Feiertagsbrücken bauen kann jeder. Hier schauen wir, wie man es auf intelligente Art macht.

Sind Sie gut gerutscht ins neue Jahr? Ich selber weniger gut. Wobei ein «Rutsch» die wesentliche Rolle gespielt hat. Dass ich mich am 31. Dezember auf einen Schlitten setzte und dergestalt aus dem alten Jahr rausrutschen wollte, stellte sich bald nach Abfahrt als wenig brillante Idee heraus. Ich mache es kurz: Sturz vom Schlitten, schmerzhafter Kontakt mit der vereisten Schlittelpiste, Schulter ausgerenkt, Jahrhundertschmerz eingefangen.

Nun grüsse ich mit Arm in der Schlinge, aber unverzagt und voller Hoffnung auf ein spannendes Reisejahr: Happy 2018!

Wobei man ja weiss: Für viele Mitmenschen fängt das neue Jahr schon weit vor der Rutscherei an. Jede und jeder von uns kennt die Gattung Mensch, die als «Ferientechniker» bekannt ist. Das sind Leute, die sich vor allem für spannende Brückentag-Konstellationen interessieren. Sie sind Meister darin, aus möglichst wenigen Ferientagen möglichst viel Urlaub zu machen.

Superbrücken. In dieser Hinsicht ist 2018 ein hervorragender Jahrgang. Wie «Spiegel Online» schon im November vorrechnete, bietet das neue Jahr im Mai und zum nächsten Jahreswechsel (bitte nicht allzu übermütig rutschen!) die Chance, «Superbrücken» zu bauen. Im Mai kann man acht Ferientage zu einem Urlaub von 16 Tagen zusammenbauen, zum Jahreswechsel aus vier deren elf machen.

Ferientechniker wissen das wohl schon längst – und haben sich für die relevanten Tage frühzeitig im Firmen-Ferienkalender eintragen lassen. Weil es aber viele Ferientechniker (und -technikerinnen) gibt auf diesem Erdenrund, wird sich etwas Altbewährtes einstellen: Die üblichen Hotpots, etwa Paris und Barcelona, München, Hamburg oder das Tessin, werden zur Superbrückenzeit superproppenvoll und superteuer sein.

Spitzendatenplaner. Wenn Sie nun also versuchen sollten, ebenfalls eine «Superbrücke» zu bauen, möchte ich etwas anregen: Bauen Sie. Aber bauen Sie schlau. Konsultieren Sie zuerst einen Offpeak-Planer. Solche Online-Tools zeigen Monate im voraus, wie verstopft gewisse Städte sein werden. Im Beispiel von München lässt sich heute aufgrund der Hotelpreise schon erahnen, wie superproppenvoll (und superteuer) die Stadt im Mai sein wird:

München 2018 Oktoberfest

Was heisst das nun für Neulinge und Spätkommer im Superbrückenbau? Ich schlage zwei Dinge vor. Erstens: Wer verreisen will zu solchen begehrten Zeiten, soll sich seine Destination vorsichtig auswählen. Die Auswahl ist ja gross. Immerhin bietet der Planer von Offpeak.io eine Übersicht zu 111 Städten weltweit. Wer an weniger begehrte Orte reist, läuft auch weniger Gefahr, Opfer oder Täter im Thema «Overtourism» zu werden. Zweiter Vorschlag: Reisen Sie getrost in die beliebtesten Städte. Aber nicht zur teuren und vollgebuchten Superbrückenzeit, sondern an einem anderen Weekend. Planen Sie den Trip so, dass Sie von Sonntag auf Montag in der Stadt sind, was oft die günstigste Nacht ist.

Ja, ein solcher City-Trip kostet wohl einen Ferientag mehr. Dafür gelingt der Rutsch in die neue Woche umso besser.

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