lausanne auf jeden Fall ist: steiler als Genf. Lausanne ist, bezüglich seiner Hanglage und dem daraus resultierenden Auf und Ab der Strassen, eine Art San Francisco der Schweiz.

Damit nicht genug der Kalifornien-Vergleiche: Weil es lautmalerisch so nahe liegt, wird Lausanne da und dort auch «Laus Angeles» genannt.

Lausanne Rue Marterey

Aber genug beschrieben und verglichen jetzt.

Rein in die unglobalisierte Rue Marterey, die gleich oberhalb der stark globalisierten Rue du Bourg liegt.

Altstadt Lausanne: Ein Kaffeehalt

Wer in der Pin-Up Bar Halt macht, installiert sich zuoberst an der Rue Marterey – und kann hier den Bergpreis geniessen.

Altstaddt Lausanne, Rue Marterey

Wer draussen Platz nimmt sieht, wer von oben her einbiegt. Und von unten anschnauft. Wer drin sitzt, sieht davon weniger. Kann sich aber am hübschen Innenraum erfreuen.

Ein Drink

Das Le Java mit seinem Wohnzimmer-Look ist ein «home away from home». Im zweistöckigen Salon mit seinen tollkühnen Tapeten könnte man glatt einen ganzen Nachmittag verbringen.

Dabei ist es keine schlechte Idee, auch mal an einem «Titicaca» (Cointreau, Campari, Zitronensaft) zu nippen.

Lausanne, Rue Marterey: Eine Mahlzeit

Das Bleu Lezard ist ein Stadt-Original – und es liegt just dort, wo die Rue Enning und die Rue Marterey zusammenfinden.

Wir rühmen das Lokal jetzt nicht so sehr wegen der Küche, sondern wegen der Ambiance: In diesem quirligen Lokal spielen Alter, Herkunft, Erwerbsleben und dergleichen keine Rolle. Man bildet hier einfach ein Ensemble, welches das Leben feiert.

Oft genug auch an den Konzerten im Keller-Lokal, wo sich der Bogen von Rock bis Electro spannt.

Ein Shop

Ein Foulard, eine Handtasche, eine kleine Schmuck-Sünde gefällig? Dafür ist die Boutique No 28 eine sehr passende Adresse.

Natürlich an der Rue Marterey 28.

Noch ein Shop an der Rue Marterey

Thé-Tea-Tee ist ein wunderbarer schöner kleiner Teeladen, gleich beim Einstieg in die Rue Enning.

Unmöglich, sich hier nicht für ein Kraut zu begeistern.

Pardon, aber dieser Shop muss auch noch sein

Wenn sich Lausanner mit feinster Gourmet-Ware eindecken wollen, lenken sie ihre Schritte an die Rue Marterey.

Mauro Traiteur Lausanne
Steiler Weg, dicke Belohnung: Mauro Traiteur ist eine Muss-Adresse in Lausanne. (Bild: Internaut)

Ganz egal ob Käse oder Antipasti, Wein, Teigwaren oder Charcuterie: Bei Traiteur Mauro wird halb Lausanne glücklich.

Ja, der Fussweg zu Mauro ist steil. Aber er lohnt sich.

Ein Mitbringsel von der Rue Marterey in Lausanne

Dass wir in der Romandie sind, erkennt man nur schon an der grossen Begeisterung für Comics. Wobei man hier natürlich «Bande dessinée» sagt – oder kurz BD.

Rue Marterey Altstadt Lausanne

Seit unserem Abstecher in die Galerie Raspoutine begleitet uns eine Tintin-Miniatur, keck auf einem Podest angesiedelt. Zum Miniatur-Preis von zwölf Franken.

Ein Hotel an der Rue Marterey, Lausanne

Seit 2018 hat die Rue Marterey auch ihr eigenes Hotel. Im Zwei-Sterne-Haus Lausanne by Fassbind herrschen gemäss eigener Anpreisung «milde Preise.»

Wie mild die Preise wirklich sind, hängt stark von Saison und allgemeiner Auslastung ab. Das typische «Yielding» halt. Wer viel Glück hat, ist mit einer Übernachtung ab 85 Franken dabei.

Lausanne Rue Marterey: Die Anreise

Hartgesottene fahren mit dem Leih-Fahrrad vom Bahnhof her hoch. Alle anderen beginnen auch dort.

Aber sie nehmen die Métro bis zur Station Bessières.

Sehenswürdigkeiten in Gehdistanz zur Rue Marterey Lausanne

Der hübsche Stadtpark Parc mon Repos ist nur fünf Gehminuten vom Bleu Lezard entfernt. Ein Ort, wo das hektische Stadtleben ganz schnell an Tempo verliert.

Le Flon: Die gute Nachricht zuerst (und nein, es kommt keine schlechte dazu): Zum Quartier Le Flon geht es von der Rue de Marterey her bergab. Ein modernes Stadtquartier, das mit vielen Restaurants, Bars und Läden lockt. Und natürlich dem Club Mad, dem legendären Nachtclub von Lausanne.

Mudac: Keine fünf Gehminuten von der Rue Marterey entfernt wartet das Lausanner Museum für angewandte Kunst. Was Modemacher, Grafikern und Illustratoren so alles einfällt – das Mudac zeigt es.

Übrigens: Mit der Bahn sind es nicht mal 30 Minuten von Lausanne nach Montreux. Dorthin also, wo sich ein wichtiger Teil der Geschichte von Queen und Freddie Mercury ereignet hat.

Stadtkarte Lausanne, cooles Quartier in der Altstadt, Rue Marterey
Unverbindliche Empfehlung für die Rue Marterey Lausanne: Zehn Minuten gehen, fünf mal zehn Minuten geniessen.

Für die Serie «Starke Strecke» porträtieren der Internaut und seelenverwandte Autorinnen und Autoren städtische Strassen aus aller Welt, die nicht globalisiert sind.

Kein Starbucks, kein Zara, kein Hennes & Mauritz, kein McDonald’s – sondern lokale und regionale Anbieter aus Gastronomie, Hotellerie, Shopping und Kultur.

«Starke Strecke» ehrt Strassen, die Locals und Zugereiste gleichermassen glücklich machen. 

Noch mehr coole Strassen

Der Internaut ist in Grossstädten unterwegs und findet Strassen, die Spass machen zum Essen, Trinken, Shoppen. Strassen, die nicht globalisiert sind – sondern von lokalen und regionalen Angeboten leben.
Hier findest Du alle Starken Strecken

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