Genuss-Biker oder Hardcore-Rotzer? Eher Flow oder lieber full Karacho? Welcher Mountainbike-Typ bis Du? So findest Du heraus, we zu welcher MTB-Rasse Du gehörst.

Edi hatte definitiv eine soziale Ader. Als ich bei ihm mein erstes Mountainbike erstand, lud er mich spontan ein. Auf eine Ausfahrt mit seinen Jungs.

Ich ging mit. Und erlebte – im nur schwach alpinen Zürcher Unterland – ein doppeltes MTB-Stahlbad. Schon der hurtige Aufstieg brachte mich zum Japsen. Das hatte ich erwartet. Nicht aber, dass die Abfahrt noch schlimmer werden würde: «Karacho!», riefen die Jungs und rasten auf ihrem Mountain-Bike in einer Art talwärts, die mich um Leib, Leben und Handgelenke fürchten liess. Wo ich vor Wurzeln und Bäumen bremste, drehten Edi und seine Downhill-Berserker erst richtig auf.

Welcher Mountainbike-Typ bist Du?

Was ich seither weiss: Nie mehr Karacho! Was ich mich frage: In welche MTB-Kreisliga gehöre ich? Man sollte sich selber richtig einschätzen können, wenn man eine neue Tour befährt oder sich in eine Gruppe einordnet.

In dieser Hinsicht gefällt mir, wie Schweizer Ferienwerber vermehrt auf Details bei MTB-Touren hinweisen. Die Bündner etwa zeigen unter www.herbert.bike/touren, welches Mass an Fahrtechnik und Kondition pro Ausritt abverlangt wird. Wer sich grundsätzlich in eine Typologie einordnen möchte, wird auf der MTB- Site der Sportmesse Ispo gut bedient. Hier werden die fünf grundsätzlichen MTB- Typen gezeigt, mit Tipps zu den spezifischen Velos pro Zielgruppe. 

Mein Typus: Tour. Und Deiner?

Nach Edis Höllentrip kurvte ich zum nächsten Landgasthof und feierte mein Überleben mit Vivi Kola, Bassersdorfer Schüblig, Kartoffelsalat und Zürcher Landwein.

Heute ist mir klar, dass das bedeutend mehr war als ein Kalorien-Festival. Es war ein sportliches Statement.

Welcher Mountainbike Typ bist Du? Beitrag auf dem Reiseblog der Internaut
Welcher Mountainbike-Typ bist Du? Also der hier bin ich nicht. (Bild: Pixabay)

Gemäss der Ispo-Auflistung gehöre ich zum MTB-Typus der Tourenfahrer, die «den sanften Einstieg in den Sport suchen und den Reiseaspekt in den Vordergrund stellen.»Dazu passt auch mein Wanderverhalten: Lieber nah und zahm, statt weit und supersteil. 

Dazu gehört für mich auch das Kennenlernen der lokalen Kultur und das Geniessen regionaler Spezialitäten.» Passt perfekt. Am hübsch gedeckten Tisch gebe ich alleweil Karacho.

© SonntagsZeitung; 08.05.2016

Pin It on Pinterest