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Hübsch verpackt, lange haltbar, guter Nährwert: Protein-Snacks sind im Trend. Aber wie schmecken Protein-Bällchen? Ein Gourmet degustiert. Und hat einen besseren Tipp für den idealen Wanderproviant.

Es ist schon eine Weile her, seit ich meine persönliche Top 7 für den Reiseproviant vorgestellt habe.

Was für mich damals – und heute noch – wichtig ist: Superfood für die Reise sollte gut halt- und transportierbar sein. Und ich achte auf zwei Faktoren: Spassfaktor (sollte möglichst hoch sein) sowie Brösel- und Saft-Faktor (bitte möglichst tief).

Wanderproviant Protein-Bällchen: Trendig, rund, gesund

Aber natürlich sollte beim Reiseproviant auch die Energiezufuhr stimmen. Gerade auf Wanderungen ist es wichtig, schnell auftanken zu können.

Idealer Wanderproviant? Protein-Snacks im Test
Eine Protein-Ballung auf der Wanderung. Wie schmecken solche P-Balls? (Bild: Bernhard Fischer)

In dieser Hinsicht werden immer wieder trendige Protein-Snacks gerühmt. Was dabei gut zu meinen Anforderungen passt: Die Kügelchen sind lange haltbar und eignen sich gut für den Transport.

Aber wie steht es um den Spassfaktor?

Idealer Wanderproviant? Ein Feinschmecker verkostet Protein Balls en route

Bei Genuss-Themen übergebe ich gerne an einen ebenso begabten wie affinen Fachmann.

Zum Einsatz in Sachen Proteinbällchen für die Wanderung kommt ein lieber Kollege, der auf allen wichtigen Feldern trittsicher ist: Bernhard Fischer, seines Zeichens Wirtschaftsredaktor, Wanderfreund und Feinschmecker. Go, Bernhard: go!

Protein-Bällchen im Test: Die Verpackung

Das Säckchen ist praktischerweise vorperforiert. Allerdings sollte man gerade nach unten aufreissen und nicht zur Seite, sonst gerät die Öffnung zu klein. Und es wird schwer, das Bällchen herauszubekommen.

Gerade nach einer Wanderung, wenn man hungrig ist, sollte es einfach und schnell gehen. Hat man den Dreh einmal raus, ist es einfach und funktioniert auf Anhieb.

Reiseproviant im Test: Wie schmecken Protein-Bällchen
Korrekter Aufriss will gelernt sein: Protein Balls im Test. (Bild: Internaut)

Die Bällchen überstehen den Transport bestens, die steife Verpackung schützt den Inhalt vor Druck und Quetschungen optimal. Tauglich für Rucksack und Clutch, für Kletterer und Verabredungen auf dem Üetliberg, vielleicht nicht für die Hosentasche.

Protein-Ball-Verkostung auf der Wanderung: Lemon+Pistachio

Der Zitronengeschmack überdeckt komplett die Pistazie. Dass hier Nüsse drin sind, lässt sich nicht einmal erraten. Wer im Ausgang schon einmal Limoncello hatte, wird damit glücklich.

Idealer Wanderproviant? Auf Wanderung getestet: Protein-Lieferant als Reiseproviant
Idealer Wanderproviant? Protein-Balls der Sorte Lemon + Pistachio auf freier Wildbahn. (Bild: Internaut)

Die süss-saure Zitronenkopfnote dominiert beim ersten Biss, Assoziationen mit einer Proteinjause für Wanderausflüge kommen kaum auf. Auch die Optik ist nicht gerade anmächelig und erinnert eher an eine Hunde- als eine Snackkugel. Wer denkt, was eklig aussieht, eklig schmeckt und daher gesund sein muss, liegt damit richtig.

Bei der Konsistenz kann die Limonenkugel punkten, mittelfester Kaukörper, vielleicht etwas bröselig, aber gerade nicht mehlig. Dafür recht süss und es bleibt nichts zwischen den Zähnen kleben.Die Pistazie muss man suchen. Im Abgang eine Marzipan-Note.

Protein für den Wanderproviant: Verkostung Sorte Cacao-Orange

Glücklicherweise ist der Geschmack im Vergleich zur Limone-Pistazien-Kugel völlig anders. Aber nicht unbedingt um Klassen besser.

Die Kugel ist mit Kakaopuder bedeckt. Die erste Hoffnung: eine Schoggimandel in Kakao. Beim Reinbeissen stellt sich heraus: es schmeckt wie Soft Cakes mit Orangenfüllung. Und riecht vor allem danach. Viel süsser als die Limonenkugeln. In der Konsistenz etwas gummig, das Aroma ist differenziert, Kakao und Orange sind klar auseinanderzuhalten, die Verwirrung über undefinierte Geschmacksnoten bleibt aus.

Die Bällchen sind etwas kompakter, noch weniger klebrig. Im Abgang wie ein kleines Dessert. Ingesamt keine unfeine Sache, satt werden will man davon aber nicht.

Das Highlight im Protein-Trio: Bewertung Peanut Butter

Diese Kugel ist das Highlight unter den dreien. Der Wow-Effekt: es riecht wie Erdnuss, es sind Erdnussstücke mit dem freien Auge erkennbar, es schmeckt nach Erdnuss. Und Peanut steht auch drauf.

Die Kugel hält, was sie verspricht. Der Geschmack kommt zugänglich und unprätentiös daher. Kein Schnickschnack mit exotischen Früchten, klar und simpel. Im Test der eindeutige Gewinner. Und gefühlt der grösste Energiespender.

Limone-Pistazie macht am meisten satt. Obwohl es den niedrigeren Proteingehalt hat als die Erdnuss und obendrein vegan ist.

Idealer Wanderproviant Protein-Kugel? Fazit und Alternative

Satt machen letztlich alle, haben will man davon aber nicht so viel. Wer es braucht, sollte es nehmen, wer darauf verzichten kann, hat bessere Alternativen.

Protein Bällchen als Wanderproviant im Test
Protein-Balls: Sehen hübsch aus, machen satt. Aber es gibt Alternativen. (Bild: Internaut)

Zum Beispiel Datteln, in die Hälfte geteilt und jeweils mit einer Walnuss bestückt. Das schmeckt frisch, hat keine unnötigen Zusatzstoffe und schmeckt nach dem was es ist. Es ist viel günstiger als die Hipster-Kugeln und macht Spass beim Essen, weil man den Snack «zusammenbauen» muss, was schnell und unkompliziert geht.

Als Abgangsbemerkung noch ein Preis-Hinweis: Für die Hipster-Kugeln der Marke The Protein Ball Co beginnen die 100-Gramm-Preise irgendwo bei 5 Franken. Datteln hingegen, in Bio- und Fairtrade-Qualität, starten in der Grössenordnung von 1.50 Franken pro 100 Gramm.

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