Eine einzige Flüssigseife für Haare und Körper, Mund und Hand und mehr: Klingt phantastisch. Aber wie riecht das? Und: Ist Dr. Bronner Seife wirklich eine saubere Sache?

Was zeichnet gute Reise-Gadgets aus? Ganz einfach: Gut ist ein Reise-Gadget, wenn es eine reiserelvante Funktion in möglichst kleiner und leichter Darreichungsform gut erfüllt. Noch besser ist ein Reise-Gadget, wenn es in dieser kleinen und leichten Form mehrere Zwecke erfüllt – gut erfüllt.

Viele gescheite Köpfe denken sich in dieser Hinsicht immer wieder spannende Dinge aus. Einiges davon kommt mir zu Gesicht. Aber als ich jüngst an der Naturseife von Dr. Bronner’s vorbeikam, da war ich doch einigermassen platt.

Dr Bronner Seife im Test

Da war der Internaut platt: 18 Anwendungen sollen in jedem Fläschli drinstecken. (Bild: Internaut)

Mit einem einzigen Wasch- und Reinigungsmittel soll der Mensch nicht nur Haare, Körper und Gesicht waschen, sondern selbige Flüssig-Naturseife auch für Handwäsche und Zahnpasta-Ersatz, zur Nassrasur, zur Fleckentfernung und für die Obstreinigung einsetzen.

Insgesamt 18 Hygiene-Situationen, so wird es behauptet, meistert dieses Naturseife-Wundermittel insgesamt.

Multifunktional: Schon wieder die 18!

Ein einziges kleines Ding für 18 Einsatzgebiete – hatten wir das nicht schon einmal? Richtig: Schon Wallet Ninja, die 18-fache extraflache Werkzeug-Superkämpferin aus der Brieftasche, warb mit exakt dieser Zahl an Funktionen.

Warum schon wieder genau 18 Einsatzgebiete? Nun, das wäre eine spannende Frage. Aber es ist nicht die Frage, die heute im Zentrum steht.

Was heute im Zentrum steht: Kann Dr. Bronner’s All-One Magic Soap – so heisst das Produkt im vollen Wortlaut – sein doch recht vollmundiges Versprechen einlösen? Und, fast ebenso wichtig: Was sagen liebe Menschen im engen Umfeld des Internauten, wenn dieser sich von Kopf bis Fuss mit Flüssigkeit aus dem immer gleichen Fläschli frisch macht?

 

Dr Bronner Seife im Test, Versuchsanlage: Pfefferminz, Teebaum als Backup-Plan

Bevor ich diesen liquiden Multimeister an mich heranliess, brachte ich die App Codecheck in Anschlag. Dieser Hosentaschenratgeber zeigt beim Scannen des Barcodes, ob ein Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe enthält.

Wäre es so, dann würde ich das bei Anwendungsgebieten wie Haut, Zähne oder Obst eher unappetitlich finden.

Dr. Bronners 18-in-1 Naturseife

Die Testanlage: Einmal Pfefferminz, einmal Teebaum. (Bild: Internaut)

Der Befund: Codecheck erkannte acht Inhaltsstoffe, alle davon unbedenklich. Plus: «Enthält Bio-Palmöl». Mein Verdikt: Let’s go,  Wunderwuzzi-Waschkraft. Und zwar in der Duftnote Pfefferminz – wegen der Zähne. Als Backup-Plan hielt ich eine Flüssig-Naturseife in der Variante «Teebaum» in der Hinter-(Wasch)-Hand.

Auf einer Reise von Paris nach Bordeaux war Dr. Bronner’s Naturseife im Test bei mir. Unter anderem auch auf dem platten Land der Haute-Garonne. In dieser lieblichen Gegend im Südwesten Frankreichs ist auch ein Teil der französischen Parfum-Industrie daheim. Was uns ganz gut ins Thema bringt.

Dr Bronner Test: Reinigt gut. Aber mit Gschmäckle. Oder Grüchle

Auf meiner kleinen Tour de France habe ich Dr. Bronner’s Naturseife als Duschgel, zur Haar- und Gesichtswäsche, als Zahnpasta, für Handwäsche und Obstreinigung eingesetzt.

Die Naturseife, das darf ich sagen, reinigt gut, fühlt sich in den jeweiligen Einsatzgebieten angenehm an und prickelt auf angenehme Weise ganz leicht. Etwas weniger happy war ich mit Dr. Bronner’s als Zahnpasta-Surrogat.

Was mir mein sehr enges Umfeld mitteilte nach dem Einsatz der Variante Pfefferminz: Der Geruch sei sehr stark. Übertrieben stark. Ich aktivierte dann den Backup-Plan, die Variante Teebaum. Der Bescheid danach: Bitte wieder auf Pfefferminz wechseln.

Kurz gesagt: Der Geruch ist nicht jedermanns (und jederfraus) Sache. Positiv formuliert: Es reicht schon, eine ganz kleine Menge einzusetzen, um einen gewissen Odor zu erzeugen. Weniger ist mehr.

Dr Bronner Seife: Die Stärken

Dieses Produkt macht eine ganze Reihe von anderen Mitteln überflüssig. Wer in seinem Platzbedarf stark eingeschränkt ist, spart hier tatsächlich jede Menge kostbaren Raum.

Auch wenn man nur das kleine Fläschchen mitnimmt: Die Naturseife hält sehr lange an, weil man in der Regel nur kleine Mengen verwendet.

Magic Soap Dr. Bronner's im Test

Dr. Bronner’s ersetzt ein ganzes Arsenal von Produkten. Unter gewissen Bedingungen. (Bild: Internaut)

Kommt dazu: Die Auswahl an Duftnoten ist gross. Wer sich mit Pfefferminz nicht anfreunden kann (es ist aber wohl das beste für die Zahnpflege), sollte wohl anderswo in der Duftorgel – sie reicht von Eukalyptuns über Lavendel bis hin zu Zitrus-Orange – fündig werden.

Dr Bronner’s All-one Magic Soap: Die Schwächen

Bei den Augen etwas aufpassen: Mich brannte es leicht, als ich dort bei der Gesichtswäsche zu nahe kam mit dieser Wunderseife. Der Geruch ist wirklich Geschmackssache. Ich erhielt nur wenig Komplimente dafür.

Dr. Bronner’s Naturseife: Geeignet für

Alle Menschen, die ihren Hygiene-Haushalt unterwegs möglichst einfach und platzsparend erledigen möchten.

Dr. Bronner’s 18-in-1: Preis

5.90 Franken für das 60-Milliliter-Fläschchen, besorgt beim Schweizer Outdoor-Spezialisten Transa.

Dr. Bronner Seife: Test-Fazit

Je nach Einsatzgebiet ist Dr Bronner’s Naturseife wirklich die oft zitierte eierlegende Wollmilchsau. Will heissen: Hier erfüllt ein Mittel mit kleinstem Platzbedarf eine Vielzahl von Bedürfnissen.

Persönlich würde ich dieses Tool eher auf Reisen in sehr entlegene Gebiete einsetzen, fern jeglicher Zivilisation. Näher an der Zivilisation hingegen bin ich froh um ein etwas ausführlicheres Angebot. Wobei ein 60-Milliliter-Fläschli natürlich auch auf der Städtereise gute Dienste leistet, weil es im Handgepäck mitreisen kann und dort wenig Platz beansprucht.

Dr. Bronner’s Naturseife: Note

Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt Dr. Bronner’s Naturseife im Test bei mir mit Note 5.5 durch. Heute verteile ich aus besonderem Anlass auch eine Duftnote: 3-4.

Dr Bronner Seife: Übrigens

Aus Platzgründen kann ich hier unmöglich alle 18 Einsatzgebiete vertieft abhandeln.. Der Internaut möchte das Thema eher summarisch und unter praktischen Gesichtspunkten behandeln.

Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht: Die Reiseblog-Kollegen von Packwild haben sich alle 18 Einsatzgebiete genau angeschaut.

Und nochmals übrigens zu «Magic Soap»

Einige Zeit nach diesem Travel-Gadget-Test lese ich im Februar 2020 ein Buch der Autorin Doris Dörrie, die ich sehr mag. In Ihrer Schreib-Anleitung «Leben, schreiben atmen» widmet die Dörrie doch tatsächlich ein ganzes Kapitel der «Magic Soap» von Dr. Bronner.

Herrlich zu lesende dreieinhalb Seiten sind das, kombiniert mit einer erstaunlichen Lerneinheit. Die Wunder-Seife bewährt sich nämlich nicht bloss auf 18 Einsatzgebieten, sondern hat noch eine 19. und 20. Variante drauf.

Wie Doris Dörrie schreibt, nutzte ihre beste Freundin, eine US-Amerikanerin, die Flüssigkeit nämlich noch auf ganz andere Art und Weise: «Sie tupft sie auf Insektenstiche, wäscht den Salat mit ihr, weil sie meint, es gäbe kein besseres Desinfizierungsmittel.»

 

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