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Home 9 Reisen 9 Einmal noch im Leben (I): Was bedeutet eigentlich Bucket List?

Einmal noch im Leben (I): Was bedeutet eigentlich Bucket List?

Datum

1. Februar 2019

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Home 9 Reisen 9 Einmal noch im Leben (I): Was bedeutet eigentlich Bucket List?

Sehnsuchtsorte, die man unbedingt mal noch besuchen und erleben will: Jeder hat einen solchen Reisewunsch auf seiner Bucket List. Aber wo kommt das Wort überhaupt her?

Kennst Du diesen Moment an Cocktail-Parties, an Verwandtschaftstreffen oder am Firmenfest? Jenen Moment, an dem das Gespräch stockt, weil Du einfach nichts mehr zu sagen weisst?

Als einer, der immer mal wieder an Events jedwelcher Art zugegen ist, kennt der Internaut diesen Moment gut. Und natürlich auch das, was dann folgt: Peinliche Stille, verkrampftes Halten des Sektglases, aufmerksames Mustern der Schuhspitzen.

Und, als Höhepunkt der Verzweiflung: Nervöses Schielen nach dem grünen «Exit»-Zeichen.

Bucket List: Dieser Notfall-Satz geht immer

Irgendwann hielt ich das nicht mehr aus. Es muss doch, dachte ich mir, einen Satz geben, der immer geht. Eine Universalfrage, die meinen Gesprächspartnern die Chance gibt, etwas Interessantes zu erzählen. Ohne dass sie oder er zu viel von sich preisgeben muss.

Ich habe in der Vergangenheit mit einigen Ideen und Tipps für solche Sätze rumgepröbelt. Einer meiner Favoriten ist die Frage: «Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?» Da kommt immer sehr Erstaunliches heraus. Oder auch: «Welches Buch oder welche Bücher lesen Sie gerade?» Oder: «Was wollen Sie unbedingt noch lernen?»

Die Reise-Karte spielen

Wenn es aber irgendwie geht und passen könnte, spiele ich die Reise-Karte. Weil fast alle Menschen gerne reisen. Oder zumindest davon erzählen.

Es geht um eine Frage, die man jeder und jedem stellen kann: Der Jungunternehmerin, dem Raumpfleger und dem emeritierten Professor für Molekularphysik. In jedem Land und jeder Kultur.

Bucket List deutsch: Was bedeutet das Wort Bucket List eigentlich genau, woher kommt es? Im Bild ein Eimer mit einer eingesteckten Landkarte zum Sonnenuntergang an einem See

Bucket List: Der Eimer steht, der Reise-Plan ist parat: Kennt jede und jeder. (Bild: Internaut)

Man kann die Küchen-Aushilfe ebenso fragen wie den Honorarkonsul von Paraguay, man kann den Satz der Bionik-Professorin vortragen und dem Deputy Chief Technology Officer ebenfalls.

Es ist die Frage nach der Bucket-List. Die Frage lautet: Wohin wollen Sie unbedingt mal noch reisen in Ihrem Leben? Mit dieser Universalfrage habe ich schon viel Spannendes erfahren.

Es geht mir dabei um mehr als eine blosse Liste der Sehenswürdigkeiten, die jemand abhaken will. Sondern um die Motivation für die genannten Ziele. Das verrät einiges über die Menschen. Weil das Thema mit Träumen zu tun hat, mit Inspiration und persönlichen Zielen.

Doch die Frage nach der persönlichen «Bucket List» wirft zuvor eine Vorfrage auf. Jene nach dem Begriff an und für sich.

Was bedeutet eigentlich «Bucket List»?

Die «Bucket List» bezeichnet, einfach gesagt, jene Dinge, die man einmal in seinem Leben noch gemacht haben möchte. Weil man sie noch nie zuvor getan hat. Übertragen aufs Reisen: An einen Ort hinreisen, wo man noch nie war. Aber unbedingt mal noch hin möchte.

Das englische Wort «Bucket» spielt hier gleich mehrfach rein. Es bedeutet einerseits «Eimer» oder «Kübel», aber auch «Löffel» oder «Grabgefäss». Wenn der Angelsachse von «kick the bucket» spricht, meint er «den Löffel abgeben.»

Einmal noch im Leben: die Löffelliste

Wobei der Löffel auch in der deutschen Sprache ein Synonym ist für die berühmte Bucket Liste. Wenn man von der Löffelliste spricht, meint man damit etwas ganz Bestimmtes.

Gemeint sind dann alle Dinge und Ideen, die man noch tun und umsetzen will, bevor man den berühmten Löffel abgibt. Aber zurück zum Eimer oder eben dem «Bucket».

Bevor einer den Eimer weggekickt 

Offenbar kommt die Redensart aus einer Zeit, da sich Lebensmüde typischerweise per Aufhängen aus dem Leben verabschieden wollten. Zur Wortherkunft gibt es viele Erklärungen. Besonders nachvollziehbar finde ich jene des «Urban Dictionary». 

Gemäss dieser Definition legten sich früher Selbstmordwillige eine an der Decke befestigte Schlinge um den Hals und stiegen auf einen Eimer. Wenn dann ein Gehülfe den Eimer wegkickte, war die Sache gelaufen.

Daraus ergab sich der Begriff des «kick the bucket». Und die «Bucket List» wäre dann quasi die Liste der Dinge (oder in unserem Fall Reisen) die man noch gemacht haben will, bevor es zu spät ist. Bevor also einer den Kübel wegkickt. Und damit die ganze Inspiration im Eimer ist. 

Bucket List deutsch: Ein Wort macht Karriere

Als jüngst sogar mein 15-jähriger Neffe (ein Schweizer Junge) das Wort verwendete, fiel es mir endgültig auf: «Bucket List» hält langsam und sicher Einzug in die deutsche Sprache.

Wohl auch deshalb, weil es in nur zwei Wörtern sagt, wofür wir im Deutschen selbst mit einem halben Dutzend Wörtern noch nicht richtig ans Ziel kommen.

Ein Film machte die Bucket List spruchreif

Wahrscheinlich legte der Film «Bucket List», der 2007 in unseren Kinos unter dem Titel «Das Beste kommt zum Schluss» anlief, schon mal einen Grundstein für die gehäufte Verwendung des englischen Wortpaars.
Das Internet, die sozialen Medien und der omnipräsente Worldspeak English haben die Verbreitung von «Bucket List» wohl noch befeuert.

Auf jeden Fall ist es so, dass wir das Wort immer häufiger finden und verwenden. Gemäss Google war das nämliche Wortpaar in Deutschland bis vor zehn Jahren als Suchanfrage quasi inexistent. Mit dem Film änderte sich das – und seither hat der Ausdruck «Bucket List» eine ziemliche Karriere hingelegt.

Bucket List: Karriere eines Wortes

Karriere eines Wortes: «Bucket List» hat sich im deutschen Sprachgebrauch einen Platz geschaffen. (Quelle: Google Trends)

Gemäss einer weiteren Quelle, dem von mir hoch geschätzten Merriam-Webster-Thesaurus, ist das Wort «Bucket List» noch sehr jung.

Es soll selbst im angelsächsischen Gebrauch erst im Jahr 2006 erstmals aufgetaucht sein. Seither gilt «Bucket List» als universell verständliche Wunschliste der Ideen fürs persönliche Restleben.

Längste begehbare Reise-Wunschliste der Welt

Viele Städte,  Länder und Inseln leben nicht schlecht davon, dass sie sich auf der Reise-Wunschliste der Menschen finden. «Neapel sehen und sterben (oder vielleicht doch lieber erleben?)» ist wohl eines der berühmtesten Beispiele aus der Umgangssprache.

Auf eine muntere Art und Weise spielte die Schweizer Airline Edelweiss das Thema. Im Sommer 2018 installierte sie am Flughafen Zürich die laut Eigenwerbung «längste begehbare Bucket List der Welt».

Begehbare Reise-Wunschliste Bucket List der Airline Edelweiss am Flughafen Zürich-Kloten

Kübelweise Ideen und Inspiration für Reisen: Begehbare Bucket List der Airline Edelweiss am Flughafen Zürich-Kloten. So zu sehen im Jahr 2018. (Bild: Internaut)

In einem sprachlich hohen Treuegrad handelte es sich dabei um 231 Eimer, die mit Edelweiss-Destinationen verziert sind. Und mit Dingen, die man an diesen Orten unbedingt einmal getan und erlebt haben sollte.

Eine 120 Meter lange Installation globaler Sehenswürdigkeiten, die am Flughafen Zürich-Kloten alle jene auf neue Ideen und Ziele zum Reisen brachte, die vorher vielleicht ein Problem mit der persönlichen Inspiration hatten. 

Meine Bucket List. Und Deine

Nachdem wir nun in Sachen «Bucket List» auf ziemlich ausführliche Sprachreise gegangen sind, steht nächste Woche der praktische Teil an: Wie sieht, einerseits, die Reise-Wunschliste aka Bucket List  des Internauten aus?

Was mich aber eigentlich viel mehr interessiert: Wie sieht Deine Bucket List bezüglich Reisen aus? Welches sind Deine Ideen für Ziele, die Du unbedingt mal noch sehen und erleben willst und deshalb auf der Liste stehen hast?

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Was willst Du wo erleben – und warum genau dort?

Bucket List: Welche Reise-Ideen stehen auf Deiner Liste der Inspiration? (Bild: Shutterstock)

Autor:in

Andreas Güntert

Andreas Güntert

andreas.guentert@derinternaut.ch

Seit 1994 erforscht und beschreibt Andreas Güntert hauptberuflich als kritischer Sympathisant der Wirtschaft die Schnittstellen von Konsum, Gesellschaft und Reise-Industrie. Als Reiseblogger der Internaut lotet er das Reise-Internet aus. Der Internaut ist ein Storyteller – unabhängig, munter, pointiert. Und immer seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet.

Kommentare

2 Kommentare
  1. Stefan Stulle

    Wunschliste ist es in der deutschen Sprache. Von wegen halbes Dutzend.

    Antworten
  2. internaut

    Hallo Stefan, vielen Dank für Deinen Input. Ja, in dieser Kürze kann man es natürlich auch sagen. Wobei: Die meisten Leute, die ich darauf anspreche, sind oft sehr viel ausführlicher in ihrer Beschreibung. Weil meist noch Begriffe wie «einmal noch im Leben» fallen. Ich wünsche Dir einen schönen Tag, Gruss, -der Internaut-

    Antworten

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