Was Autofahrern der Tanktourismus, ist den Airlines das Tankering: Billigen Sprit bunkern, bis die Tragflächen ächzen. Den Preis dafür zahlt die Umwelt.
Wenn Benzin und Diesel teurer werden, befeuert das in der Regel bei Autofahrerenden den Tank-Tourismus. Genau in dieser Art funktioniert Tankering in der Luftfahrt.
Tankering ist die Taktik der Airlines, sich an einem Flughafen übermässig mit Günstig-Kerosin einzudecken, um damit im Betrieb Geld zu sparen.

Aus einer rein betriebswirtschaftlichen Sicht macht ein solcher Kerosin-Grosseinkauf zum Tiefpreis im kostenintensiven Feld der Flugreisen natürlich absolut Sinn.
Vor allem deshalb, weil das Flugbenzin bei Airlines bis zu einem Drittel der operativen Gesamtkosten ausmachen kann. Wenn eine Fluggesellschaft hier sparen kann, ist das bares Geld wert. Egal, ob die Airline das Geld in günstigere Ticketpreise investiert – oder für sich behält, um ihre Margen aufzubessern.
Tankering: Wo kommt dieser Begriff her?
Tankering kann manchmal aber auch damit zu tun haben, dass es an gewissen Flughäfen Liefermangel oder sonstige qualitative Probleme beim Kerosin gibt.
Also versucht man, an sicheren Airports mehr von der begehrten Ware zu tanken (oder eben zu tankern).

Das Wort Tankering ist ein Gerundium des englischen Verbes «to tanker», das in Logistik und Transport-Kreisen meist als Fachbegriff für das Bunkern oder Lagern von Treibstoff verwendet wird.
Wenn Fluggesellschaften die Strategie des Kerosin-Bunkerns rein aufgrund von wirtschaftlichen Gründen praktizieren, spricht man in der Regel von Economic Tankering, wie es in der Luftfahrt-Wissensdatenbank Skybrary heisst.
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Zur AnmeldungWarum ist Fuel Tankering ebenso aktuell wie problematisch?
Relevant ist solcher preisgetriebener Flugbenzin-Mehrkonsum natürlich, weil Airlines mit dieser Betankungsstrategie Geld sparen können. Für die Umwelt aber ist renditeorientiertes Zusatztanken an günstigen Flughäfen eine problematische Sache.
Einfach gesagt ist es so: Wenn ein Flugzeug mehr Flugbenzin als nötig mitführt, wird es schwerer und verbraucht durch dieses Mehrgewicht mehr Treibstoff, was dann zu höheren CO2-Emissionen führt. Den Preis fürs Fuel Tankering zahlt also die Umwelt.
Um solche Vorratsbetankung zu unterbinden, hat die EU regulatorisch eingegriffen und dazu im Rahmen ihrer Umwelt- und Klimaschutzpolitik das Fuel Tankering zurückgebunden. Dies mit der ReFuelEU Aviation-Verordnung, die Airlines seit 2025 verpflichtet, mindestens 90 Prozent des benötigten Kerosins für einen Flug am Flughafen innerhalb der EU zu tanken, von dem der Rückflug angetreten wird. So wird die Praxis des Fuel Tankering als wirtschaftliche Bevorratung unterbunden.
Wie das Online-Portal Aerotelegraph im Januar 2026 berichtet, wurde diese EU-Regel, die das Fuel-Tankering stark einschränkt, auch in der Schweiz übernommen. Man könnte hier vom Grounding des Fuel Tankering sprechen. Oder etwa doch nicht?
Einschätzung: So wichtig ist dieser Reise-Branchentrend
Ob und wie lange Fuel Tankering mindestens als theoretische Massnahme wichtig bleibt, hängt wohl zum allergrössten Teil vom Preis des Flugbenzins ab. Oder, vorgelagert, von der Entwicklung des Iran-Krieges, der am 28. Februar 2026 begann.
Wenn sich die Bedingungen am Persischen Golf, namentlich beim Transport in der Strasse von Hormus, normalisieren, dann dürfte auch der Preis des Öls und damit des Kerosins sinken. Wenn die Probleme aber nicht gelöst werden oder sich sogar verschärfen, dann bleiben auch die Preise hoch. Sollte es sogar zu einem befürchteten Kerosin-Engpass kommen, dann wird man noch mehr von diesem Thema hören. Weil es dann nicht mehr nur um den Preis geht – sondern um die grundsätzliche Verfügbarkeit von Flugkraftstoff.
Name, Trend, Bedeutung: Tankering in der Bewertung
So wie sich Benzin-, Diesel- und Kerosinpreise wellenförmig entwickeln, so dürfte auch das Wort des Tankering immer mal wieder Konjunktur haben. Auf diesem Planeten ist ja leider irgendwie immer mal irgendwo Krise.
Auch wenn sich wohl alle – bis auf vereinzelte Profiteure – wünschen, man möge möglichst wenig von diesem Phänomen hören: Das Wort ist griffig, man versteht es schnell. Bezüglich sprachlicher Durchsetzungskraft gibt das eine Note 5+.
Do you speak Tankering? Drei Sätze von Jens Fehlinger bringen es auf den Punkt
An dieser Stelle gibt sich der Internaut jeweils Mühe, einen intelligenten Satz mit dem nämlichen Trendwort vorzuformulieren. Auf dass Du diesen beim nächsten Network-Meeting gleich kenner- und kennerinnenhaft einsetzen kannst. Wie Du das beispielsweise beim Trendwort des Townsizings schon nutzen konntest.
Aber heute verweise ich gerne auf einen Profi. Dies in der Person von Jens Fehlinger, CEO der Swiss. Er sagte der «NZZ am Sonntag» (Abo-Artikel) im Mai 2026 dazu drei schöne Sätze. Fehlinger bezieht sich auf die schwierige Kerosin-Lage und sagt, dass man Alternativen prüfe:
«Zum Beispiel das sogenannte Tankering. Das würde bedeuten, dass wir dort, wo es reichlich Sprit hat, komplett volltanken, um zusätzlichen Treibstoff nach Zürich zu bringen. Das ist uns heute aus regulatorischer Sicht untersagt, aber das würden wir mit der Politik anschauen.»

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