Viermal Meer-Wert made in Switzerland: An diesen Schweizer Sandstränden fühlst Du Dich wie irgendwo im tiefen Süden. 

Zürich und Zug, vielleicht mal Zermatt, immer mal wieder Berlin und ständig die Basare der Online- und Offline-Welt: Das sind in der Regel die Schauplätze meiner Stories in meinem Hauptjob bei der «Handelszeitung». I love it. In der spannenden Welt der Zahlen, Zielgruppen und Zaren des Einzelhandels fühle ich mich gut aufgehoben.

Und trotzdem war ich mehr als happy, als wir diesen Sommer mal etwas total anderes machten: Eine ganze Ausgabe zum Thema «Hitze». Happy war ich auch deshalb, weil ich eine meiner Lieblings-Recherchen im wahrsten Sinn des Wortes aufwärmen konnte: Die Schweizer Sandstrand-Szene.

In der angelsächsischen Welt gibt es ja diesen Witz: «Wie heisst das dünnste Buch der Welt»? – «Beaches in Switzerland». Die Pointe nährt sich aus der Tatsache, dass die Schweiz ein Binnenland ist. Nix da mit Meer. Und also nix da mit Beaches? Mit solchen der sandigen Sorte? Falsch gelacht. Der Schweizer Beach-Werkplatz lebt. Und wie!

 

Sandstrände in der Schweiz

Kaum zu glauben, aber wahr: Wir sind hier in der Schweiz. In Yvonand. (Bild: Le Internaut)

 

Natürlich, die Weite des Meers geht den Schweizer Seen etwas ab. Ja, da ist immer eine Gegenseite, mal näher, mal etwas weiter entfernt. Und Salz findet man bestenfalls im Frühstücksei oder im Salzstreuer dem Camping-Tisch. Und trotzdem sage ich: Es gibt Schweizer Sandstrände, die sich – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – messen können mit der karibischen Benchmark.

Für diesen Blogpost, eine «extended Version» der Story in der Handelszeitung, bin ich erneut im Land herumgereist, schaute mir Schweizer Sandstrände an, sprach mit Beach-Experten, Sand-Insidern und der helvetischen Strand-Intelligenzija. Als Ergebnis davon zeige ich hier meine vier Schweizer Lieblingsstrände. Wichtig in diesem verrückten Hitzesommer: Alle Strände haben guten Baumbestand, Du kannst also jederzeit frei wechseln von der Sonne in den Schatten. Sandstrände Schweiz: Jetzt los! Viermal Schweizer Strandleben, viermal Meerwert made im Binnenland – ¡Vamos a la playa Suiza!

 

Die kühle Schöne: Gäsi am Walensee

 

Sandstrände in der Schweiz: Hier Gäsi am Walensee.

Gäsi-by-the-Sea: Der Walensee, sonst nicht Teil der Schweizer Seen-Champions-League, wartet bei Weesen mit einem sehr hübschen Sandstrand auf. (Bild: Der Internaut)

 

Die meisten Schweizer (und ausländischen Automobilisten) kennen den Walensee bloss als eine grosse Wasserfläche links der Autobahn – wenn sie von Zürich her in die Bündner Berge donnern. Eine kleine Ausfahrt auf der Höhe von Weesen würde sich lohnen: Denn hier liegt meiner Meinung nach einer der schönsten Sandstrände der Deutschschweiz.

Punkto Erfrischungsfaktor liegt der Walensee (normalerweise) sogar weit vorne: Er ist ein eher kühler See, selbst im Hochsommer schiesst die Wassertemperatur selten über 20 Grad. Natürlich, der Hitzesommer 2018 ist da etwas anders getaktet. Aber mit aktuell 23 Grad ist der Walensee immer noch eine spürbare Nuance kühler als der Zürichsee.

Anreise: Per Auto via Autobahn-Ausfahrt Weesen. Reizvolle Alternative: Mit dem Velo ab Bahnhof Ziegelbrücke, ca 20 Minuten. Infrastruktur: Campingplatz, hübsches Restaurant. Web-Info: Gäsi

 

Charmant versteckt: Halbinsel Au, Zürichsee

 

Schöner Badestrand am Zürichsee: Halbinsel Au

Zürich ist eben mehr als Banken, Versicherungen, Streetparade und Sechseläuten-Böögg: Sandstrand auf der Halbinsel Au am Zürichsee (Bild: Der Internaut)

 

Der Zürichsee ist eine weltweit recht spezielle Erscheinung: Selten sieht man einen See mit immerhin 30 Kilometer Küstenlänge, der derart stark bebaut ist. Rundherum. Vor allem nachts lässt sich das immer wieder feststellen: Die Lichterkette rund ums Gewässer scheint nirgends abzureissen.

Umso überraschender, dass auch dieser See einen pittoresken Sandstrand zu bieten hat: Auf der Halbinsel Au. Nur einen kleinen Fussmarsch entfernt vom Schiffsteg wirst Du auf ein hübsches Sandband treffen, von Bäumen umflort. Zürichs Antwort auf Guadeloupe.

Anreise: Per Schiff. Oder zu Fuss in rund einer Stunde ab Horgen. Infrastruktur: Der Strand selber liegt unberührt da. Picknick- und Grillmöglichkeiten bestehen. Und einen kleinen Fussmarsch entfernt, am Hügel oben, triffst Du auf einen Landgasthof. Web-Info: Au

 

Am Pinienwald: Yvonand

 

Yvonand, schöner Sandstrand am Neuenburgersee in der Schweiz

Jetzt denk Dir mal kurz die andere Seeseite weg: Könnte das nicht ein Karibikstrand sein? Voilà, Yvonand am Neuenburgersee. (Bild: Le Internaut)

 

Wenn man von Seen spricht in der Schweiz, haben andere die Königsrolle: Bodensee und Genfersee aufgrund ihrer Grösse, der Vierwaldstättersee aufgrund seiner Lage im Herzen des Landes. Für Strandfans aber lohnt sich das Drei-Seen-Land, die Triplette aus Bielersee, Murtensee und Neuenburgersee. Bezüglich Sandstränden ist letzterer mein Darling. Und zwar besonders die Lagen in der Nähe von Yverdon.

Hier müssen wir von Yvonand sprechen. Der Ort ist mit einem sehr hübschen Strand direkt an einem Waldstück gesegnet. «Plage des Pins» nennt sich dieser Abschnitt, Strand der Pinien. Für mich eine der absoluten Vorzeigeadressen für den Beach-Werkplatz Schweiz.

Anreise: Per Auto oder auch per Bahn: Der Strand ist vom Bahnhof Yvonand aus in 15 bis 20 Minuten zu erreichen. Infrastruktur: Der Campingplatz hat ein Restaurant, muntere kleine Beach-Bar an der Plage vorhanden. Web-Info: Yvonand, Plage des Pins

 

Crique-Chic: Cheseaux-Noréaz

 

Schönste Schweizer Sandstrände

Die Schweizer Antwort auf Martinique und Guadeloupe: «Crique» am Sandstrand von Cheseaux-Noréaz (Bild: Le Internaut)

 

Darf ich etwas gestehen? Okay: Meinen absoluten Liebling habe ich mir für die letzte Position aufbewahrt: Cheseaux-Noréaz, ebenfalls am Neuenburgersee, ist ein Bijou. Neben einem grossen Sandstrand sind es vor allem die sogenannten «Criques», die kleinen Buchten, die einen ganz besonderen Zauber entfalten. Und ich mag nur schon den Namen: «Cheseaux-Noréaz», das tönt irgendwie nicht so sehr nach Schweizer Eidgenossenschaft, sondern eher nach Südsee oder französischer Karibik.

Anreise: Am besten per Auto. Viele Parkplätze vorhanden beim Campingplatz. Infrastruktur: Einfache Buvette am Strand vorhanden, Picknick- und Grillmöglichkeiten ebenfalls. Web-Info: Cheseaux-Noréaz

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