Betten, die sich individuell einstellen lassen – bringts das? Ein Testbericht von der Hotelzimmer-Schlaf-Front.

Mögen Sie Fernbedienungen? Ich mag sie. Im Prinzip. Dass man mit einem Gerätchen aus gebührender Entfernung Fernseher, Musikanlagen oder Dachstoren bedienen kann, ist ja eine gute Sache. Aber leider sind diese Tools meines Erachtens – vor allem bei Fernsehern – oft mit viel zu vielen Knöpfen bestückt. Warum verwirren mich Dutzende von Eingabepunkten, wenn ich doch eigentlich nur ein- und ausschalten, die Kanäle wechseln und die Lautstärke verändern will? Als ich jüngst im Mövenpick Lausanne* abstieg, habe ich mir die TV-Remote-Control genauer angeschaut. Und nachgezählt. 47 Knöpfe.

Sleep-Control. Der TV-Kommandostab war aber nicht die einzige Fernbedienung im Zimmer. Da war noch eine zweite. Eine, die ich so noch nie gesehen habe: Eine kabelgestützte Fernbedienung fürs Bett. Die erste gute Nachricht: Nur sechs Knöpfe. Na also, geht ja!

Kabelgestützte Schlaf-Fernbedienung: Mit sechs Knöpfchen zur Matratzen-Manipulation. (Bild: DerInternaut.ch)

Das smarte Gerät ist ein wichtiges Element einer Produkt-Neuheit der Mövenpick Hotels & Resorts. Mit der Affiche  «Sleep individually different» will die Schweizer Gruppe das Schlaferlebnis ihrer Gäste personalisieren und also verbessern. Das hat etwas für sich: Während derzeit Hotelgruppen weltweit an ihren Preisen feilen, ihren elektronischen Auftritt verbessern oder danach trachten, ihre Lobbies zum grossen Wohnzimmer umzubauen (und so etwas Airbnb-Charme einzubauen), hat sich Mövenpick das eigentliche Kerngeschäft des Hotelzimmers genauer angeschaut: Den tiefen und gesunden Schlaf. Oder kurz: Andere Hotelketten umgarnen die Hipsters. Mövenpick umgarnt unsere Hips.

Hippe Hüfte. Mit «hip» ist hier natürlich die Hüfte gemeint, wie das schlafergonomisch relevante Körperteil auf englisch so hip heisst. Aber jetzt mal konkret: Per Fernbedienung kann man sich auf den Taschenfederkernbetten in ausgesuchten Mövenpick-Hotels die Matratzenstärke der Schulter- und Hüftpartien individuell einstellen. Jeweils auf einer Skala von 1 bis 20. Per leicht verständlich einzusetzender Fernbedienung. Ein Test ergibt: Das funktioniert. Und es fühlt sich komplett anders an, wenn man «hart» oder «weich» liegt. Nun mag man einwenden, dass das alles nichts bringe, wenn man zu zweit in einem Bett liegt, aber nur einer seine Härteposition durchsetzen kann. Einer siegt, einer liegt, könnte man kalauern. Aber falsch: Die Doppelbetten bestehen aus zwei optimal aneinandergeschmiegten Einzelbetten. Mit je einer Fernbedienung. Was bedeutet: Jeder kann selber entscheiden, ob er ein Softie- oder ein Hardcore-Schläfer sein mag. Und das natürlich auch dauernd verändern. Meiner Gattin war es auf der Hüft- und Schulterposition 7 am wohlsten, ich selber kam mit 15 (Schulter) und 13 (Hüfte) optimal durch die Nacht.

Sticker aufkleben, fertig: Kleine Idee, erholsame Wirkung. Anmerkung: Der Sticker links oben war beim Fotoshooting schon im Betrieb. (Bild: DerInternaut)

Die Möven haben, scheint es mir, das Thema «Schlaf» gut durchacht. Indem sie ein weiteres ewiges Problem hübsch gelöst haben: Jenes der verfluchten Glimm-Lichter (am Fernseher, an der Temperaturkontrolle, am sich aufladenden Computer-Device), die einem beim Einschlafen (oder dem Versuch dazu) den letzten Nerv rauben. Hier hilft ein Set von «Black-Out-Stickers», kleinen runden schwarzen Klebepunkten, die sich leicht beim irrlichternden Störfaktor anbringen lassen.

Ich muss sagen: Die Firma hat das Thema Schlaf korrekt als Thema erkannt. Und studiert. Und umgesetzt. Kommt dazu: Die Youbed-Zimmer lassen sich nur direkt über die Mövenpick-Hotels buchen. Man kann also etwas bieten, was es so über Online-Oligarchen wie Booking.com nicht zu buchen gibt.

Youbed – mybed. Nun bin ich ja bekannt dafür, nie locker zu lassen, wenn es darum geht, doch noch ein Haar in der Suppe (oder hier vielleicht ein Haar im Bett) zu finden. Zwei habe ich gefunden. Erstens: Der neue Schlafkomfort könnte teuer werden. Damit meine ich nicht die 15 Franken Aufpreis, die Mövenpick-Gäste in solchen Youbed-Extra-Hotelzimmern (es gibt sie aktuell in Mövenpick-Häusern in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden) bezahlen müssen. Sondern den ganz persönlichen Aufpreis. In der Regel freuen sich Hoteldirektoren ja, wenn man sich in ihren Häusern wie zu Hause fühlt. Nach diesem Erlebnis möchte ich mich gern zu Hause wie im Hotel fühlen. Was wohl heisst: An meinem ständigen Wohndomizil muss bald ein Youbed ran.

Und zweitens: Wenn schon das Gerät zur Bett-Fernbedienung so bedienungsfreundlich gestaltet ist – wäre das nicht auch fürs TV-Gerät zu schaffen. Come on, Ihr Möven: Das schafft ihr doch im Schlaf!

*Der Internaut übernachtete auf Einladung der Mövenpick Hotels & Resorts im Mövenpick Hotel Lausanne.

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