Indian Summer: Die besten Wälder in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Und der Laubfarben-Fahrplan für die USA.

Ich muss mich hier einmal stark machen für eine unterschätzte Jahreszeit. Kaum haben sich die letzten Tag über 25 Grad aus dem Land verabschiedet, setzt in der Regel der übliche Sommer-Abschiedsjammer ein. Dabei hat der Herbst eine Seite, die sonst keine Jahreszeit drauf hat: Wenn die Wälder im sogenannten «Indian Summer» ihr gewaltiges Farbenverfärbungsspektakel aufführen, bringt das einen zeitlich limitierten Zauber übers Land: Kommt es im Herbst zu einer nochmaligen warmen und trockenen Wetterperiode, führen unsere Wälder einen kostenlosen Cirque du Soleil auf.

Leaf peeping. Natürlich bringt man mit dem Wort «Indian Summer» zunächst einmal die USA in Verbindung. Dort wird das Herbstlaub-Spektakel auch «Fall Foliage» («Fall Foli-itsch) genannt. Und man geht das Thema generalstabsmässig an. Auf einer Interaktiven USA-Vorschau erfährt man per Datumseingabe auf einem Schieberegler, wo im Land die Wald-Action wann stattfindet. Quasi ein Farben-Fahrplan für der Blatt-Kolorierung im Indian Summer.

Indian-Summer-Fahrplan: Welche Wälder in den USA wann ihre Farben wie stark ändern. (Bild: Smoky Mountains/DerInternaut.ch)

Am bekanntesten für die herbstliche Open-Air-Show sind die Gebiete an der US-Ostküste. Dort verfolgt man das Treiben mit riesigem Interesse. Im Staat New York etwa checken Raschellaub-Fans online den «Fall Foliage Report», der akribisch über den prozentuellen Farbenwechsel («percent color change») informiert. Leute, die sich dem Thema mit grosser Begeisterung nähern, werden in den USA übrigens «Leaf Peepers» genannt. Wir übersetzen frei: Anhänger einer saisonalen und familientauglichen Peep-Show. Selbstverständlich kursieren in der  Ranking-fixierten USA auch Hitlisten. Wo sich die Wälder am schönsten herausputzen, hat     «Thrillist» geprüft und sich dabei durch jeden der 50 Staaten durchgearbeitet.

Hiergeblieben! Bevor Sie nun aber gleich dem US-Farbenzauber verfallen und Ihr Flugticket ins nordamerikanische Indian-Summer-Paradies kaufen: Auch in unseren Breiten geben die Herbstwälder ihr Bestes. Wir sind jetzt wohl noch eine Woche oder zwei zu früh dran für den bäumigen Pop-up – aber es lohnt sich immer, vorbereitet zu sein auf ein zeitlich limitiertes Spektakel. Der Internaut hat sich bei Profis in der Schweiz und im angrenzenden Gebiet der Nachbarländer umgehört und die besten Tipps für einen Indian – oder European – Summer eingeholt. Als höfliche Nachbarn lassen wir Deutschland und Österreich den Vortritt.

Deutschland: Am nächsten zur Schweiz liegt natürlich der Schwarzwald, der im Herbst für einmal seinem Namen unrecht tut und seine Farben spielen lässt. Der Naturpark Südschwarzwald gilt hier als lohnende Adresse. Und zwischen Tuttlingen und Sigmaringen – unweit der Donauquelle – rühmt sich Deutschland mit dem «Schwäbischen Grand Canyon», der Farbenzauber verspricht.

Österreich: Wer sich im Nachbarland einen Indian-Summer-Eindruck per Tagesausflug holen möchte, ist wohl am besten im Vorarlbergischen Bregenzerwald aufgehoben. Oder dann auch im Grossen Walsertal. Und klar, weiter östlich ergeben sich sehr viel weitere Möglichkeiten. Aber wir wollen uns hier beschränken auf die Sorte Herbstzauber, die in einem Reisetag Platz hat.

Schweizer Indian Summer auf dem Üetliberg. (Bild: ST/DerInternaut.ch)

Die Schweiz: Als Bestmarke des hiesigen Indian Summer können wohl die Wälder des Engadins gelten. Etwa die Wanderung um den Silsersee, die ein prima Farberlebnis verspricht. Aber auch Wallis, Tessin, Berner Oberland und sogar der Zürcher Üetliberg  geben ihr Bestes, wie eine Übersicht von Schweiz Tourismus zum hiesigen Herbstzauber zeigt. Hier ist der Report zum original eidgenössischen Indian Summer, Wandertouren inklusive.

Und jetzt müssen Sie mich entschuldigen. Ich muss raus. Rein in den «East-Indian-Summer». Muss noch kurz den Herbst retten.

Pin It on Pinterest