Es ist so weit: Schweizer Restaurants öffnen ihre Innenräume wieder. Ein grosser Tag für alle Gastronomen. Und für sieben Internaut-Autorinnen und Autoren, die hier verraten, auf welche Restaurants sie sich am meisten freuen. Lokal, national, international.

Mit guten Freunden einen schönen Abend verbringen. Oder sich alleine etwas Gutes tun. Mit jemandem, den man unverhofft getroffen hat, einen halbstündigen Plausch im Cafe einlegen. Oder in Zweisamkeit dasjenige Haus ansteuern, das man schon lange mal selber erleben wollte.

All dies wird möglich sein, wenn die Innenräume von Schweizer Restaurants öffnen dürfen. Ein Stück Lebensqualität kommt zurück, für Gäste wie für Gastgeber. Endlich.

Restaurants öffnen wieder: Hier wollen Internaut-Vertraute hin

Weisst Du schon, in welches Restaurant Du als erstes gehen wirst? Mir kommen da einige in den Sinn. Und noch mehr Tipps kommen zusammen, wenn ich in die Runde höre.

Hier erzählen sechs Internaut-Vertraute, welches Restaurant sie als erstes ansteuern werden, wenn der Gastro-Bann gefallen ist. Sechs Weltenbummler sagen, auf welche Lokale sie sich am meisten freuen. Als siebter Restaurant-Schwärmer setzt sich der Internaut an den Tisch.

Restaurants öffnen wieder, Beitrag Reiseblog Internaut.
Restaurants öffnen wieder: Diese Lokale wird die Internaut-Crew früh ansteuern. (Montage: Hardy Kaiser)

Restaurants, Cafes und Bars sind mehr als nur Orte zum Essen und Trinken. In der Soziologie kommt diesen Räumen eine wichtige Rolle als sogenannter «Third Place» zu. Ein neutraler dritter Ort , der das Leben daheim und am Arbeitsplatz ergänzt.

Auf Reisen werden Restaurants oft zu einem kleinen Zuhause unterwegs. Und sei es nur, um als digitaler Nomade seinen Laptop aufzuschlagen, am eigenen Werk zu tippen und sich vom Summen und Brummen der Umgebung einlullen oder inspirieren zu lassen.

Restaurants als Third Place
Summen, Brummen, Kaffee trinken: Das Restaurant als «Third Place». (Bild: Unsplash)

Bald öffnen die Restaurant-Innenräume in der Schweiz – und hoffentlich auch in vielen weiteren Ländern – wieder. Ein kurzer Espresso, eine verdiente Pause zwischendurch, ein bereichernder Business-Lunch oder ein abendfüllendes Mahl: das wird jetzt wieder möglich.

In welches Restaurant in ihrer Stadt sie zuerst gehen werden, in welches in ihrem Land – und in welches irgendwo auf der Welt: Das verrät Dir hier ein Internaut-Septett. Zum Wohl!

Claudia Jucker, Zürich

Claudia Jucker vor dem Restaurant Josef in Zürich, Reiseblog Internaut.
Claudia Jucker findet Hauptgang-Konzentration langweilig. Und deshalb das Josef grossartig. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Wenn ich endlich wieder auswärts essen gehen darf, dann fällt meine Auswahl ganz klar auf das Josef an der Josefstrasse. Ich mag das Konzept, dass ich mich hier je nach Hunger, Lust und Laune durch eine Teller-Kombination essen kann. Das entspricht sehr meinem Wesen, da ich es langweilig finde, mich auf nur einen Hauptgang festzulegen. Gerne lasse ich mich von den Drinks verführen und geniesse das hochwertige, lokale Essen und die lockere Atmosphäre. Yeah Josef! Here we come.

Ein Restaurant in meinem Land: Gerne schweife ich mit meinen Fernwehgedanken in den charmanten Speisesaal des Hotel Fex im Oberengadiner Fextal. Selten konnte ich meine Seele so baumeln lassen, fühlte mich so ehrlich und herzlich willkommen und selten habe ich so gut gegessen. Man schmeckt die Qualität und die Wertschätzung gegenüber der Natur und der Region. Wer die weite Anreise wagt, dem lege ich ein, oder gleich zwei Übernachtungen ans Herz. Denn auch das Frühstück und das Kuchenbuffet am Nachmittag sind himmlisch.

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Berlin, Drinks und Frühstück gehen Hand in Hand. In der Stadt an der Spree ist das die Combo, die immer geht. Ist gutes Wetter angesagt, reservieren wir uns einen Tisch in Allans Breakfast Club, beobachten durch die Sonnenbrille, die hippen Menschen, die vorbei schlendern und geniessen das Zusammensein mit Freunden. Wir bestellen warmes Bananenbrot, Eggs Benedict mit Béchamelsauce und Avocado. Dazu eine Flasche Rosé zum Auftakt des Tages. Danach schlendern wir der Rykestrasse entlang und mischen uns unter die Prenzlauerberg-Menschen.

Claudia Jucker arbeitet als Content Creator und freie Journalistin mit Fokus Reisen, Familie und Lifestyle für Online & Print und ist für den Schweizer Vertrieb des Reisedepeschen Verlages aus Berlin zuständig.

Gregor Waser, Zürich

Gregor Waser vor dem Restaurant Schiwago in Zürich.
Gregor Waser findet: Schiwago – muss unbedingt sein. Frittierte Heugümper – müssen nicht unbedingt sein. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Nach dieser langen Durststrecke werde ich zunächst mal im Restaurant Schiwago an der Bertastrasse Zürich einkehren. Vor drei Jahren eröffnete hier der ehemalige Tessinerkeller- und Grüntal-Wirt Christian Egger ein Restaurant ganz nach meinem Geschmack. Solide, ehrliche Küche und stets gut für eine Überraschung. Mal gibt’s Bio-Metzgete, dann Papaya-Salat, auch mal Wildsau oder Murmeli. Mein Favorit ist das Cordon-Bleu, das beste in der Stadt. Zum Staunen lädt das Interieur mit vielem Krimskrams ein, auch die Weinkarte ist gut und günstig. Einzig der FCZ-Wimpel und die gelegentlich frittierten Heugümper müssten nicht sein. Egal. Bedienung und Stimmung sind toll, die Gartenlaube ein Highlight, ideal für den Apéro auf dem Heimweg.

Ein Restaurant in meinem Land: Das beste Entrecôte im Land gibts am Murtensee, im Hotel-Restaurant Schloss Salavaux. Schlossherr und Küchenchef Raymond Schauss zelebriert das lokale Rindfleisch, das geduldig am Knochen gereift ist und nimmt einen mit in den Weinkeller zur Auswahl eines edlen Tropfens. Am besten übernachtet man hier gleich. Die Ambiance ist eindrücklich. Ebenso die Landschaft rundherum.

Ein Restaurant irgendwo auf der Welt: Einer der cooleren Restaurant-Abende ausserhalb der Schweiz in letzter Zeit? Wohl jener in Orange in New South Wales, vier Stunden von Sydney entfernt, Heimatstadt meiner Liebsten. Im Hotel Mount Canobolas geht’s am Freitagabend hoch zu und her. Im Innenhof werden riesige und feinste Hamburgers, Steaks und Pizzas serviert. Die Stimmung ist aufgeräumt. Und wie es sich offensichtlich gehört in einer australischen Kleinstadt: Der Fotograf des Lokalblatts «Central Western Daily» taucht auf und macht Schnappschüsse der Gäste für die Rubrik «Out and about». 

Gregor Waser ist Reisejournalist und Mitgründer des Reisenews-Portals Travelnews.ch

Andreas Güntert aka der Internaut, Männedorf bei Zürich

Andreas Güntert in Zürich, zum Thema Restaurants öffnen wieder.
Andreas Güntert findet: Stadt-Feeling findet im Razzia statt. Unter anderem. (Bild: Internautin)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Als einer, der den Grossteil seines Lebens in Kleinstädten verbracht hat, verspüre ich stets grossen Hunger nach Grossstadt-Feeling. Diesen Hunger stille ich in Zürich am liebsten im Razzia. Im sechs Meter hohen Saal (einem ehemaligen Kino) ist viel Grandezza und Betriebsamkeit, eine graziöse Giraffe wacht gleichmütig übers Geschehen. Wenn sich das Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurken-Salat auch bei der Wiederöffnung noch auf der Karte findet – wovon ich hier einmal ausgehe – dann sage ich: «Schnitzel, bittesehr!»

Ein Restaurant in meinem Land: Immer wieder ein Liebling im Reise-Repertoire: Ankommen in Ascona, ein Bummel über die Piazza, ein Spaziergang durchs Gässchengewirr – und dann ein erstes Abendessen in der Osteria Nostrana. Gerne draussen, aber lieber noch drinnen – weil ich dort so gern den Kellnern zuschaue, wie sie durch den Raum flitzen. Und mir hoffentlich bald die Spaghetti-Kurpackung namens «Crudaiola» bringen, ein Nudel-Gedicht mit Tomaten, Rucola, Büffel-Mozzarella, Grana Padano und Pinienkernen.

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Leise knirscht der Kies. Baumblätter rascheln. Gläser klirren. Letzte Sonnenstrahlen glitzern durchs offene Dach: Selten habe ich mich in einem Restaurant so glücklich gefühlt wie im Mazel Tov in Budapest. Nur einmal war ich dort, nur ein einziges leckeres Pastrami-Sandwich habe ich gegessen. Ich würde jederzeit wieder hin. Ein kleines Stück Tel Aviv in Budapests jüdischem Viertel Elisabethenstadt.

Andreas Güntert ist Wirtschaftsjournalist bei der «Handelszeitung» und Gründer des Reiseblogs der Internaut.

Aude François, Paris

Restaurants öffnen wieder. Aude Francois auf dem Reiseblog Internaut über ihre Lieblingslokale.
Aude François findet: Crème brulée im Le Progrès muss sein. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Die Gegend um Montmartre ist voll von hübschen Restaurants.
Das Le Progrès mit seiner charmanten Terrasse direkt an der Rue des trois frères und seiner französischen Speisekarte spricht mich an. Mitten an einer Kreuzung gelegen, kann man die vorbeiziehenden Menschen beobachten und das andere Café um die Ecke. Am meisten freue ich mich im Le Progrès auf die Crème brulée.

Ein Restaurant in meinem Land: Ein Restaurant, das ich sehr gerne besuchen werde, ist das L’Alcyone in Honfleur, einer meiner Lieblingsstädte der Normandie. Was ich dort essen werde? Wahrscheinlich meinen Lieblingsfisch, Seezunge, dazu Weisswein und zum Dessert einen lokalen Camembert oder Crêpes, bevor ich durch die Stadt schlendere und mich vom Regenschauer überraschen lasse (sehr häufig in der Normandie). Die Atmosphäre dort ist angenehm und verträglich, die Leute lachen viel und sind sehr entspannt. Ferienstimmung!

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Einen sizilianischen Frühlingseintopf – Frittedda – geniessen. Oder frittierte und gefüllte Reisbällchen – Arancine – schnabulieren: Ins Restaurant Porta Terra in Cefalù würde ich jederzeit wieder hinreisen. Auch weil ich die Stimmung der Stadt so mag, die Strassenmusik – und die imposante Häuserfront des Porta Terra.

Aude François lebt in Paris und arbeitet dort an ihrem MBA in Mode, Luxus, Marketing & Innovation. Wenn die jüngste Kontributorin aus unserem Septett nicht studiert, reist sie am liebsten herum und entdeckt die Welt.

Brigitte Jurczyk, Hamburg

Brigitte Jurczyk über ihre Lieblingsrestaurants auf dem Reiseblog der Internaut.
Brigitte Jurczyk findet: Japan und Peru passt gut. Unterstatement und Übertreibung auch. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Wenn Restaurants öffnen in Hamburg, freue ich mich auf einen Abend im Nikkei Nine. Mir gefällt hier eigentlich alles: Das Interieur – ein wunderbarer Mix aus Understatement und Übertreibung, Moderne und Klassik, Coolness und Cosiness. Und natürlich das Kochteam, das sich immer wieder neue, überraschende Genussreisen mit Einflüssen aus der japanischen und peruanischen Küche ausdenkt.

Ein Restaurant in meinem Land: In Düsseldorf empfehle ich das Phoenix. Das Restaurant liegt ganz zentral im berühmten Drei-Scheibenhaus vis-à-vis des Schauspielhauses – einem Highlight der Nachkriegsmoderne und sichtbarem Zeichen des deutschen Wirtschaftswunder. Dort öffnet die Küchencrew ein Schaufenster zur international-modernen Aromenwelt in der ehemaligen Telefonzentrale der Thyssen-AG.

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Marie Monmousseau vom La Route du Sel – einem kleinen, zauberhaften Restaurant direkt an der Loire gelegen – hat mich mal sehr glücklich gemacht mit einer im eigenem Fett gegarten Foie gras, der sie die Schwere durch die Zugabe von mitgeschmorten süsslich-säuerlichen Äpfeln und in Armagnac eingelegten Weintrauben nahm.

Als Food- und Reisejournalistin, aber auch als privater Genussmensch liebt Brigitte Jurczyk Restaurants, die sie überraschen – mit erstaunlichen Aromen-Kombinationen und/oder einem extravaganten Interieur.

Roland Huber, Salzburg

Roland Huber, Salzburg, schreibt im Reiseblog Internaut wo er hingehen wird, wenn Restaurants öffnen.
Roland Huber findet keine Worte für Geschmacksexplosionen. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Jules kocht mit Leidenschaft und weiss, wie er Fleisch behandelt, um unfassbare Freuden auf den Gaumen zu zaubern. Die Wertschätzung dem Fleisch und allen anderen Lebensmitteln gegenüber schmeckt man mit jedem Bissen und die Weinkarte wird mit der gleichen Hingabe zum vollkommenen Genuss geführt. Der Weiserhof ist mein Lieblingsgastgarten in Salzburg.

Ein Restaurant in meinem Land: Das Steirereck am Pogusch in der Steiermark vereint für mich das Natürliche beziehungsweise Bodenständige mit hervorragender Qualität und hohem Niveau und viel Abenteuer.

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Osmans Töchter in Berlin: Unbeschreibbar, einfach auf Geschmacksexplosionen einlassen. 

Nach vielen Stationen – national & international – ist Roland Huber beruflich angekommen und seit 2016 als Fachlmeister im Fachl Salzburg sowie seit 2020 Geschäftsführender Gesellschafter von Fachl GmbH Deutschland & Schweiz aktiv.

Ursula Prügger, Rom

Ursula Prügger, Lieblingsrestaurants, Reiseblog der Internaut
Ursula Prügger findet: Wer schon vor Corona vor Ideen sprühte, sprüht nachher sicher noch viel mehr. (Bild: zvg)

Ein Restaurant in meiner Stadt: Das kleine Top-Restaurant Retrobottega, zwischen Piazza Navona und Pantheon gelegen, zählte vorher bereits zu meinen absoluten Favoriten. Die beiden Eigentümer und exzellenten Köchen sprühten schon vor der Corona bedingten Krise und den langen Schliessungen von unzähligen Ideen. Sie wussten sich auch im letzten Jahr mit enorm viel Innovationsgeist immer wieder neu zu erfinden.

Ein Restaurant in meinem Land: Das I Compari Pulperia a Venezia, gleich beim Rialto-Fischmarkt gelegen, ist ein winziges Lokal mit dem zartesten Tintenfisch und gutem Wein, mitten unter vielen touristischen Lokalen ein sicherer Hafen, auch für Einheimische.

Ein Restaurant irgendwo auf dieser Welt: Auf der Terrasse sitzen mit einem Glas steirischem Wein und davor die Weinberge, die bis nach Slowenien reichen, dazu regionale Köstlichkeiten von den neuen, jungen Besitzern Lilli Kollar und Joachim Gradwohl – das kleine Wirtshaus in Sulztal an der südsteirischen Weinstrasse Nr 22 ist traumhaft!

Die Österreicherin Ursula Prügger ist seit 30 Jahren in Rom zu Hause und dort beruflich als eine der beiden Gesellschafterinnen und Geschäftsführerinnen beim individuellen Reiseservice Localike Roma aktiv.

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