Clever erdacht und erstaunlich kompakt verpackt: Der portable und ultraleichte Magic Grill ist ein kleines Upcycling-Wunder. Aber beim Handling ist einiges an Feinmotorik nötig. 

Von allen Reise-Gadgets, die mir bisher untergekommen sind, ist der Magic Grill das verblüffendste. Nie hätte ich mir denken lassen, dass sich ein portabler Outdoor-Grill in einem schmalen Rohr verpacken lässt.

Ich hätte aber auch nie gedacht, wie viel Feinmotorik es braucht, um einen Grill fachgerecht aufzustellen. Ohne gleich alles vorwegzunehmen, kann ich hier schon einmal sagen: Sie lohnt sich, die Feinmotorik.

Der Magic Grill hat ein paar verblüffende Eigenschaften. Die augenfälligste ist bestimmt die Verpackung: Der ganze Grill steckt in einem Alu-Rohr.

 

Portabler Grill Magic GrillHier ragt er schon ein wenig aus dem Rohr: Der Magic Grill, ein Reise-Gadget der erstaunlichen Sorte. (Bild: Noa Spindler)

 

Dieses Alu-Rohr dient, wie wir gleich sehen werden, nicht nur als Aufbewahrungsort, sondern auch als Anker-Befestigung für den Grillrost, der sich stufenlos in Höhe und Breite verstellen lässt.

Der grosse Vorteil von Beginn weg: Wenn sich ein ultraleichter Grill in ein leichtes Alu-Rohr verstauen lässt, dann heisst das: Er ist irre leicht, der Grill.

Und das macht jeder Wandersfrau und jedem Wandersmann zunächst einmal: Freude.

 

Portabler Outdoor Grilll Siehst Du ihn, den Grill? Jawoll, er steckt im silbernen Rohr drin, das aus dem Rucksack ragt. (Bild: Internaut)

 

Der Magic Grill kommt also ultraleicht und ultraportabel daher. Was aber auch heisst: Die einzelnen Bauteile sind derart optimiert erdacht und so clever aufeinander abgestimmt, dass auch beim User, der alles zusammensetzen darf, einiges an Cleverness gefragt ist.

 

Clever erdacht, Cleverness beim Assembly gefragt

 

Menschen, die mit feinmotorischem Geschick, räumlichem Vorstellungsvermögen und blitzschneller Aufnahmefähigkeit gesegnet sind, werden keine Probleme haben.

Der Internaut gehört nicht zu diesen Menschen. Also hatte er Probleme. Was gut ist für Dich.

 

Eine Aufgabe mit drei Prüfungen

 

Der Internaut ist der DAU, der dümmste anzunehmende User. Was für Dich praktischerweise bedeutet: Was der Internaut schafft, das schaffts Du auch.

Für mich gestaltete sich der erstmalige Umgang mit dem Magic Grill als eine Aufgabe mit vier Prüfungen. Ich denke, dass ich immerhin drei davon geschafft habe.

 

Erste Prüfung: Grillrost erstellen

 

Wenn man das Alu-Rohr sanft kippt, kommen die Bestandteile des Magic Grills zum Vorschein. Am interessantesten zunächst: Der Grillrost.

Dieser ist aus Velo-Speichen gefertigt, nach Möglichkeit im Upcycling-Verfahren. Also aus Velospeichen, die schon mal an einem Velorad dran waren und ordentlich unterwegs waren.

 

Rost des Magic_Grill, ausgeklapptFrisch aus dem Alu-Rohr, lose aufgedröselt: Die Stäbchen (und Ex-Velo-Speichen), die zum Rost werden. (Bild: Internaut)

 

Der Rost des Magic-Grill, eingerastetDie eine Träger-Schiene wurde nach unten gefahren: jetzt sind die Grill-Stängeli eingerastet. (Bild: Internaut)

 

Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt der Grillrost-Aufbau recht einfach: Die einzelnen Speichen, die im Rohr noch dicht gebündelt beisammen liegen, hängen lassen, den Träger hinunterziehen und einrasten.

Etwas mehr Feeling braucht es dann, die Griffstange korrekt in den Rost einzuhängen.

 

Zweite Prüfung: Grillrost am Alurohr einhängen

 

Jetzt kommt einer der entscheidendsten Momente. Weil es darum geht, die Griffstange des Grillrostes korrekt am Alurohr anzubringen. Hier entsteht der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Magie des Magic Grills.

Bei dieser Operation spielt ein kleines «Verbinder-Gerät die Hauptrolle. Es muss am Alu-Rohr so eingehängt werden, dass es hält und stufenlos verschoben werden kann.

Klingt das vielleicht etwas kompliziert? Easy. Videos auf der Support-Site des Magic Grill zeigen genau, wie das ablaufen sollte.

Und: Bevor ich ins Grill-Habitat aufbrach, erstellte ein lieber Freund (und feinmotorisch begabter Mensch) im Garten des Internauten ebenfalls einen Bewegtbild-Beitrag.

 

So wird aus Fahrradspeichen ein ultraleichter Outdoor-Grill. (Video: Noa Spindler)

 

Hier wird das innige Verhältnis von Alu-Rohr, Grillrost-Stange und Verbinder sehr schön ins Bild gerückt, finde ich.

Auf jeden Fall sind wir jetzt parat für the real thing: Outdoor-Einsatz.

 

Dritte Prüfung: Inbetriebnahme

 

Nun kommt der Teil, der mir persönlich am besten passt: Einsatz des Magic Grills in der freien Natur, Brutzel-Belohnung inklusive.

Für den Ersteinsatz wählte ich natürlich nicht irgendeinen Grillplatz aus. Sondern ich nahm den Magic Grill mit aufs Hörnli, meinen Lieblings-Ausflugsberg bei Zürich.

 

Portabler ultraleichter Outdoor-Grill Magic GrillMagic Grill im Einsatz auf freier Wildbahn am Hörnli. Mit einer original Schweizer Cervelat auf dem Rost. (Bild: Internaut)

 

 

Die Installation gelang gut. Auch deshalb, weil ich einen Stein dabei hatte, mit dem ich das Alu-Rohr im Boden einschlug. Worauf man achten sollte: Wenn der Boden aus lockerer Erde besteht, fällt das Einstecken des Alu-Rohrs natürlich leicht.

Wenn man es mit hartem Untergrund zu tun hat, wird es etwas schwieriger. Dann empfiehlt es sich, den Boden zunächst etwas zu bearbeiten, beispielsweise mit einem Holzstecken ein Loch vorzubohren.

Im ersten Einsatz bewährte sich der Magic Grill absolut. Wenn das Teil erst einmal fachgerecht installiert ist, spielt es natürlich eine seiner grossen Stärken aus: Der Rost lässt sich stufenlos in der Höhe und um die Achse des Alu-Rohrs bewegen.

 

Vierte Prüfung: Rückbau

 

Positiv darf ich hier vermerken, dass es mir ohne grossen Aufwand gelang, den Grillrost wieder in die ursprüngliche Form zu bringen und damit ins Alu-Rohr hineinzuspedieren.

Deutlich schwieriger gestaltete sich das Ansinnen, auch den Rest der Gerätschaften wieder hübsch ins Rohr zu packen. Die vierte Prüfung – ich habe sie (noch) nicht bestanden.

 

Magic Grill: Die Stärken

 

Funktion, Gewicht, Verpackung, Design – was man von einem Reise-Gadget erwarten kann, stimmt hier alles. Ein sackstarkes Reise-Gadget, von A bis Z. Einfach genial.

 

Magic Grill: Die Schwächen

 

Wie obenstehend erwähnt: Der Magic Grill braucht – vor allem zu Beginn – etwas feinmotorisches Geschick. Und wie so oft gilt auch hier: Auspacken ist einfacher als fachgerechtes Versorgen.

Als Fortsetzung von «einfach genial» muss ich hier also anfügen: Aber nicht genial einfach. Mindstens zu Beginn nicht.

 

Magic Grill: Geeignet für

 

Alle, die gern draussen grillieren, dabei aber möglichst wenig Material mitschleppen und nicht auf einen Wegwerf-Grill setzen wollen. Und für alle, die entweder gute Feinmotoriker oder im anderen Falle mit etwas Geduld gesegnet sind.

 

Magic Grill: Preis

 

Auf der Website des Herstellers kostet der Magic Grill 69.90 Franken.

In der Regel moniere ich ja in der Preis-Kategorie meist, dass das besprochene Reise-Gadget eher teuer sei. Diesmal muss ich sagen: Für ein Gerät, das so clever konzipiert ist, sich immer wieder verwenden lässt, den Upcycling-Gedanken in sich trägt und dazu im Hochlohnland Schweiz gefertigt wird, ist der Preis okay.

 

Magic Grill: Note

 

Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt der Magic Grill bei mir mit einer Note durch, die ich bisher noch nie vergeben habe und auch weiterhin sehr sehr sparsam einsetze.

Aber diesmal muss es sein: Note 6.

 

Übrigens

 

Im Rahmen seiner Reise-Gadget-Recherche kommt der Internaut natürlich ständig an Bedienungsanleitungen vorbei. Das sind Schriftstücke, die in harter Ingenieurssprache gehalten sind und nur so strotzen vor Hinweisen, Warnungen und barschen Anweisungen.

in journalistischer Hinsicht können Bedienungsanleitungen also den Textsorten mit sprödem Charme zugerechnet werden.

Beim Magic Grill ist das ein wenig anders. Zwar wird natürlich auch hier auf alle möglichen Risiken hingewiesen, doch ich stiess im Regelwerk auf eine Formulierung, wie ich sie so noch nie bei einem Gerät aus der Kategorie Hartwaren gelesen habe.

Zum Umgang mit dem Magic Grill heisst es an einer magischen Stelle nämlich: «Bedienung am besten sanft und achtsam, vergleichbar mit einem Teeritual.» Das ist schön geschrieben. Und vor allem: Es stimmt.

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