Schreiben mit Gips ist hart. Zum Glück gehorcht mir mein Computer per Spracheingabe aufs Wort. Etwas anders sieht das bei der touristischen Spracherkennung am Computer aus: Da häufen sich die lustigsten Flops.

Dieser Text ist eine Premiere. Zum ersten Mal schreibe ich einen Internat*-Blogpost nicht von Hand (oder «händisch», wie Computerfachleute manchmal sagen), sondern ich diktiere ihn. Die Idee dahinter: Touristische Spracherkennung am Computer zu testen.

Dazu gekommen bin ich, weil mich mein Gipsarm aktuell zum unattraktiven Zwei-Finger-System zwingt: Mit dem rechten Zeigefinger tippe ich die Buchstaben; mit dem linken drücke ich Tasten wie «Shift», «Alt» und «Control». Das funktioniert zwar, ist aber langsam und mühsam.

Touristische Spracherkennung am Computer: Reiseblog Internaut macht den Test

Neuerdings gehorcht mir der Computer aufs Wort. Oder wenigstens fast. (Bild: Sabin Stettler)

Ein ebenso lieber wie auch kreativer und computergewitzter Freund brachte mir jüngst in allerkürzester Zeit bei, was ich tun muss, damit mir mein MacBook Air aufs Wort gehorcht.

Für gewöhnlich bin ich ja höchst skeptisch, wenn mir ein Computer-Wunderwuzzi weismachen will, dass eine Arbeit am Rechner «wirklich kinderleicht» sein soll. Aber diesmal muss ich sagen: Stimmt. Wirklich kinderleicht.

Spracherkennung am Computer: So funktioniert es

Für Apple-Jünger wie mich geht das ganz einfach: Oben links auf das Apfel-Symbol gehen, dort «Systemeinstellungen», danach «Tastatur» und dann «Diktat« anwählen. Fast fertig. Jetzt nur noch auf der Tastatur zweimal die Taste «fn» drücken – und schon meldet sich ein kleines Mikrofon mit Piepston – jetzt hört das Gerät auf Ihre Stimme.

Für Leute, die im PC-System zu Hause sind, funktioniert die Spracheingabe ebenfalls recht einfach.

Einfach? Das geht. Etwas schwieriger? Jetzt wirds lustig

So weit, so gut. Nun interessiert sich der Internat* natürlich von allem für die Welt des Reisens. Also habe ich meinem Gerät eine Fülle von bekannten Namen aus der touristischen Szene diktiert. Und dabei oft gestaunt, öfters mein blaues Wunder erlebt – und auch mal gut abgelacht.

Sehr geläufige Namen aus der Hotel-Welt hat das System spielend drauf. Motel One, Adlon Berlin, Waldorf Astoria, Negresco ­– das klappt. Sehr gut kennt sich mein Computer auch in der Airline-Welt aus: Lufthansa, Easyjet, Swiss International Air Lines – alles paletti.

In einer zweiten Phase hat der Internat* etwas schwierigere Wörter gewählt. Dabei sind recht lustige Resultate entstanden. Ich habe mich dabei aus der Schweiz ins Ausland vorgearbeitet und manchmal auch zweimal diktiert, um dem System eine zweite Chance zu geben.

Spracherkennung im touristischen Test: Was ich sagte – und was der Computer daraus gemacht hat 

Baur au Lac Zürich: Bauernmarkt Zürich.

Savoy Baur en Ville: Sunday mobil.

Dolder Grand: Total genannt, Dolder gerannt.

The Chedi Andermatt: Der Teddy Andermatt.

Juan-les-Pins: (einer meiner Lieblingsorte in Südfrankreich): Schweineleber. Schweinebacke. Schwanger leider.

Antibes: Und Dieb.

Hotel Balandret Valencia: Hotelplan dreht Valencia.

Beverly Wilshire Hotel (bekannt aus dem Film « Pretty Woman») Eventuell welche Hotel, Beverly welcher Hotel

The Chedi Muscat: Der Teddy Maskat.

Resort Burj al Arab Dubai: Resort Burg alleine ab Dubai.

 The Raffles Singapur: Telefon Singapur.

Touristische Spracherkennung am Computer: Fazit

Das System ist gut und wird sicher immer besser. Aber so gut und so genau wie meine zehn Finger funktioniert die touristische Spracherkennung (noch) nicht. Wie lange ich noch arbeiten werde per Spracheingabe? Das kann ich ganz genau sagen. Bis 13. Februar.

Dann kommt, wenn alles gut läuft, der Gips weg. Endlich.

* Nun haben Sie sich beim Lesen natürlich gewundert, dass an einigen Stellen «Internat» stand. Statt «Internaut». Die Lösung ist einfach: das System hat das Wort nicht verstanden. Nachsichtig wie ich nun einmal bin, habe ich bei einem zweiten Versuch langsamer gesprochen, zwei Wörter gebildet und so diktiert: «Der Inter naut». Ergebnis: «Der Winter naht».

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