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Home 9 Schweiz 9 Rooftop Bars: Hier hoch zu den besten Dachbars

Rooftop Bars: Hier hoch zu den besten Dachbars

Datum

1. Juli 2017

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Home 9 Schweiz 9 Rooftop Bars: Hier hoch zu den besten Dachbars

Näher kommt man dem Himmel nie: Warum Rooftop-Bars so viel Freude machen. Und wo man die besten Dachbars in der Schweiz und weltweit findet.

Was sagt ein Mensch aus Zürich, wenn er zum ersten Mal das Meer sieht? Um das zu beantworten, muss man wissen: Der typische Zürcher ist serienmässig mit einer gewissen Grossmäuligkeit ausgestattet.

Er schweift mit angeborener Coolness über den Planeten und lässt sich nicht so leicht beeindrucken. Was ganz konkret bedeutet: Im Vergleich zu seiner Stadt zieht die Restwelt oft den Kürzeren. Vieles auf diesem Erdenrund, das weiss der Zürcher ganz istinktiv, wird latent eher überschätzt. Vieles, bis auf Züri. Easy, odr?

Rooftop-Bars: Zürich hat(te) einen Dachschaden

In einem Bereich aber, und das sollte wohl jeder weltläufige Zürcher mit einem gewissen Mass an Realitätssinn eingestehen können, hinkte die grösste Stadt der Schweiz der Restwelt lange hinterher. Und der Restschweiz – was den Zürcher entschieden stärker schmerzt – ebenfalls.

Die Rede ist von Dachbars. Also von jenen Open-Air-Tummelzonen zuoberst auf möglichst hohen Häusern, die einem ganz nah zum Himmel bringen. Und mit einer One-Million-Dollar-Aussicht glänzen. Ikonische Orte etwa wie die Sirocco Sky Bar im 63. Stock des Bangkoker Lebua-Hotel, bekannt aus dem Jungs-Film «Hangover 2».

Das Paradies für Fans von Dachbars

Bangkok ist generell ein Paradies für Rooftop-Fans, wie die Top 20 dieser Etablissements in der Thai-Metropole zeigt. Natürlich bieten auch Städte wie Shanghai, Hong Kong oder New York Betörendes für Leute, die in luftiger Höhe gerne Cocktails und anderen Drinks zusprechen.

Doch als jüngst die weltweit «most instagrammable Rooftop-Bar» erkoren wurde, schaffte es erneut Bangkok aufs Treppchen. Man erkennt: In einigen Städten wird die Dachetage zur Open-Air-Bespassung ausgehlustiger Menschen präpariert. Und tatsächlich: Mitten im Stadtzentrum auf einem bequemen Top-Ausguck ausspannen, Highlights der City betrachten und daneben etwas trinken – das ist natürlich die Höhe.

In der Limmatstadt Zürich ist das anders. Hier sind die höchsten Häuser meist Bürolisten vorbehalten. Und wenn zuoberst mal eine Gastro-Nutzung vorgesehen ist – wie etwa im Prime Tower, dann ist das zwar sehr cool inszeniert. Aber nix da mit Open-Air. Ein Dach trennt den Kopf vom Himmel.

Der Tag der Dachterrasse

Natürlich hat die Schweiz beispielsweise gegenüber Bangkok ein paar entscheidende Nachteile punkto Rooftop-Kultur und coolen Dachterrassen-Bars. Namentlich wohl das Wetter. Plus ein gewisser Mangel an absolut atemberaubenden Wolkenkratzern.

Kommt dazu: Dachbars und Terrassenen auf Dächern erfordern personellen Mehraufwand. Was sich im Hochlohnland Schweiz negativ auswirkt. Und, nicht zu vergessen, die helvetische Regulierungsdichte.

Trotzdem schlägt sich das Land nicht mal so schlecht. Die Dachkultur blüht oft im Verborgenen. So wird etwa in verschiedenen Schweizer Städten ein jährlicher «Rooftop-Day» unter öffentlicher Herzeigung privater Rooftop-Preziosen gefeiert.

Die besten Rooftop-Bars und Dachbars der Schweiz

Wenn mein Blick über die Dächer der Schweiz streift, würde ich Luzern mit der Suite Lounge & Bar des Hotels Monopol und der Penthouse Rooftop Bar im Hotel Astoria zur Königin hiesiger Dachbar-Kultur erküren.

Auch Bern macht sich mit der Sky Terrace auf dem Dach des Schweizerhofs ganz gut; zudem soll in der Bundesstadt von Mitte Juli bis Mitte August ein Pop-up Rooftop-Grill debütieren. Und seit 2020 hat man von der Attika Bar im Hotel Bern einen schönen Blick auf Berns Sehenswürdigkeiten.

Rooftop-Bars Schweiz: Dachbar Lausanne Flon, Reiseblog Internaut
Schön über Lausanne Le Flon gelegen, sehr in rot gehalten: Dachbar des Hotels MadHouse. (Bild: Internaut)

Rooftop-Bars in Lausanne: Sehr relaxed. Und sehr nobel

Einer meiner Lieblinge ist die Bar auf dem Dach des Hotels Ibis MadHouse im Lausanner Quartier Le Flon. Ja, in Lausanne gibt es 5-Sterne-Hotels von Weltruf. Aber der Internaut relaxt lieber auf dem roten Dach von Le Flon.

Du magst es etwas nobler on the Top? Voilà, in der Sky Lounge des Royal Savoy Lausanne locken Panoramablicke über den Genfersee, garniert mit exquisiten Häppchen. Wobei Lausanne auch am Boden sehr viel Spass macht. Nicht umsonst wurde die Waadtländer Metropole hier schon mit einer ersten Starken Strecke (Rue Marterey) erwähnt. Und einer zweiten, im Quartier Sous-Gare, unterhalb des Bahnhofs.

Von der Romandie zurück in die Deutschschweiz: Auch im sanktgallischen Rorschach weiss man um den Wert der gepflegten Dachkultur. Skylounge Bar 16 lautet die einschlägige Adresse.

Dachbars in Basel: Bebbi’s Delight

«Rooftop» muss nicht in jedem einzelnen Fall bedeuten, dass wir ganz spezifisch von einem Dach auf einem Haus sprechen. Es kann hier auch einmal von einem Dach die Rede sein, das auf einem Schiff liegt.

Wie im Falle des Deck 57 in Basel. Eine ungewöhnliche Location im Rheinhafen. Damit allein ist Basel bezüglich Rooftops aber noch nicht final abgefrühstückt. Ich habe mich beim Autor der Starken Strecke Feldbergstrasse Basel nach weiteren erhebenden Erfahrungen am Rheinknie erkundigt. Hier seine Skizze des Dachbar-Werkplatzes Basel.

Noohn: Klassische Dach-Bar, Lounge zum Pan-Asia-Restaurant. Viertel: Dachterrasse am Rande der Stadt, Partystimmung im Sommer. Kulturbeiz: Eher Beiz als Bar, aber grandiose Aussicht auf dem Silo des ehemaligen Warteck. Und Balthasar: Halb Dach, halb Balkon. Offenbar beliebt bei Jus-Studenten. Wahrscheinlich bei jenen, die durch ausgeprägten Wissensdurst auffallen.

Rooftop-Bars in Zürich: Eine Stadt wird high

Und in Zürich? Die Dachterrasse im Modissa-Haus an der Bahnhofstrasse  bringt seit 2015 einiges an Rooftop-Glamour nach Zwinglihausen. Im PKZ-Women-Haus an der gleichen Millionen-Meile kam ebenfalls 2015 die Hiltl Dachterrasse hinzu. Geniessen auf höchstem Niveau.

Nur ein paar Schritte weiter: Die Dachbar des Lady Hamilton’s Pub. Des weiteren gibt es da und dort hübsche Ausprägungen gelebter Dach-Kultur. Aber ein Zürcher Rooftop-Place in ansprechender Grösse, der einen One-Million-Dollar-Ausblick freigibt über den See bis hin zu den Bergen, der spontan zu «Wow»-Ausrufe anstachelt?

Solche Highflyer Bars waren meiner Meinung nach bisher Mangelware. Dachschaden eben. Aber in jüngster Zeit hat sich Zürich verbessert. Etwa mit dem «The View».

Dachbar The View Hotel Ambassador in Zürich: Beste Rooftops Bars der Schweiz
The View: Nah dem Himmel, ein Gewinn für Zürich. (Bild: pd)

Natürlich kann man «The View» auf dem Dach des Zürcher Hotels Ambassador à l Opéra nicht mit den Dach-Göttinnen von Bangkok vergleichen. Aber für hiesige Verhältnisse performt diese Dachbar richtig gut: Schöne Ausblicke, stilvolle Möblierung, intime Stimmung.

«The View», das darf man sagen, ist ein Gewinn für Zürich. Wobei es da einen weiteren Ort gibt in Seenähe für Gewinnerinnen und Gewinner: Am Utoquai, In unmittelbarer Seenähe, hoch oben auf der sechsten Etage, offeriert das bepflanzte Rooftoop des Hotels La Réserve Eden au Lac spektakuläre Blicke.

Dass sich etwas tut auf dem Rooftop-Werkplatz Zürich, beweist seit Sommer 2019 auch das Hotel Storchen. Dort wurde die Dachbar «The Nest» eröffnet.

Rooftop Bar The Nest Hotel Storchen Zürich, aus dem Reiseblog-Beitrag Rooftop-Bars in der Schweiz.
Seit Sommer 2019 zu besuchen: Rooftop-Bar The Nest auf dem Dach des Hotel Storchen, Zürich. (Bild: Internaut)

Grossartige Aussicht aufs Grossmünster, auf Limmat, See und all das, was Zürich ausmacht. Ebenfalls ein Gewinn für die City, wie sich von hier aus die Sehenswürdigkeiten Zürichs entspannt betrachten lassen.

Sehr cool in Zürich, auch bezüglich Frischluft-Bereich: Das George im Haus Ober. Und nicht zu vergessen: Die Terrassen der Warenhäuser Coop City, Globius und Jelmoli. Weitgereiste wissen es ja längst: In Warenhaus veritas. Und schon gar nicht zu vergessen in Zürich: Die Griederbar. Ganz nahe am Paradeplatz.

Zürich kann aber Rooftop nicht nur in der Stadt drin. Sondern auch ausserhalb. Zum Beispiel, man würde es kaum glauben, in einem Einkaufszentrum. Im eher schwach mondänen Volketswil empfiehlt sich das Bistro Inside im Shopping-Tempel Inside Volketswil.

Ja aber, was denn sagt nun der Zürcher?

Vielleicht möchtest Du jetzt noch wissen, was ein Zürcher sagt, wenn er zum ersten Mal das Meer sieht? Er sieht sich das Salzgeplätscher kurz an, hält seine Trendnase in den Wind – und sagt dann mit Weltkennermiene: «Ich hätte es mir wie grösser vorgestellt».

Womöglich wird er das auch sagen, wenn er die jüngsten Sprösslinge der Zürcher Dachbar-Kultur erklimmt. Aber das wäre nun wirklich zu cool. Man muss diesen jungen Pflanzen eine Chance geben. Man soll sie ordentlich tränken. Und dabei auch den eigenen Durst nicht vergessen.

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als der Internaut lotet er ausserdem das Reise-Internet aus. Er findet Nützliches, Begeisterndes und manchmal auch Absurdes. Der Internaut ist ein Reise-Storyteller.

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