Budget und Reisemotiv eingeben, dann übernimmt die Maschine: Auf Web-Weltreise der etwas anderen Art.

Versierte Globetrotter könnten aufgrund des Titels etwas in Verlegenheit geraten. Ist es menschenmöglich, dass man als reisekundiger Mensch noch nie etwas von einem Land namens «Inspiristan» gehört hat? Wo das wohl liegen mag? Ein zentralasiatischer Zwergstaat vielleicht, auf der Landkarte irgendwo rechts hinter Winterthur, wo sich Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan & Co tummeln?

Entwarnung, Erklärung, Erkenntnis. Keine Angst, liebe Globetrotter. «Inspiristan» gibt es als Land nicht. Es ist ein Kofferwort, das ich mir aus dem Begriff «Inspiration» und einem Werk meines geliebten Erzählers Karl May zusammengebastelt habe: «Durchs wilde Kurdistan». «Inspiristan» ist eine Chiffre dafür, wie man sich durch Inspiration zum passenden Ort leiten lassen kann.

Bekanntlich hat der Internaut ein Faible für Online-Ratgeber, die Reise-Inspiration liefern. Also Websites, die aufgrund von persönlichen Reisemotiven Vorschläge liefern. Destinationen, auf die man selber vielleicht gar nie gekommen wären. Wie ich immer mal wieder moniere, könnte in dieser Hinsicht einiges mehr laufen im Netz der Netze.

Mit der Website Tripaya kann man gemäss seinen Vorlieben Reisen planen

Mit Tripaya kannst Du Trips gemäss Inspiration planen. Oder einfach mal Deinen Gwunder reisen lassen. (Bild: Web)

Peppige Portugiesen. Nun bin ich kürzlich an einer Website vorbeigekommen, die ziemlich viel leistet punkto Inspiration. Mit Tripaya haben ein paar Jungunternehmer aus Lissabon einen hübschen Wurf gelandet. Unter Eingabe von Budget und Vorlieben – etwa Kultur, Familienspass oder Nachtleben – erhält man in Windeseile passende Reisevorschläge, jeweils eine Kombi aus Flug und Hotel. Mir gefällt, wie einfach die Eingabeformate gehalten sind und wie man die Resultate sortieren kann. Beispielsweise nach Wetter (Temperatur in auf- und absteigender Reihenfolge) oder Preis. Je nach marktfrischem Angebot können die Vorschläge dauernd wechseln.

Ich machte den Test. Liess mir einen Kultur-Trip für zwei Personen vorschlagen, vom 1. bis am 4. Juni, Maximalbudget 1500 Euro. Rembrandts Heimatstadt, das niederländische Leiden, wurde mir zu 787 Euro an erster Stelle genannt, gefolgt von Leipzig und Krakau. Da wäre ich jetzt selber wohl nicht draufgekommen. Am oberen Ende der Skala: Ubud auf Bali, 1397 Euro. Für drei Nächte wohl etwas kurz. Aber auch das lässt sich optimieren: Indem man die vorgeschlagenen Destinationen nach Reise-Distanz sortiert. Mir macht die Website viel Freude. Verreisen muss ich gar nicht unbedingt. So wie andere Leute zum Spass auf Homegate Häuser anschauen oder sich auf AllPosters durch Vintage-Plakate clicken, surfe ich manchmal auf der Website der peppigen Portugiesen um den Globus. Welcher Ort auf dieser Welt, den ich noch nicht kenne, könnte zu mir passen?

Inspirieren und Double-Checken. Natürlich kann sich bei der Darstellung eines schmackhaften Angebots auf Tripaya der Wunsch regen, sofort zu buchen. Ich möchte da zu etwas Zurückhaltung raten. Besser ist es wohl, die Preise der angegebenen Flüge auf einem Vergleichsportal wie Kayak zu checken und für Hotels die Dienste des Meta-Searchers Trivago in Anspruch zu nehmen. Damit Sie auf Ihrer Inspiristan-Reise nicht einen Zwischenhalt einlegen an einem Ort, wo keiner je hinwill: In Abzockistan.

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