Gerade mal 99 Gramm wiegt der wohl leichteste Taschenschirm der Welt. Taugt das Mini-Ding für die Reise? Der Internaut testet den Doppler Zero,99 bei heavy Weather. Zu wettern gibts da nichts. Fast nichts.

Schirme sind ein schwieriges Thema für den Internauten. In aller Regel sind sie mir zu schwer und zu sperrig. Kommen sie im Kleinformat als Taschenschirme daher, sind sie mir zu instabil. Und meist klappt es schon bald nicht mehr mit der Auf-Zu-Automatik.

Aber natürlich kann es nicht schaden, bei wechselhaftem bis stürmischem Frühlingswetter einen Kleinschirm mit dabei zu haben. Gerade auf Reisen. Und als mir kürzlich der gemäss Werbung «wohl leichteste Taschenschirm der Welt» ins Auge stach, da wusste ich eines.

Knirps, Dich teste ich. Aber nicht mini. Sondern maxi.

Taschenschirm im Test
Oben: 99 Gramm Taschenschirm. Unten: 100 Gramm Schokolade für Reisende. (Bild: Internaut)

Gerade mal 99 Gramm wiegt der Taschenschirm der Marke Doppler Zero,99. Das ist exakt ein Gramm weniger als eine Tafel Schokolade. Also fast nichts.

Wie wenig 99 Gramm sind, stellte ich per Gewichtbestimmungsgerät fest. Andere kleinstformatige Regenschirme im internautschen Haushalt bringen locker 250 bis 400 Gramm auf die Waage.

Taschenschirm im Sturmtief Luis

Als ich mit dem Schirm-Test begann, stellte sich eine glückliche Fügung ein: Das Sturmtief Luis fegte mit 60 bis 80 kmh durch die Häuserschluchten in der Zürcher Europaallee.

Heavy Weather in Zürich – das beste, was einem Schirm-Tester passieren kann.

Noch mehr Reise-Gadgets

Der Internaut testet regelmässig Reise-Gadgets. Kritisch, unabhängig, glaubwürdig. Hier findest Du alle Travel-Gadgets die der Internaut bisher geprüft hat.

Hier hätte die Schirm-Prüfung schon ein frühzeitiges Ende finden können. Jedenfalls befürchtete ich das, weil ich dachte, dass der Kleinschirm einen solchen City-Orkan nicht aushalten würde.

Links und rechts trieb der Sturm schon Blumentöpfe und ähnliches Kleingerät vor sich her. Ich war mir ziemlich sicher: Luis würde das Bonsai-Regenschirmli in ungefähr drei Sekunden komplett zerfetzen.

Kleinschirm besteht erste Prüfung

Natürlich produzierte Luis, der fürchterliche, sofort das zu erwartete Ereignis: Der regenreiche Sturm fegte mit Furor ins ultraleichte Schirmdach hinein, welches sich sofort umstülpte.

Dann aber passierte etwas Erstaunliches. Beziehungsweise: Das Erwartete passierte nicht.

Doppler Kleinschirm im Test
Heavy Weather an der Europallee: Stülp-Alarm – aber das Ding hält. (Bild: Internaut)

Das ultradünne Schirmtextil flog nicht in Fetzen auseinander, sondern flatterte und knatterte wie wild ums ultraleichte Gestänge herum. Und blieb dabei unbeschädigt.

Mit anderen Worten: Das Carbon-Aluminium-Gestänge des Doppler Zero,99 hatte den luftstarken Luis unbeschadet überstanden. Und das Dach, eine Polyester-Bespannung, zeigt sich bei Regen und Sturm ebenso stabil und sturmfest.

Doppler Zero 99: Die Stärken

Dieser erste Test (weitere folgten, siehe ganz unten) zeigt es klar: Der ultraleichte Winzling ist von der stabilen Sorte, hält also einen spontanen Windstoss aus.

Was mir auch gefällt: Durch seine Abmessungen, die eher an ein Brillenetui als an einen konventionellen Schirm erinnern, passt der Taschenschirm wirklich in jede Tasche. Für Damen wie für Herren.

Doppler Zero,99 geprüft von Reiseblog Internaut.
Ultraleichter Schirm, ultraleicht zu verpacken. (Bild: Internaut)

Das kann auch mal eine Jackentasche oder eine kleine Handtasche sein. Auch gut:. Anders als andere Reise-Gadgets gibt es beim Re-Assembly kein Problem.

Will heissen: Der Doppler Zero,99 lässt sich leicht aus der Hülle nehmen – und ebenso leicht wieder darin versorgen.

Mini-Schirm: Die Schwächen

Dadurch, dass der Minischirm so leicht ist, entsteht für mich aber auch ein Problem: Ich bin nie sicher, ob ich den knirpsigen Regenschirm wirklich dabei habe.

Weil er kaum spürbar aufliegt.

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Was mir nicht passt: Die Stange ist mir zu kurz. Was dazu führt, dass man den Schirm ständig sehr nahe am Kopf trägt. Das bedrückt mich zwar nicht existenziell.

Aber richtig angenehm ist es eben auch nicht.

Ultraleichter Taschenschirm: Geeignet für

Der Doppler Zero,99 ist ganz bestimmt ein Produkt für alle jene, die beim Reisen gerne ultraleicht unterwegs sind. Einfach deshalb, weil dieser Winzling nirgends viel Platz wegnimmt.

Sein geringes Gewicht macht den Taschenschirm auch für das Gegenteil von Regen interessant: Als Sonnenschirm, der locker und leicht im Strandkorb mitreist.

Regenschirm Doppler Zero,99: Preis

Eingekauft habe ich dieses Leichtgewicht beim Versanhändler Pro Idee. Bezahlter Preis: 29.95 Franken. Das mag für einen kleinen City-Regenschirm etwas viel erscheinen.

Aber bei längerem Einsatz kann sich das durchaus lohnen. Es ist mit Ultraleicht-Schirmen wohl so wie bei gewagter Bademode: Je weniger dran ist, desto teurer wird es. Oder so.

Taschenschirm geprüft: Fazit

Kann man überleben ohne diesen Kleinschirm? Ja, das scheint mir sehr gut möglich. Aber gerade im Frühling, der wohl typischsten Drei-Wetter-Taft-Saison, ist man gut beraten, stets einen Schirm dabei zu haben.

Und da macht der Doppler Zero 99 richtig was her.

Mini Regenschirm von Doppler im Test.
Aufpassen, dass er nicht gleich einen Abflug macht! (Bild: Internaut)

Auch wenn man stets aufpassen muss, wo man ihn zum Trocknen aufstellt. Ein Windstoss – und der kleine Kerl geht auf Flugreise.

Seine 99 Gramm machen den Doppler Zero,99 auch zu einer Art Flugdrachen. Meist dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann.

Knirpsiges Leichtgewicht: Note

Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt der Taschenschirm Doppler Zero,99 bei mir mit Note 5.25 durch.

Zunächst wollte ich das Teil sogar noch besser benoten.

Taschenschirm für die Reise von Doppler im Test
Haltestange zu kurz geraten: Das gibt Abzug bei der Stilnote. (Bild: Internaut)

Aber dann fiel mir zusehends auf, dass ich mich wegen der kurzen Haltestange nicht ganz wohl fühlte. Nun ist Schirm-Wellness wohl nicht das höchste aller Lebensziele.

Aber wenn ein Reise-Gadget nur schon in einer Dimension nicht top performt, hat das eben Abzüge bei der Stilnote zur Folge. Im vorliegenden Falle ganz besonders, wenn es um den Stiel geht.

Übrigens

Weiter oben habe ich Dir noch weitere Härte-Tests versprochen. Weil man als Taschenschirm-Testperson nicht immer das Glück hat, auf einen City-Hurrikan zurückgreifen zu können, habe ich den Härtefall des Stülp-Szenarios im Trockentest durchgespielt.

Wie genau? Du siehst es hier. Zu bemerken gibt es hier noch zwei Dinge: Danke an Kamerafrau Selina Güntert. Und: Der Doppler Zero, 99 hat auch diesen Test unbeschadet überstanden.

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