Steile Lernkurve in der Romandie: Wer diese Strasse hochgeht, kommt ins Schnaufen. Und wird belohnt.

Es ist die Westschweizer Gretchenfrage schlechthin. Wer macht das Rennen: Genf oder Lausanne?

Genève gibt sich international, ist aufs Big Business und die Uno ausgerichtet, will Weltstadt sein. So gross muss sich Lausanne nicht darstellen, die Stadt mag es ungepützelter, roher, «grooviger».

Meine erste Wahl: Lausanne. Obwohl es einem die Stadt ja nicht einfach macht. In der Regel geht es hier immer bergauf. Oder bergab, je nach Ansicht. Wer sich nicht ausdrücklich vornimmt, nur Strassen in der Traverse zu berücksichtigen, bekommt es mit der Topographie der Stadt zu tun. Und die ist nun mal hügelig. Ganz besonders im Fall der Rue Marterey.

 

Rue Marterer Lausanne

Starke Strecke Rue Marterey: Steil angelegt, mit viel Genuss verbunden. (Bild: der Internaut)

 

Die première Starke Strecke der Romandie liegt gleich oberhalb der globalisierten Rue de Bourg. Die Rue Marterey muss man erklimmen. Eine Starke steile Strecke. Dafür punktet sie mit einigen sehr hübschen und auch etwas versteckten Stationen.

2018 soll an der Strasse zudem ein Guesthouse für Backpacker öffnen. Um das Erlebnis zu vervollkommnen, nehmen wir den Strassenstummel Rue Enning mit dazu. Sie bildet den einen Schenkel eines stilisierten «A», dessen Querbalken sich beim Hotspot Bleu Lezard befindet.

Ein Kaffeehalt

Wer in der Pin Up Bar Halt macht, installiert sich ganz zuoberst an der Strasse – der Bergpreis quasi. Wer draussen Platz nimmt sieht, wer von oben her einbiegt. Und von unten her anschnauft. Wer drin sitzt, sieht weniger davon. Kann sich aber am hübschen Innenraum erfreuen.

Ein Drink

Das Le Java ist ein «home away from home». Im zweistöckigen Salon mit seinen tollkühnen Tapeten könnte man glatt einen ganzen Nachmittag verbringen. Dabei ist es keine schlechte Idee, auch mal an einem «Titicaca» (Bild) zu nippen. Was drin ist: Cointreau, Campari, Zitronensaft, Soda, Eis. Santé!

Eine Mahlzeit

Das Bleu Lezard ist ein Stadt-Original – und es liegt just dort, wo die Rue Enning und die Rue Marterey zusammenfinden. Wir rühmen das Lokal nicht so sehr, weil die Küche so hochstehend wäre – sondern wegen der Ambiance.

In dem quirligen Lokal spielen Alter, Herkunft und dergleichen keine Rolle. Man ist einfach ein Ensemble, welches das Leben feiert. Oft genug auch an den Konzerten im Keller-Lokal, wo sich der Bogen von Rock bis Electro spannt.

Ein Shop

Thé-Tea-Tee ist ein wunderbarer schöner kleiner Teeladen, gleich beim Einstieg in die Rue Enning. Unmöglich, sich hier nicht für ein Kraut zu begeistern.

Noch ein Shop

Ein Foulard, eine Handtasche, eine kleine Schmuck-Sünde? Da ist No28 eine sehr passende Adresse. Natürlich an der Strassennummer 28.

Ein Mitbringsel

 

Mitbringsel Starke Strecke Rue Marterey: Tintin, der sich hier neben dem Titicaca-Drink im Le Java in Szene setzt (Bild: DerInternaut.ch)

 

Dass wir in der Romandie sind, erkennt man nur schon an der grossen Begeisterung für Comics. Wobei man hier natürlich «Bande dessinée» sagt – oder kurz BD. Seit unserem Abstecher in die Galerie Raspoutine begleitet uns eine Tintin-Miniatur. Zum Miniatur-Preis von 8 Franken.

Die Anreise

Hartgesottene fahren mit dem Fahrrad vom Bahnhof her hoch. Alle anderen beginnen auch dort. Aber sie nehmen die Métro bis zur Station Bessières.

Und wenn wir schon einmal hier sind: Starke Orte in Gehdistanz zur Rue Marterey

Der hübsche Stadtpark Parc mon Repos ist nur fünf Gehminuten vom Bleu Lezard entfernt. Ein Ort, wo das hektische Stadtleben ganz schnell an Tempo verliert. https://www.myswitzerland.com/de-ch/park-mon-repos-lausanne.html

Quartier du Flon: Die gute Nachricht zuerst (und nein, es kommt keine schlechte dazu): Zum Quartier Le Flon geht es von der Rue Marterey her bergab. Ein modernes Stadtquartier, das mit vielen Restaurants, Bars und Läden lockt. Und natürlich dem Mad Club, dem legendären Nachtclub von Lausanne.

Mudac: Keine fünf Gehminuten von der Rue Marterey entfernt wartet das Lausanner Museum für angewandte Kunst. Was Modemachern, Grafikern und Illustratoren so alles einfällt – das Mudac zeigt es. https://mudac.ch

 

Starke Strecke Lausanne: Die unglobalisierte Rue Marterey liegt oberhalb der globalisierten Rue de Bourg

 

Für die Serie «Starke Strecke» porträtieren der Internaut und seelenverwandte Autorinnen und Autoren städtische Strassen aus aller Welt, die nicht globalisiert sind. Kein Starbucks, kein Zara, kein Hennes & Mauritz, kein McDonald’s – sondern lokale und regionale Anbieter aus Gastronomie, Hotellerie, Shopping und Kultur. «Starke Strecke» ehrt Strassen, die Locals und Zugereiste gleichermassen glücklich machen. 

Bisher erschienen:

Düsseldorf, Lorettostrasse

Milano, Via Vigevano

Turin, Via Giuseppe Barbaroux

Genf, Rue des Eaux-Vives

Rotterdam, Witte de Withstraat

Zürich, Josefstrasse

Hamburg, Wohlwillstrasse

München, Reichenbachstrasse

Madrid, Calle de Santa Isabel

Berlin, Brunnenstrasse

Locarno, Via Cittadella

Las Palmas de Gran Canaria, Calle Cano

Tel Aviv, Rabbi Yohanan Street

Bern, Lorrainestrasse

Barcelona, Carrer dels Carders

Biel, Untergasse

London, Croom’s Hill

Basel, Güterstrasse

Wien, Siebensterngasse

Lausanne, Rue Marterey

Amsterdam, Javastraat

New York, Thompson Street

Zürich, Bertastrasse

 

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