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Home 9 Service  9 Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Nie mehr Ärger mit Kabinengepäck

Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Nie mehr Ärger mit Kabinengepäck

Datum

15. März 2019

Kategorie

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Home 9 Service  9 Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Nie mehr Ärger mit Kabinengepäck

Wie viel Handgepäck darf mit ins Flugzeug? Hier kommt eine vierteilige Anleitung für die stressfreie Reise: Zwei Strategien, ein mustergültiger Fall und ein todsicherer Tipp.

56/45/25. Oder 48/33/20. Und dann noch 55/40/23: Was sagen Dir diese Abmessungen?

Nein, das sind nicht die Mini-, Midi- und Maxi-Masse eines Gartentisches nach EU-Norm. Und es sind auch nicht die Längenmasse eines Bauhaus-Coffee-Table-Books für drei verschieden grosse Coffee-Tischli.

Die eingangs erwähnten Angaben sind die Masse des erlaubten Handgepäcks bei verschiedenen Airlines. Man merkt schnell: Die Masse sind verschieden. Wie übrigens auch die erlaubten Gewichte. Sie reichen von fünf Kilogramm (Air China) bis 23 Kilogramm (British Airways).

Handgepäck im Flugzeug - was ist erlaubt?Alle Hürden passiert. Das Internaut-Handgepäck darf rein in die Kabine. Auf diesem Flug mindestens. (Bild: Internaut)

In einer Welt, in der alles und jedes reguliert und vereinheitlicht wird, regt sich bezüglich erlaubtem Handgepäck also eine höchst erstaunliche Vielfalt.

Höchste Zeit also für einen Ratgeber Handgepäck im Flugzeug.

Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Grössen und Masse unterscheiden sich stark

Es ist natürlich das gute Recht eines jeden Luftkutschers, eigene Regeln zu machen. Aber zu mehr Frieden über den Wolken führt das nicht. Sondern oft zu mehr Ärger. Meist schon am Boden.

Dann nämlich, wenn das mitgebrachte Handgepäck als zu gross oder zu schwer taxiert wird. Oder als zu gross und zu schwer. In jedem dieser Fälle ist mit schmerzlichen Nachzahlungen zu rechnen.

Bei wem kostet es wie viel? Du ahnst die Antwort: Jede Airline langt anders zu.

Wie kann man es vermeiden, zu einem Opfer im grossen Handgepäck-Bazar zu werden? Ganz einfach: Indem man sich vorbereitet.

 

Handgepäck-Strategie 1: Die Liste der grossen weiten Welt

Von allen Handgepäck-Übersichten, die ich mir online angeschaut habe, machte mir lange der Airline-Luggage-Size-Guide von Expedia den besten Eindruck. Leider funktioniert der damalige Link nicht mehr.

Skyscanner bietet ebenfalls eine Übersicht.  Für eine erste Vogelschau zu den herrschenden Abmessungen und Kilogramm-Angaben bezüglich Handgepäck im Flugzeug jedenfalls taugt diese Übersicht ganz ordentlich.

Zwei Bemerkungen dazu: Niemand kann garantieren, dass dieser Guide jederzeit tagesaktuell geführt ist. Deshalb vor jedem Abflug noch einmal kurz die momentan angesagten Bedingungen der gebuchten Airline checken.

Und: Das Handgepäck muss korrekt abgemessen werden. Das heisst: In die angegebenen Masse sind immer auch Rollen, Griffe und (die oft prallvollen) Aussentaschen des Handgepäckstücks einzubeziehen.

 

Handgepäck-Strategie 2: Grösse Abmessen per Handy

Handgepäck im Flugzeug abmessenHandgepäckstücke selber per Massband oder Lineal ausmessen ist natürlich eine mühsame Angelegenheit. Das weiss man auch beim Reiseportal Kayak. Und führt deshalb in der Kayak-App die Funktion «Miss deinen Koffer».

Mit Hilfe von Augmented Reality filmt man sein Handgepäckstück ab, worauf sich auf dem Handy-Screen ein virtuelles Gitternetz über das gute Teil legt – und dann die Masse errechnet und bekanntgibt.

Ich habe das mehrmals mit meinem blauen Trolley gemacht. Faszinierend, wie sich jeweils wie von Geisterhand filigranste weisse Linien ins Bild und über den Koffer schieben.

Aber auch etwas frustrierend: Wenn man den Koffer nicht millimetergenau abfilmt, wird man zum Schluss verschiedene Resultate erhalten. Wer eine absolut ruhige Hand hat und gute Nerven, kommt hier möglicherweise zu einem guten Ergebnis. Ich habe das nicht .Und bin deshalb nicht sehr happy.

Kommt dazu: Hat man einmal die Masse seines Gepäckstücks zweifelsfrei ermittelt, muss man sich doch wieder schlau machen, ob denn diese Masse mit dem Zentimeter-Regime der jeweiligen Airline übereinstimmen.

 

Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Ein mustergültiger Fall

Clever gelöst wurde das Problem des Ermitteln der Handgepäckmasse beim englischen Billigflieger Easyjet. Ähnlich wie das Reiseportal Kayak bietet auch die Easyjet-App eine Funktion (aktuell nur für IOS, ab iPhone 6S), mit der das Handgepäck gefilmt werden kann.

Handgepäck im Flugzeug: Bei Easyjet per Smartphone abmessen
Und jetzt bitte rein in die virtuelle Easyjet-Box: Jawoll, dieses Gepäckstück passt. (Bild: Internaut)

Das coole daran: Es geht bei diesem Vorgang nicht darum, irgendwelche Zentimeter- oder Inches abzuzirkeln. Viel einfacher: Es geht darum, sein Handgepäck in einen virtuellen Käfig zu fahren – und dann zu sehen, ob es reinpasst. Oder eben nicht.

Das ist wirklich hübsch gelöst. Kleiner Wermutstropfen: Es ist nicht ganz easy, auf der Easyjet-App zu diesem Feature zu finden. Es verbirgt sich im Menüpunkt «Meine Reisen» und taucht auf, wenn man dort runtersrollt.

 

Handgepäck im Flugzeug: Der todsichere Tipp für all Reisen

Dieser Tipp ist natürlich, wie bei allen todsicheren Angaben, so einfach wie kurz: Wenn Du Dir überhaupt keine Sorgen bezüglich Handgepäck machen willst, nimmst Du besser nicht das Flugzeug.

Sondern die Bahn oder den Bus.

 

Ratgeber Handgepäck im Flugzeug: Die grosszügigste Airline (in Zentimetern)

Vielleicht wünschen die geneigte Leserin und der geneigte Leser zum Schluss noch Klarheit zu den Massen im Einstieg dieses Blogposts.

Bitteschön: 56/45/25* ist das Mass aller Handgepäckdinge bei Easyjet. 48/33/20* gilt für Flüge mit Aer Lingus Regional. Und 55/40/23* ist angesagt bei Lufthansa und Swiss.

Beim Durchstreifen der Handgepäckbedingungen von etwa drei Dutzend Airlines ist mir übrigens Egyptair als grosszügigste Fluggesellschaft aufgefallen. Dort gelten die Masse 58/45/25*.

Ich gratuliere! Und hoffe, dass die zusätzlichen Zentimeter nicht an der Beinfreiheit abgehen.

*am Tag, als dieser Blogpost online ging. Mehr Verantwortung kann der Internaut nicht tragen. Wirklich nicht.

 

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als der Internaut lotet er ausserdem das Reise-Internet aus. Er findet Nützliches, Begeisterndes und manchmal auch Absurdes. Der Internaut ist ein Reise-Storyteller.

Kommentare

6 Kommentare
  1. Brigitte

    Supergutes, hilfreiches und interessantes Thema!
    Merci!

    Antworten
  2. internaut

    Vielen Dank für Deinen Input, min deern Brigi!

    Antworten
  3. Cat

    Vielen Dank! Toller Beitrag.
    Aber es wäre schön, wenn ihr die Begriffe Mass und Masse korrekt schreiben würdet – Maß und Maße. Damit man beim lesen nicht immer über die kritische Masse nachdenken würde 😉

    Antworten
    • internaut

      Hallo Cat, danke für den Input und sorry für die späte Antwort. Es ist eben so, dass wir in der Schweiz (wo der Internaut lebt und auch den Blog produziert) das deutsche «ß» nicht verwenden. Aber ein gutes Mass an Kritik schadet natürlich nie, findet -der Internaut-

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  4. Peter

    Toller Beitrag und gut recherchiert.
    VG Peter

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  5. internaut

    Hallo Peter, vielen Dank fürs Feedback, Gruss ,-der Internaut-

    Antworten

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