Reisen ohne Internetzugang – geht das? Ich finde: ja. Aber eine WLAN-Notfallapotheke ist hilfreich.

Am schlimmsten war es in Botswana. Vier Tage, erzählte mir ein hochrangiger Manager kürzlich, sei er auf einer Reise im südlichen Afrika vom Internet abgeschnitten gewesen. Nun kann man sagen: Wenn man schon das Glück hat, ins Paradies des Okavangodelta reisen zu können, sollte man sich doch auch einmal losreissen können von E-Mail, Facebook und fiepsenden Push-Nachrichten. Könnte das entspannte Betrachten von Nilkrokodilen, Elefanten und afrikanischen Wildhunden nicht für einmal alles andere vergessen machen? Ich glaube, bei mir wäre das so. Auch deshalb, weil ich eine kleine Leidenschaft habe für das Hippopotamus amphibius, das Flusspferd, das sich im Okavangodela gut beim Herumsumpfen beobachten lässt. Hätte ich als Internaut die Wahl zwischen Analog-Safari und Safari-Browser, dann würde ich wohl ersteres wählen.

Der Manager sieht es anders. Er erklärte mir das so: «Wenn man weit entfernt in der Schweiz einen Konzern am Laufen hat, gleichzeitig ein Hotelneubau stattfindet und sich auch im Fussball neue Sachen tun, will man einfach jederzeit wissen, wie sich die Dinge entwickeln.» In diesem Satz sind ein paar Unterschiede zwischen mir und dem Wirtschaftskapitän versteckt. Anders als dieser Gentleman habe ich keinen Konzern am Laufen, bin nicht im Präsidium eines Fussballclubs, und ein Hotelneubau findet bei mir nicht statt. (Sollte sich etwas in der Art ergeben, würde ich das natürlich sofortigst melden.) Und zwar hier.

Trotzdem gibt es natürlich Situationen, die es ratsam machen, Internetzugang zu haben. Meine kleine WLAN-Notfallapotheke hat mir schon oft geholfen. Ich packe sie schon bei der Buchung zu Hause vor: Wer Online-Anbindung auch unterwegs als Menschenrecht ansieht, tut sicher gut daran, bei der Hotelbuchung so zu selektionieren, dass nur Häuser berücksichtigt werden, die kostenloses WLAN bieten. Beim Hotelgiganten etwa lässt sich das in der linken Seitenleiste unter dem Stichwort «Hotelausstattung» anklicken.

Flughafen statt Fluchhafen. Nicht alle Airports geben sich punkto WLAN so zivilisiert wie derjenige in Kloten. Zwei Stunden Gratis-Internet ist eine sehr schöne SacheDurch die oft langen Wartezeiten sind Flughäfen natürlich ideale Orte, um sich online Updates jeder Art zu seiner Destination zu verschaffen. Wenn die WLAN-Lage am Flughafen unsicherer ist, kann sich vorab schlau machen. Dank dem Reiseblogger Anil Polat und seiner interaktiven Karte lassen sich WLAN-Zugänge auf unzähligen Flughäfen, Passwort inklusive, nachschauen. Wenn man im WLAN-angebundenen Flughafen sitzt, kann es eine gute Idee sein, mit einer App abzuchecken, wo es im Zielgebiet Wifi-freundliche Zonen gibt. Sollten alle WLAN- Stricke reissen, richte ich mir auch mal einen persönlichen Hotspot ein. Damit kann ich mein Smartphone quasi als Antennenmast für den Laptop benutzen. Ja, der kommt bei immer fast immer mit. Focus-Tina erklärt hier recht gut, wie das geht mit dem Hotspot.

Disclaimer. Mir hilft der persönliche Hotspot etwa in den Zügen der SBB, die bisweilen doch recht holprigen Internetzugang bieten, immer wieder auf perfekte Weise. Und dies kostenlos, weil ich ein Flatrate-Handy-Abo habe (das dann dafür monatlich ordentlich kostet). Für alle anderen gilt: Kosten unbedingt im Auge behalten. Vor allem im Ausland. Für Roaming-Gebühren kann ich jedenfalls keine Verantwortung übernehmen. Nicht im Zug. Nicht an Flughäfen. Und leider auch nicht – so sorry – im Okavangodelta.

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